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Delitzsch Ultra-Anhänger randalieren in Delitzsch unter der Flagge des FC Eilenburg
Region Delitzsch Ultra-Anhänger randalieren in Delitzsch unter der Flagge des FC Eilenburg
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19:14 28.12.2009

. Diese Geste blieb am Sonntagabend aus. Denn knapp 50 vermeintliche Anhänger hatten dem Landesligisten am Ende des Turniers im Delitzscher Kultur- und Sportzentrum den erneuten Triumph mit Randalen gründlich versalzen. Anhänger, von denen die wenigsten aus Eilenburg stammen.

„Schon vor dem Turnierstart hatte die Polizei eine Reihe von Fans aus Richtung Eilenburg angekündigt, die mit Feuerwerkskörpern, zerbrochenen Flaschen und Radau auf sich aufmerksam machten“, sagte Manfred Otto, der Vorsitzende des Delitzscher Fußballverbandes (DFV) und Hauptorganisator der 13. Auflage des Hallen-Turniers. Um unnötige Spannung im Vorfeld des sportlichen Vergleichs zu vermeiden, gewährte der Sicherheitsdienst den größtenteils schwarz gekleideten Anhängern Eintritt. Das sollte zunächst ohne Folgen bleiben. Doch im Laufe der Endrunde machte die der sogenannten Ultra-Szene angehörende 50-köpfige Gruppe mit provokativen Gesängen auf sich aufmerksam. Die Texte ließen zunächst auf die Zugehörigkeit zum späteren Turniersieger schließen. Wie sich gestern in Eilenburger Kreisen jedoch herausstellte, sollen die radikalen Fans nur bedingt mit dem Traditionsklub zu tun haben. Einige waren aus Halle und Magdeburg angereist. Unter ihnen werden nach Informationen der Kreiszeitung mehrere polizeibekannte Rechtsradikale vermutet.

Im Finale zwischen dem FSV Krostitz und dem FCE kam es schließlich zu Ausschreitungen. Ein Teil der stark alkoholisierten Anhänger riss sieben Sitze aus der Verankerung und warf sie von den oberen Rängen auf das Parkett. Schaden: 500 Euro. Als die Eilenburger Spieler Daniel Bernhardt und Mirko Dietrich schlichtend einschritten, wurden sie beschimpft und bedroht. Dietrich sprach die von ihm trainierten anwesenden B-Jugend-Kicker, die seit Kurzem zur Eilenburger Ultra-Szene gehören, vom Vorwurf der Randale frei. „Für meine Jungs lege ich die Hand ins Feuer“, sagte der 25-Jährige am Montag.

FCE-Trainer Carsten Hänsel sowie Vize-Präsident Steffen Tänzer bedauerten die Vorfälle. Der Verein, dem die Kosten wohl in Rechnung gestellt werden, will nun seinen Teil zur Aufklärung beitragen. „So etwas darf nicht passieren und vor allem nicht verharmlost werden“, sagte Tänzer. Er betonte jedoch, dass vermeintlich Beteiligte nicht vorzeitig verurteilt werden dürften. Auf der nächsten Sitzung des Vorstands am Montag sollen die Ereignisse vom 27. Dezember auf die Tagesordnung. „Wenn Mitglieder unseres Vereins beteiligt waren, werden wir das nicht tolerieren. Kriminelle haben in unseren Reihen nichts zu suchen“, stellte Tänzer klar.

DFV-Chef Otto zeigte sich gestern bestürzt: „Der Fußball braucht Unterstützung von den Rängen. Wer aber randalieren will, hat in Sportstätten nichts zu suchen. Solche Fans brauchen wir nicht.“ Das Turnier an sich wertete er dennoch als Erfolg. „Wir haben tolle Spiele mit einem verdienten Sieger gesehen“, sagte er.

Von den sportlichen Ereignissen des Ur-Krostitzer-Cups lesen Sie am 29. Dezember auf Seite 21 ihrer Delitzsch-Eilenburger Kreiszeitung.

Daniel Kaiser

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