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Thorsten Schöne ist 55 Jahre jünger – Elli Didwiszus wird 101

Thorsten Schöne ist 55 Jahre jünger – Elli Didwiszus wird 101

Es ist wahrlich ein besonderer Tag. Elli Didwiszus erlebte ihn gestern in der Ritterstraße in Delitzsch. Die Seniorin wurde 101 Jahre alt und feierte ihren Geburtstag ganz in Familie.

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Ellli Didwiszus stößt mit einem Gläschen Sekt auf ihren 101. Geburtstag an.

Quelle: Manfred Lüttich

Delitzsch. Genau 55 Jahre trennen Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) noch von diesem Ereignis, „sollte ich überhaupt so alt werden“, sagte der vergleichsweise fast jugendlich wirkende Rathausmann. Auch er hatte gestern Geburtstag, nahm sich aber gern die Zeit, um mit Eva Siegel-Rudolph, der Kultur- und Schulverwaltungsamtsleiterin, die Glückwunsche des Oberbürgermeisters Manfred Wilde (parteilos) zu überbringen. Dieser befände sich auf Dienstreise, hieß es. Jürgen Didwiszus, Sohn der Jubilarin, sieht darin kein Problem. „Wir sind direkte Hausnachbarn. Da treffen wir uns auch mal auf dem kurzen Weg.“ Karin Didwiszus lud indes die Gratulanten in die gute Stube des Hauses ein, die schon mit einer festlich eingedeckten Tafel auf die Gäste am Nachmittag wartet. Einst war in demselben Haus ein Kurzwarengeschäft eingerichtet, in dem die Hauseigentümerin, Zuschneiderin, Hausfrau und Mutter – zunächst bis 1964 gemeinsam mit Ehemann Erhard, dann allein – bis zum 75. Lebensjahr selbst hinter dem Verkaufstresen stand. Danach half sie in einer in der Nähe liegenden Bäckerei aus, wenn Not am Mann war und ihre Hilfe gebraucht wurde. Die Jubilarin Elli Didwiszus nahm den ganzen Trubel um ihre Person eher gelassen hin, setzte sich artig auf den ihr zugewiesenen Sessel. Vor einem Jahr war die Aufregung ungleich größer, als sie das eine Jahrhundert vollendete. Ein Gläschen Sekt gibt es natürlich auch zum Anstoßen. Als Lebenselixier gelte das prickelnde Getränk aber nicht in Didwiszus-Kreisen. „Das heute ist eher außer der Reihe“, bekannte Sohn Jürgen und verriet dann noch ein kleines Geheimnis, dass vor allem den Freunden des Gerstensaftes geradezu eine Steilvorlage liefert: „Bei einem Bierchen am Abend trinkt sie schon mal mit.“ Wenn das die Lösung für ein mehr als 100-jähriges Leben ist, weiß man, warum sich der Umsatz der hiesigen Brauerei stetig steigert. Ob die Familien-Gene auch daran Schuld seien, so alt zu werden, wollte Geburtstagskind Schöne natürlich wissen. Die Gene seien es wohl nicht, dafür aber das Gehen an frischer Luft und zwar immer am Wochenende in der Spröde. Je nach Tagesform dreht die „junge Dame“ schon mal eine ganze Runde mit – nicht mit dem Senioren-Porsche (Rollator), ein einfacher Gehstock reicht für sie, um Balance zu halten und sich zu stützen.Für 100 Jahre habe sich die Jubilarin hervorragend gehalten, lobte Eva Siegel-Rudolph und erfuhr auch prompt, dass Elli kaum krank sei. Grippe, was ist das? Selbstverständlich lassen schon Gehör und Sehkraft etwas nach, doch ein Hörgerät, wie es viele, viel Jüngere bereits tragen, will sie nicht. Es reicht, etwas lauter zu reden, um die Aufmerksamkeit zu erhalten. „So alt werden, dass kann nicht jeder“, warf die 101-Jährige unvermittelt in die Runde und hat damit natürlich recht. Schöne wünschte der Delitzscherin schließlich noch, sie möge ihren Humor und die gute Laune nie verlieren. Die gute Laune ist wohl genau das, was ihrem Leben die Ausdauer gab, wussten die Familienangehörigen.Seinen 63. Geburtstag beging gestern auch Alt-Oberbürgermeister Heinz Bieniek. Zahlreiche Glückwünsche ereichten ihn per Telefon – soweit dieses gerade funktionierte. Es war also kein böser Wille, wenn das Gespräch eher ein Monolog blieb.

Ditmar Wohlgemuth

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