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Delitzsch Tür zum Standesamt im Delitzscher Schloss erhält barocke Farbgebung zurück
Region Delitzsch Tür zum Standesamt im Delitzscher Schloss erhält barocke Farbgebung zurück
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05:00 09.11.2017
Museumsleiter Jürgen Geisler zeigt auf die Stelle an der Tür, wo die unterschiedlichen Farbgebungen mithilfe eines Suchschnittes zum Vorschein gekommen sind. Quelle: Thomas Steingen
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Delitzsch

Wer das Foyer des Barockschlosses Delitzsch betritt, gelangt linkerseits durch eine braun gestrichene alte Tür mit Fenster ins Standesamt. In der Farbgebung passt sich diese Tür dem Ambiente des Eingangsbereiches an. Betrachtet der Besucher die Tür näher, wird er feststellen, dass über die Jahre mehrere Farbschichten aufgetragen worden sind. So ist nicht sofort wahrzunehmen, dass es sich um eine sehr alte Tür handelt. Künftig soll sie aber wieder im barocken Glanz erstrahlen, denn sie wird noch in diesem Jahr restauriert.

Wie Museumsleiter Jürgen Geisler berichtet, gab es einst im Foyer links und rechts zwei fast baugleiche Türen. Die auf der rechten Seite ist im Zuge der 1992 begonnenen Sanierung des Schlosses in die Beletage des früheren Damenschlosses versetzt worden. Sie verbindet heute den Barocksaal mit dem Treppenhaus im Turm. Im Unterschied zur Standesamttür besitzt sie aber kein Fenster. Das Fenster in der Tür im Foyer ist in einer späteren Epoche eingebaut worden, als das Schloss Frauengefängnis und Gerichtssitz war.

Schlossherrin lässt alle Türen bemalen

Fast alle Türen im Schloss sind etwas ganz Besonderes. Denn als 1692 das Schloss Herzoginsitz wurde, ließ die Hausherrin alle Türen bemalen. „In ihrem Wohnbereich sehr geschmackvoll und in untergeordneten Bereichen schlichter“, erklärt Museumsleiter Jürgen Geisler. So tragen die bemalten einflügligen Türen aus dem späten 17. Jahrhundert im ersten Obergeschoss Architekturmotive, Ornamente und sinnbildliche Darstellungen. Diese wurden bei den Restaurierungen freigelegt und sind seit Jahren zu besichtigen. Auch die versetzte Tür aus dem Foyer ist bereits restauriert worden. Sie zeigt eine schlichte barocke Bemalung in beige bis brauen Tönen mit Licht- und Schattenstrich. „Deshalb vermuten wir, dass auch die Tür zum Standesamt noch diese barocke Formsprache aufweist. Ein Suchschnitt an ihr bestätigt diese Vermutung. Daher ist eine Leisniger Firma beauftragt worden, die 300 Jahre alten Darstellungen wieder hervorzuzaubern. Das nachträglich eingebaute Fenster soll dabei erhalten bleiben, denn „es dokumentiert die Nutzung des Schlosses in einer späteren Zeit “, so Geisler weiter.

Die Restaurierungskosten belaufen sich auf rund 6000 Euro, von denen 30 Prozent der Kulturraum Leipziger Raum fördert. Zirka vier bis sechs Wochen soll die Restaurierung in der Leisniger Werkstatt dauern.

Von Thomas Steingen

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