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Übergangsheim in Reibitz wird geräumt

Flüchtlinge Übergangsheim in Reibitz wird geräumt

Für die Landkreisverwaltung Nordsachsen war es Plan B, als sie Ende vergangenen Jahres das Reibitzer Schullandheim als Flüchtlingsunterkunft einrichtete. Ende März wird es wieder geräumt. An diesem Termin halten alle Beteiligten fest. LVZ hatte Gelegenheit, sich das Heim anzuschauen.

Diese fünf Marokkaner gehören zu den derzeit 36 Flüchtlingen, die noch in Reibtz betreut werden.

Quelle: Wolfgang Sens

Reibitz. Für die Landkreisverwaltung Nordsachsen war es Plan B, als sie Ende vergangenen Jahres das Reibitzer Schullandheim als Flüchtlingsunterkunft einrichtete. Es war der Mangel an Alternativen, der zu dieser Entscheidung führte und zu der Ordnungsdezernentin Angelika Stoye auch heute noch steht. Sie hatte zudem angekündigt, die Einrichtung, die dem Landkreis gehört und vom Eigenbetrieb Bildungsstätten betrieben wird, Ende März wieder zu räumen. An diesem Termin halten alle Beteiligten fest. LVZ hatte dieser Tage Gelegenheit, sich das Heim anzuschauen.

Bewacht wird das Gelände von einer Sicherheitsfirma. Besucher haben es schwer, Zutritt zu bekommen. Das gelingt nur mit vorheriger Anmeldung und Genehmigung. Gleich am Eingang steht ein Postenhäuschen. Registriert wird hier, wer ins Heim kommt und wer es verlässt. Auf dem Platz zwischen den Unterkunftsblöcken und den Versorgungseinrichtungen unterhalten sich junge Männer, nehmen natürlich Notiz von den Besuchern, sie grüßen freundlich – auf deutsch. Die meisten gehen danach aber auf ihre Zimmer. Kontakt wird offenbar nicht gesucht. Roman Becker, Sachgebietsleiter Migration im Ordnungsamt der Landkreisverwaltung, ist stets an der Seite des Reporters, beantwortet bereitwillig Fragen. So wurde die Gesamtkapazität der vorhandenen 102 Plätze bislang nie ausgeschöpft. Nach seinen Angaben gab es maximal 82 Belegungen. „Und die Zahlen gehen weiter zurück, weil wir dabei sind, das Heim zu räumen. Momentan haben wir hier 36 Flüchtlinge. Darunter sind dreizehn Marokkaner, elf Iraker, sechs Afghanen und sechs Libyer.“

Die jungen Männer sind alle im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. Noch eine Woche zuvor war eine große Gruppe Syrier in Reibitz. Sie ist mittlerweile in Einrichtungen in Taucha untergekommen.

Beim Auszug sind die Flüchtlinge selbst dafür verantwortlich, die Räume in einem ordentlichen und sauberen Zustand zu hinterlassen. Wie Roman Becker berichtete, stellt der Betreiber, der DRK-Kreisverband Delitzsch, ausreichend Reinigungsmittel zur Verfügung. Problematisch sei lediglich die Mülltrennung. Die kennen die Flüchtlinge offenbar nicht. Mit Bildern und in arabischer Schrift wird beschrieben, was zu tun ist. Die Tafeln hängen an jedem Eingang zu den Unterkünften. Wie es in den bewohnten Räumen aussieht, bleibt Besuchern verwehrt. Wie es hieß, pochen die Flüchtlinge strickt auf ihre Privatsphäre. Meist wird versucht, die Nationen separat unterzubringen, oft gelingt es.

Gezeigt wird lediglich ein Raum, der bis vor kurzem noch belegt war. Nichts ist kaputt, die Doppelstockbetten sind in Ordnung, lediglich ein neuer Anstrich täte den Räumen gut. „Bei dieser intensiven Nutzung bleibt das einfach nicht aus“, sagte Becker.

Es gab vor dem Einzug der Flüchtlinge keine baulichen Veränderungen.Die ohnehin geplante Kläranlage wurde installiert und in Betrieb genommen. „Lediglich ein zusätzlicher Duschcontainer war nötig, um die vorhandenen sanitären Einrichtungen zu erweitern“, stellte Sachgebietsleiter Becker fest.

Für die Esseneinnahme stehen Flüchtlingen extra eingerichtete Räume zur Verfügung, in denen sie ganztägig auch mit Getränken versorgt werden, aber auch im Fernsehgerät einheimische Sendungen verfolgen können. Das werde sehr intensiv genutzt. Bei einer Essenausgabe dabei zu sein, wird von der beauftragte Firma abgelehnt. Auch dürfe ihr Name nicht genannt werden.

Montag bis Freitag wurden jeweils Deutschkurse für die Bewohner angeboten. Becker sprach von einer guten Resonanz und großem Interesse. Allerdings fehlt es an Lehrern. Auf dem Gelände des Schullandheimes können sich die Flüchtlinge frei bewegen. Zudem wurde ihnen angeboten, in der ehemaligen Sporthalle der Mittelschule Fußball zu spielen. Der normale Schullandheimbetrieb kann ohne größerer Baumaßnahmen wieder starten.

Von Ditmar Wohlgemuth

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