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Delitzsch Umzug bewegt ein ganzes Dorf
Region Delitzsch Umzug bewegt ein ganzes Dorf
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16:26 02.09.2013
Die Feuerwehrtechnik des 20. Jahrhunderts rollt durch die Bitterfelder Straße. Quelle: Ilka Fischer

In 42 Einzelbildern und mit weit über 100 Mitwirkenden stellen die Löbnitzer, unterstützt vom Spielmannszug der Feuerwehr Audenhain und den Schenkenberger Blasmusikern, die 125-jährige Geschichte ihrer Wehr dar.

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Löbnitz. Es ist ein seltenes Duett: Pauke und Martinshorn geben am Sonnabendnachmittag in Löbnitz gemeinsam den Ton beim gut einstündigen Festumzug anlässlich des Jubiläums der Löbnitzer Wehr an.
Ganz früh dran ist Andreas Bechtloff in einer Uniform, wie man sie zur Gründung 1888 trug. "Ich bin zwar schon seit 28 Jahren Feuerwehrmann, aber am Anfang war ich dann doch noch nicht dabei", erklärt er mit einem Schmunzeln der Presse aber doch lieber, um eventuellen Verwechslungen vorzubeugen. Eine Handpumpspritze, die aus dem Sausedlitzer Bestand kommt, führt er mit. Dass die nicht mehr zum Einsatz kommt, hänge aber, so Silvio Spadt, nur damit zusammen, "dass die keinen Tüv mehr bekommt". Er selbst steckt in einer Ausgehuniform von 1980 und ist damit viel moderner. Doch so richtig glücklich wirkt er dennoch nicht. "In dem Filzstoff schwitzt man ganz schön" findet er, der sich gut 200 Meter hinter seinen Kameraden einreiht. Und zwischen 1888 und 1980, so können es die zahlreichen Passanten, die entlang der Dübener Straße, am Zschernweg, in der Bitterfelder Straße und Parkstraße bis zum Reitstadion den Umzug verfolgen, da passierte schon eine Menge.

Mike Hetzger, der bei den Löbnitzern in Sachen Historie den Feuerwehrhut oder besser -helm auf hat, begrüßt am Sonnabend unter anderem Janett Wand mit den Worten: "Hallo, Du stellst den Großbrand 1913 dar."

Als ehemalige Feuerwehrfrau, die bis heute ehrenamtlich mitwirkt, ist es für die Löbnitzerin eine Selbstverständlichkeit, beim Umzug mitzumischen. "Die Frauen mussten ja früher mit den Wassereimern los." Und so hatte die Dorfbewohnerin nicht nur Kleidung von anno dazumal vorgekramt, sondern sich auch ein Wassereimerpaar geschnappt. Der Großbrand, bei dem 1913 ein Kuhstall bis auf die Mauern niederbrannte, hat auch die Handwerker unter den Kameraden gefordert. "Das Haus beziehungsweise den Rest haben wir nämlich mit altem Baumaterial selbst gemauert", erzählt Matthias Ruppert. Und wie damals eilen auch beim Umzug Bäcker, Schäfer, Knecht und Zimmerer zum Helfen herbei. Letzterer wurde übrigens von Eberhard Winkler dargestellt. "Ich bin auch im richtigen Leben Zimmerer", so der Ex-Löbnitzer,der jetzt in Rödgen wohnt. "Doch den Umzug lasse ich mir nicht entgehen." Das gilt auch für Peter Herrmann, der zwar demnächst wegzieht. Doch "die Musikkapelle, dargestellt mit Puppen und Instrumenten, fahre ich noch".

Sehr aufmerksam dürften die Einwohner neben alter Technik, die auch im Pferdegespann angekarrt wurde oder Feuerwehrleuten, die mit dem SR-2-Roller anknatterten, den Hochwasserwagen samt Sandsackfuhre angeschaut haben. Was es mit der angehängten Dieselpumpe auf sich hat, das wissen viele Löbnitzer. Matthias Ruppert erklärt: "Die haben wir noch im Juni montiert und sie war dann in fast allen betroffenen Löbnitzer Häusern im Einsatz.

@Weitere Fotos vom Feuerwehrumzug und vom Parkfest in Löbnitz gibt es unter www.lvz-online.de/delitzsch

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.09.2013

Ilka Fischer

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