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Tino und Toni Grund aus Beuden lieben Deutsche Riesen und Zwergwidder

Kaninchenzucht Tino und Toni Grund aus Beuden lieben Deutsche Riesen und Zwergwidder

Beiden ist die Liebe zu Kaninchen gemein. Sohn Toni züchtet seit rund einem Jahr Zwergwidder und ist glücklich mit dieser kleinen Rasse. Vater Tino haben es die Deutschen Riesen angetan. Seit er 2004 in den Krostitzer Ortsteil Beuden gezogen ist, erfüllt er sich mit diesen Tieren einen Traum.

Vater und Sohn sind begeisterte Kaninchenzüchter, sie züchten allerdings unterschiedliche Rassen. Vater Tino Grund haben es die Deutschen Riesen gelb und seinem Sohn Toni die Zwergwidder blau-weiß angetan.

Quelle: Wolfgang Sens

Beuden. Hinter ihrem Einfamilienhaus im Krostitzer Ortsteil Beuden ist das Reich von Tino und Toni Grund. Beide sind Kaninchenzüchter aus Leidenschaft und beide sind mit diesen Vierbeinern großgeworden. „Schon mein Opa und mein Vater hatten Kaninchen. Und so ergab es sich, dass auch ich als Jugendlicher im Garten meiner Eltern Kaninchen der Rasse Kleinsilber (gelb) züchtete“, erzählt der Sparkassen-Betriebswirt Tino Grund, für den die Beschäftigung mit den Tieren und ihre Zucht ein willkommener Ausgleich zur beruflichen Tätigkeit sind. Doch fasziniert haben ihn eigentlich schon seit frühester Kindheit die Deutschen Riesen. „Aber zu Hause in Querfurt hatte ich nicht den Platz, diese Rasse zu halten.“ Erst als er 2004 mit seiner Familie nach Beuden gezogen war, sollte sich diese Möglichkeit ergeben. Auf dem Grundstück ist nun genügend Platz. „Hier habe ich auch sofort mit der Zucht der gelben Deutschen Riesen begonnen.“

Weltweit größte Rasse

Verliebt hat er sich in die Riesen, die auch als Königsrasse unter den Kaninchen gelten, wegen ihrer Größe. „Es ist eine majestätische und weltweit die größte Rasse. Ihr besonderes Merkmal sind ihre im Durchschnitt 20 Zentimeter langen Ohren, die sie aufrecht tragen. Nur die englischen Widder haben noch längere Ohren, können diese aber nicht aufrecht tragen, weil sie zu lang sind“, erklärt der Hobbyzüchter. Etwas Besonderes seiner Kaninchen ist auch die Farbe gelb. „Gelbe Riesen gab es in der ehemaligen DDR nicht. Deshalb musste ich mir die Tiere aus den alten Bundesländern organisieren. In Sachsen war ich dann der erste Züchter, der diese Tiere bei einer Schau ausgestellt hat.“ Und auf noch eine Besonderheit der Rasse weist er hin: „Es braucht vergleichsweise lange, ehe man sieht, ob ein Tier für die Zucht und Ausstellung geeignet ist.“ Der Deutsche Riese hat ein dichtes Fell und der gelbe Farbenschlag stammt von den grauen ab. „Deshalb kommt die graue Farbe im gelben Fell oft durch. Das soll nicht sein.“ Bis zu sechs Monate benötige es, bis sich die typischen Rassemerkmale klar herausbilden. „Selbst danach schleichen sich immer noch Fehler ein“, so der 47-jährige Vater von drei Kindern.

Schauen auf Kreis- bis Bundesebene

Zirka 50 Tiere hält er jährlich in seinen Ställen auf dem Grundstück. Aber nur rund acht Stück eignen sich, um auf Ausstellungen gute Bewertungen zu erzielen. Mit ihnen reist er zu Schauen auf Kreis- bis zur Bundesebene. Anspruch ist für ihn der Deutsche Meistertitel, den es für eine Zuchtgruppe von vier Tieren zu erlangen gibt. Das ist dem Beudener bisher noch nicht geglückt. Sein größter Erfolg war 2015, als eine seiner Häsinnen Bundessieger in der Rasse geworden ist.

Die Kaninchenzucht ist für Tino Grund das komplette Gegenteil zum Beruf. „Bei meinen Tieren komme ich runter und das Beschäftigen mit ihnen entspannt. Die schönste Zeit ist, wenn die Jungtiere aus dem Nest kommen. Wenn sie gut gedeihen, freue ich mich“, so der Vorsitzende des Kaninchenzuchtvereins Krostitz und Umgebung S 281. Die Liebe zum Tier bezeichnet er als Voraussetzung für dieses Hobby. Und man müsse sich mit den Tieren beschäftigen, sie trainieren, Freilauf gewährleisten, damit sie die Scheu verlieren und sich während der Schaubewertung von ihrer besten Seite zeigen.

Neben Kenntnissen der Vererbungslehre und Wissen zur Rasse benötige ein Züchter auch ein gewisses Händchen zum Füttern. Jedes Tier müsse dabei anders behandelt werden, denn Verdauungskrankheiten sind für Kaninchen die größte Gefahr. „Ein guter Züchter sieht, ob es einem Tier gut geht oder nicht. Andererseits benötigt er Durchhaltevermögen, denn gerade wegen Verdauungsproblemen verliert man schnell Tiere.“

Gegenpart zur Medienwelt

Sich jeden Tag um die Tiere zu kümmern, das hat Tino Grund seinem Sohn als Bedingung mit auf den Weg gegeben, als dieser sich vor rund einem Jahr entschloss, dem Vater nachzueifern. „Toni trägt die Hauptverantwortung für seine Tiere, wobei ich ihn in allen Dingen unterstütze.“ Dem Vater ist es wichtig, dass sein Sohn einen Gegenpart zur modernen Medienwelt hat, in der der 14-Jährige wie andere Kinder und Jugendliche heute unterwegs ist. Dabei ist Toni vielfältig interessiert. Der Gymnasiast vom Geschwister-Scholl-Gymnasium Taucha hat nämlich noch andere Hobbys, die er gleichwertig einstuft. So schwingt er mit dem Florett im Fechtklub Schkeuditz eine feine Klinge, trifft sich mit Klassenkameraden regelmäßig in einem Tanzkreis, fährt gern Fahrrad und Ski und hat auch eine Liebe fürs Bogenschießen. „Alles macht gleich viel Spaß“, sagt er.

Bewusst hat sich Toni bei der Kaninchenzucht für eine andere Rasse entschieden als sein Vater. „Mit den Riesen habe ich es mal versucht, war aber nicht mein Ding. Die machen zu viel Arbeit“, erzählt er. Auf dem Titelbild einer Kaninchenzeitschrift entdeckte er etwas später einen Zwergwidder blau-weiß. „Das war Liebe auf den ersten Blick. Ich finde die kleineren Kaninchen toll. Die kann ich besser rausnehmen und auch mal knuddeln.“ Im vergangenen Jahr begann er dann mit einem Paar die Zwergwidder-Zucht und wagte sich Ende des Jahres erstmals auf eine Ausstellung. Zuvor hatte er im Herbst an einer Tischbewertung des Vereins teilgenommen. Dabei geben Preisrichter Tipps und beurteilen die Chancen der vorgestellten Tiere für die kommende Ausstellungssaison.

Sechs Tiere

Derzeit besitzt Toni sechs Tiere. Er möchte nicht so viele wie sein Vater halten. Sechs gute Tiere für die Ausstellung reichen ihm. Ihm gehe es um die Kaninchen. Täglich eine halbe Stunde verbringt er mit ihnen und am Wochenende auch zwei, wenn es ans Ausmisten der Ställe geht. Meist macht er das gemeinsam mit seinem Vater. Beide verpassen dann schon mal den Zeitpunkt fürs Mittagessen und lassen den Rest der Familie mit dem Essen warten. „Aber beim Aufräumen kann ich nicht einfach alles stehen und liegen lassen“, erklärt der Nachwuchszüchter. Von seinem Vater, der ihn kritisch begleitet, hat er gelernt, dass im Hasenstall alles picobello sein muss. Sauberkeit im Stall gehört genauso zu diesem Hobby wie täglich, bei Wind und Wetter, die Tiere zu versorgen. Diese Arbeit macht Toni aber gern und von sich aus. Unter Schulkameraden ist sein Kaninchenhobby kein Thema. Wenn er deshalb mal belächelt wird, „gibt es einen dummen Spruch zurück“, zeigt der 14-Jährige Selbstbewusstsein.

Schwer zu züchtende Rasse

Wissensvermittlung und fachlicher Austausch finden im Verein statt. Beispielsweise mit Florian Dietze, der Mecklenburger Schecken züchtet, die ähnliche Zeichnungsmerkmale aufweisen wie Tonis Zwergwidder. Eine Züchterfreundschaft pflegt Toni auch mit Patricia Weila aus Benndorf bei Delitzsch. Die 23-jährige Studentin holte bei der Bundesschau 2017 in Leipzig mit ihren Schwarzgrannen-Rex-Kaninchen den Titel Deutscher Meister. Sie brachte Toni seine ersten Tiere 2016 von der Bundesrammlerschau in Erfurt mit.

Mit den Zwergwiddern hat sich Toni wegen den komplizierten Zeichnungen im Fell eine schwer zu züchtende Rasse ausgesucht. „Der weiße Fleck auf dem Kopf ist ein Rassemerkmal, das nur wenige Tieren erfüllen. Drei von sechs eignen sich nicht“, sagt Toni. Anfangs sei es auch schwer gewesen, Tiere zu finden. „Wir haben recherchiert und sind in Niedersachsen fündig geworden“, ergänzt sein Vater. Ungeeignete Tiere gibt Toni weg, geschlachtet werden sie nicht. Seinen Tieren gibt der Gymnasiast auch Namen. So hat er ein Kaninchen wegen seines kräftigen Körperbaus „Fluffy“ getauft und ein anderes wegen seines großen Kopfes „Nischel“ genannt.

Tonis Ziel ist es zunächst, bei einer Schau einen 2. oder 3. Platz mit seinen Tieren zu erringen. „Jetzt geht es aber erst einmal darum, mit dem neuen Rammler, welchen sich Toni bei der Bundesschau in Leipzig gekauft hat, die Zucht einen weiteren Schritt nach vorn zu bringen“, gibt Vater Tino die Richtung vor, denn beide wollen in diesem Zuchtjahr bei der Bundesrammlerschau in Halle sowie bei der Europaschau in Dänemark dabei sein.

Von Thomas Steingen

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