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Delitzsch Über 1200 Temposünden in Delitzsch
Region Delitzsch Über 1200 Temposünden in Delitzsch
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00:32 05.05.2018
Wer am Delitzscher Jugendhaus zu sehr auf das Gas tritt, muss mit einem Blitzerfoto rechnen. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Fast 200 Stunden Messungen allein zwischen Oktober und März, rund 27 000 Fahrzeuge auf dem Radar, in der Summe 1263 Verfahren – das Thema Geschwindigkeitsmessung wird in Delitzsch ziemlich ernst genommen. Die Großen Kreisstädte in Nordsachsen müssen das Blitzen nicht allein Landratsamt und Polizei überlassen, sondern dürfen selbst ihre Technik am Straßenrand aufbauen. Die Stadtverwaltung schaffte in diesem Zusammenhang Anfang 2012 sogar ein eigenes 60 000 Euro teures Messgerät an, verstärkte damit unter anderem die Präsenz vor Schulen und Kitas.

Überwachung an Schwerpunkten

Zudem wird an Unfallschwerpunkten, in Tempo-30-Zonen und nach Bürgerhinweisen „geblitzt“. Auf die Jagd nach Temposündern wird meist dort gegangen, wo ein laut Behörde „besonders schutzwürdiger Personenkreis” am Verkehr teilnimmt. So wurden also besonders Messorte im Umfeld von Behinderten, Kindern und Senioren überwacht. Regelmäßig baut das Ordnungsamt zum Beispiel in der Richard-Wagner-Straße nahe der Behindertenwerkstatt auf, kontrolliert die Schulwege und am Jugendzentrum in der Sachsenstraße. Und gerade dort wird nach wie vor oft zu schnell gefahren, scheint die Erziehung nur wenig zu fruchten.

Auf Schulwegen zu schnell

Prozentual gesehen im Verhältnis von erfassten Fahrzeugen zu Anzahl der Überschreitungen kristallisierten sich die Dübener Straße als Schulweg, die Tempo-30-Zone in der Sachsenstraße, die Werbener Straße in Höhe des Wohngebiets Sandmark und das Rosental als Temposündertrassen heraus. Hier fuhren nach Bilanz der Verwaltung rund 17 bis rund 30 Prozent der Fahrzeuge zu schnell. An der Sandmark, wo schon lange für bessere Sicherheit um Lückenschluss des fehlenden Fußweges gerungen wird, waren einzelne Autofahrer sogar 40 Sachen zu schnell unterwegs. Auch in der Sachsenstraße konnte ein Fahrer den Fuß wohl nicht vom Gas lassen und war bei erlaubten 30 Stundenkilometern fast 40 zu schnell unterwegs. Auf dem Schulweg in der Halleschen Straße sind immer wieder Fahrzeuge mit um die 50 statt der erlaubten 30 Stundenkilometer negativ aufgefallen. „Von den Messungen bei Institutionen mit gefährdeten Personenkreisen stechen die Dübener Straße mit rund 22 Prozent Überschreitungen, die Richard-Wagner-Straße mit rund zwölf und die August-Bebel-Straße mit rund zehn Prozent heraus“, bilanziert das Ordnungsamt, also wieder Schulwege und das Behindertenzentrum. Insgesamt bleiben die meisten der mehr als 1200 Temposünder im Bereich von 10 oder 15 km/h zu viel. 15 Fahrzeuge waren im gesamten Kontrollgebiet 30 oder gar 40 Stundenkilometer zu schnell. 1222 Verwarngeld- und 41 Bußgeldverfahren mussten angestrengt werden.

Hier wird oft kontrolliert

Richard-Wagner-Straße, am Behindertenzentrum

Dübener Straße, Schwerpunkt Schulweg und Zufahrtsstraße

Sachsenstraße, am Jugendhaus Yoz und in der 30er-Zone

Hallesche Straße, Schwerpunkt Schulweg

B 183 a am Gewerbepark und der Bushaltestelle nahe des Asylbewerberheims

B 184, Höhe Kläranlage, hier ist eine Querung von Rad- und Gehweg

K 7442 Abzweig Zschepen/Döbernitz, es gibt häufig Unfälle

Bitterfelder Straße, Zufahrtsstraße

Eilenburger Chaussee, Gartenanlage

Zudem wird nach Bürgerhinweisen aufgebaut, zwischen Oktober und März unter anderem in der Marienstraße, der Paupitzscher Straße im Ortsteil Benndorf, in der Langen Straße Selben und am Rosental.

Diese im Schnitt 1000 Verfahren müssen meistens pro Halbjahr eingeleitet werden, etwa 30 000 Euro an Verwarn- und Bußgeldern können zusammenkommen. Dabei soll es aber bei der Geschwindigkeitsüberwachung nicht ums Geld, sondern um Sicherheit und Ordnung gehen. Übrigens: So richtig geblitzt wird vom Delitzscher Ordnungsamt nicht – die Kamera der Anlage mit dem Titel „Leivtec XV3“ ist so lichtempfindlich, dass Autofahrer erwischt werden, ohne sie wirklich blitzen zu müssen. Mancher Autofahrer merkt es mitunter erst, wenn der Bescheid kommt, dass er erfasst wurde.

Von Christine Jacob

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