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Delitzsch Umweltamt Nordsachsen überwacht Rückbau und untersucht Proben
Region Delitzsch Umweltamt Nordsachsen überwacht Rückbau und untersucht Proben
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00:32 15.03.2018
Das ehemalige Biomassekraftwerk in Delitzsch in der Fabrikstraße. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Die Landkreisverwaltung Nordsachsen hat derzeit keine Anhaltspunkte dafür, dass vom Gelände des Biomassekraftwerkes in der Fabrikstraße in Delitzsch eine Gefahr für die Umgebung ausgeht. Sie schließt den auf dem Gelände befindlichen Schlackeberg mit ein. „Das Umweltamt hat hierzu diverse Untersuchungen vorgenommen beziehungsweise durch beauftragte Büros vornehmen lassen“, teilte auf Anfrage dieser Zeitung Umweltdezernent Eckhard Rexroth mit. Untersucht seien unter anderem die Rost-und Kesselasche des „Schlackeberges“, das Oberflächenwasser und das Grundwasser seien beprobt und analysiert worden, ebenso das Abwasser im Sedimentationsbecken.

Vertragliche Regelungen

Der Kraftwerkstandort muss bereits die dritte Insolvenz über sich ergehen lassen. Im Zuge dessen sei ein öffentlich-rechtlicher Vertrag mit dem Insolvenzverwalter über das Vermögen der GOAZ Energy GmbH, Rechtsanwalt Philipp Hackländer, und dem Landkreis Nordsachsen im Oktober 2017 unterzeichnet worden. Wie Rexroth mitteilte, wurde der Vertrag in wesentlichen Teilen erst am 1. November 2017 wirksam. Rechtsanwalt Hackländer hatte zuvor noch die Zustimmung der Gläubigerversammlung einholen müssen, hieß die Begründung. In Folge des Vertrages hat der Insolvenzverwalter jene Kosten dem Landkreis erstattet, die er zuvor für die Untersuchung des Kraftwerksgeländes hinsichtlich etwaiger Gefahren aufgewendet hatte. Zudem hat er sich vertraglich verpflichtet, Sicherungs- und Überwachungsmaßnahmen durchzuführen. Dazu zähle auch die Kontrolle von Lagerbehältern und Anlagen zum Umgang mit wassergefährlichen Stoffen. Auch die Kontrolle des Verschlusses der drei Brunnen auf dem Gelände ist erfasst.

Insolvenzmasse reicht nicht

Der Insolvenzverwalter hat offensichtlich ein Geldproblem. Die Insolvenzmasse reicht gegenwärtig nicht aus, um einen umweltkonformen Zustand des Geländes herzustellen. Im Vertrag wird ihm jedoch auferlegt, die notwendigen finanziellen Mittel zu generieren. „Dies war die einzige Möglichkeit, zu verhindern, dass der Insolvenzverwalter die sogenannte Masseunzulänglichkeit anzeigt“, erklärte der Dezernent.

Fremdfirma beauftragt

Derzeit ist eine Fremdfirma mit Demontagearbeiten (wir berichteten) beauftragt. Verwertbares Kraftwerkszubehör, vor allem das Betriebsgrundstück, soll zu Geld gemacht werden. Wie die Landkreisverwaltung weiter mitteilt, suche der Insolvenzverwalter weiter nach Investoren, die bereit sind, das Grundstück für eigene Investitionen zu erwerben. „Hilfreich dabei wäre es, wenn die Stadt Delitzsch die im Außenbereich liegenden Teile des Betriebsgrundstückes durch Erlass eines Bebauungsplanes einer gewerblichen Nutzung zugänglich machen würden. Dazu ist derzeit keine Bereitschaft erkennbar“, machte Eckhard Rexroth deutlich.

Sperrmüll abgeholt

Das Umwelt kontrolliert die Rückbauarbeiten, hieß es aus der Behörde. Zudem sehe der Vertrag mit dem Insolvenzverwalter vor, dass dieser regelmäßig über den aktuellen Stand informiere.

Bislang sei nur der auf dem Gelände gelagerte Sperrmüll von Lieferanten abgeholt worden. Die Stadtverwaltung hatte wiederholt auf die Brandgefahr hingewiesen, die von dem gelagerten Material ausgeht.

Entsorgung kostet Millionen Euro

Das noch auf dem Gelände befindliche Holzmaterial ist ein bereits konditionierter Ersatzstoff, informierte das Landratsamt. Der hätte noch einen „gewissen, wenn auch geringen Wert“. Der Insolvenzverwalter versuche deshalb, die Holzmaterialien an Energieerzeuger zu veräußern, um mit dem Erlös die Insolvenzmasse zu erhöhen.

Die fachgerechte Deponierung der Abfälle auf dem Gelände des BDK wird Schätzungen zufolge bis zu 2,5 Millionen Euro kosten.

Von Ditmar Wohlgemuth

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