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Trauerspiel um Trauerhalle: Ortschaftsrat Laue setzt sich für zeitweisen Erhalt ein

"Charme einer Garage" Trauerspiel um Trauerhalle: Ortschaftsrat Laue setzt sich für zeitweisen Erhalt ein

Verschwunden sind in etlichen Dörfern längst schon die vor mehr als 50 Jahren in der DDR etablierten Trauerhallen. Der kleine Delitzscher Ortsteil Laue ist einer, das sich solch eine Einrichtung noch leisten mag, die Trauerfeier im nicht-kirchlichen Rahmen ohne Gebühr bietet. Doch wie lange geht das noch?

Ort der Trauer: in Laue ist ein Zwist um die Zukunft der Trauerhalle entbrannt. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Laue. Keine Zukunftsperspektive sieht Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) für das Modell in Laue. „Das ist mehr oder weniger eine größere Garage, das hat mit Würde wenig zu tun“, schildert er seinen Eindruck von der Trauerhalle. Doch in Laue hängt man daran. Das Trauerspiel um die Trauerhalle in Garagenanmutung birgt im Ortsteil so den Zwist zwischen Atheisten und Kirchgängern – die einen wollen die Halle erhalten, die anderen fürchten um die Bausubstanz des Gotteshauses und Geld, das lieber dort investiert werden sollte. Deutlich zeichnen sich an der Kirche Risse ab, die Substanz verfällt zusehends und merklich. „Der Baugrund der Kirche ist in Gefahr“, erklärt Wilde. „Sie droht uns wegzurutschen. Wenn wir nichts tun, ist sie in fünf Jahren weg.“

Bauliche Mängel, unter anderem am Dach und der Fassade, machen nach Sicht vieler Bürger aber auch eine Sanierung der Trauerhalle nötig – als Ort der Trauer für all jene, die mit Kirche nichts am Hut haben. In Laue können auch nicht kirchlich gebundene Bürger die Kirche für die Trauerfeier nutzen. Der Schenkenberger Gemeindekirchenrat folgte bereits kurz nach der Wende dem Ansinnen von Pfarrer Matthias Taatz und ließ weltliche Bestattungen in der Kirche zu. Taatz hatte zuvor erlebt, dass ein Anbau an der Kirche, der gerade noch Platz für den Sarg bot, für die Aufbahrung diente und eine Trauergesellschaft draußen im Regen stehen sehen. Das habe mit Nächstenliebe nichts zu tun, weshalb er die Kirche für weltliche Trauerfeiern öffnete.

Auch in Laue ist das möglich – allerdings gegen eine Gebühr von derzeit 150 Euro, an der sich einige stoßen und weiterhin die Wahl haben wollen zwischen beiden Objekten. Diese Wahl zu erhalten geht mächtig ins Geld: „Die Sanierung der Trauerhalle würde so zwischen 25.000 und 30.000 Euro kosten“, schätzte Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) jüngst im Ortschaftsrat. Das sei Geld, das Kommune und Kirche auch in die Kirche stecken könnten. Schließlich wird vermutet, dass der Grundwasseranstieg für die Schäden verantwortlich ist – eine Baugrunduntersuchung ist in die Wege geleitet. Wie teuer die Sanierung werden würde, ist noch nicht abzuschätzen. Je nach Ergebnis ist es aber möglich, den Bergbausanierer LMBV finanziell zu beteiligen.

Nach zähem Ringen im Ortschaftsrat konnte nun ein Kompromiss erreicht werden: Für den kosmetischen Erhalt gibt die Stadt ein paar Euro für die Trauerhalle, eine große Erhaltungsmaßnahme soll es nicht geben. Dies diene auch dazu, einen Raum vorzuhalten, falls die Kirche bald saniert wird und dann mal nicht zur Verfügung steht. Dann könne man ja weitersehen, das Ende sei offen. Die Haltung aber klar: Das Erhalten der Kirche sei das zukunftsträchtigere Modell, so Wilde. „Wir sollten nicht zwei Dinge halb machen, sondern eins richtig.“ Und da sieht sich die Verwaltung in der Pflicht, sich um die Kirchen als kulturhistorische Denkmäler zu kümmern.

Christine Jacob

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