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Tierschützer sauer: Delitzscher Heim vermittelt rumänische Hunde

Unterstützung bröckelt Tierschützer sauer: Delitzscher Heim vermittelt rumänische Hunde

Das zu Ende gehende Jahr hat im Tierheim Delitzsch eine Menge verändert, und das nächste dürfte kaum ruhiger werden. In den kommenden Monaten soll sich abzeichnen, wie sich die Einrichtung im Ortsteil Laue zukünftig aufstellt. Aus drei Kommunen kommen positive Signale, der Landestierschutzverband äußert aber kritische Worte.

Im Tierheim Laue sind neben Hunden vor allem Katzen untergebracht.
 

Quelle: Wolfgang Sens

Delitzsch.  Das zu Ende gehende Jahr hat im Tierheim Delitzsch eine Menge verändert, und das nächste dürfte kaum ruhiger werden. In den kommenden Monaten soll sich abzeichnen, wie sich die Einrichtung im Ortsteil Laue für die Zukunft aufstellt. Insbesondere geht es nun um die Gemeinden Krostitz, Schönwölkau und Löbnitz als Geschäftspartner. „Wir werden dem Tierheim zunächst bis Ende April vertraglich verbunden bleiben“, sagte der Krostitzer Bürgermeister Wolfgang Frauendorf (CDU), in dessen Rathaus auch Entscheidungen für Schönwölkau getroffen werden. „Wir haben mit dem Tierschutzverein einen neuen, befristeten Vertrag erarbeitet, um erst mal rechtliche Klarheit zu haben. Das gilt auch für Löbnitz.“ Das Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit bestehe. Allerdings ließen sich die drei Kommunen nicht auf höhere Konditionen ein. Das Tierheim erhalte weiterhin 1,02 Euro pro Einwohner und Jahr, als Entlohnung für die Aufnahme von Fundtieren. Der Tierschutzverein hatte ursprünglich 1,30 Euro veranschlagt. Er habe sein Angebot jedoch erneuert und an die Konditionen des Leipziger Tierschutzvereines angepasst, berichtete Frauendorf.

Bekanntermaßen hat der Verein die Verträge mit den umliegenden Kommunen selbst gekündigt, um die Kontrakte neu aushandeln zu können. Die Stadt Delitzsch und die Gemeinde Wiedemar schrieben die Unterbringung daraufhin neu aus – und orientieren sich ab Januar nach Leipzig. Damit gehen dem Tierheim in Laue jährliche Einnahmen in fünfstelliger Höhe verloren. Das rumort auch in der Kommunalpolitik. „Die Einsparungen sind es nicht wert, einen einheimischen Verein vor den Kopf zu stoßen“, sagte Stadtratsmitglied Rüdiger Kleinke (SPD). Fraktionskollege und Vereinsmitglied Theodor Arnold ergänzte: „Der Tierschutzverein hat sich in den vergangenen Monaten reingekniet, um die Auflagen der Stadt zu erfüllen. In der Annahme, dass dann die 1,30 Euro pro Einwohner ausgezahlt werden, die im aktuellen Stadthaushalt verankert sind.“ Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) verwies hingegen auf die einseitige Kündigung und eine „mangelhafte Kommunikation der neuen Vereinsführung“.

Ein Vorwurf, den auch Joachim Rockmann macht, der 1. Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Sachsen. Der radikale Bruch zwischen dem alten und neuen Vereinsvorstand in Laue sei problematisch. „Zumal es vor dem Bruch bereits Angebote gegeben hatte, die Arbeit der Tierheime in Laue und Leipzig zusammenzuführen.“ Besonders kritisch sieht Rockmann zudem das neue Engagement der Delitzscher Einrichtung in Rumänien. In Kooperation mit dem Verein ProDogRomania werden Hunde aus Osteuropa nach Laue gebracht. „Diese Einzeltierhilfe löst das Problem vor Ort nicht, sondern fördert die rumänischen Hundezuchtbetriebe. Und da fast ausschließlich sehr junge, leicht vermittelbare Hunde nach Deutschland gebracht werden, schwinden die Chancen für ältere oder kranke Tiere, die sich hier schon in den Heimen befinden.“ Der Deutsche Tierschutzbund teilte auf Nachfrage diese Sichtweise.

Die bisher für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Vize-Vereinschefin in Laue, Yvonne Braumann, wollte sich auf LVZ-Anfrage nicht äußern. Theodor Arnold warb im Stadtrat für Verständnis für das neue Standbein: „Wenn man wirtschaftlich gegen die Wand fährt, muss man eben Wege aus der Notlage suchen.“ Der Landesverband kündigte seinerseits Konsequenzen an: „Vereine, die Tiere aus dem Ausland holen, erhalten von uns keine finanzielle Unterstützung mehr“, sagte Joachim Rockmann.

Von Kay Würker

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