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Unfallquelle auf der B2 bei Wölkau: Bürger fordern eine Abbiegespur

Straßenverkehr Unfallquelle auf der B2 bei Wölkau: Bürger fordern eine Abbiegespur

Immer wieder kracht es am B 2-Abzweig in Wölkau, sorgen sich die Menschen um die Sicherheit. Im Internet werden nun Rufe nach einer Abbiegespur oder anderen Lösungen laut. Auch in Rackwitz wird seit Längerem auf einen Kreuzungsausbau an der B 2 gewartet.

Auch der Unfall im Februar machte deutlich, dass Abbiegen Richtung Wölkau riskant sein kann.

Quelle: Thomas Steingen

Wölkau/Rackwitz. Immer wieder gibt es am Abzweig Wölkau der Bundesstraße 2 zwischen Krostitz und Bad Düben Unfälle. Mindestens einmal im Jahr „erwischt“ es dort jemanden. Vor allem beim Linksabbiegen, aber auch beim Rechtsabbiegen gen Schönwölkauer Ortsteil wird es haarig auf der Bundesstraße – denn es gibt keine Abbiegespur. Ans Tempolimit 70 hält sich kaum einer. Im Frühjahr 2012 wurde ein Motorradfahrer getötet. Auch der Schönwölkauer Bürgermeister Volker Tiefensee (CDU) hatte hier schon einen Unfall. Nach dem letzten Crash Ende Februar appellierte er, doch mal über eine Abbiegespur nachzudenken. Auch im Internet mehren sich die Stimmen, hier endlich aktiv zu werden und etwas für die Sicherheit zu tun. Am besten mit einer Abbiegespur. Oder einem noch verschärfteren Tempolimit. „Zwei Abbiegespuren werden uns einige Verletzte und Tote an der Kreuzung ersparen“, meint zum Beispiel der Gemeinderat Uwe Försterling (CDU).

Die Chancen allerdings stehen schlecht. „Einen Unfallschwerpunkt haben wir an diesem Knoten gegenwärtig nicht. Bisher wurden keine Auffälligkeiten angezeigt, es gibt keine Erkenntnisse, dass sich aufgrund einer fehlenden Abbiegespur Unfälle ereignet hätten, so wie es beispielsweise im Verlauf der B 184 am Abzweig nach Brodau der Fall ist“, teilte das Landratsamt mit.

Amt macht wenig Hoffnung

Auch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) macht wenig Hoffnung auf baldige Änderung – die Straße sei schlicht zu alt. „Würde es sich bei der B 2 um ein Neubauvorhaben handeln, so würde aufgrund der Randbedingungen an der Einmündung der Kreisstraße 7445 jetzt ein Linksabbiegestreifen an der B 2 zur Ausführung vorgesehen werden. Aus den Richtlinien ergibt sich aber keine Anpassungspflicht bei bestehenden Straßen“, heißt es aus dem Lasuv.

Da die Unfallkommission aktuell an der Kreuzung am Abzweig Schönwölkau von der B 2 keinen Unfallschwerpunkt verzeichnet und auch keine „Leistungsfähigkeitsdefizite“ vorliegen, sei der Ausbau dieses Bestandsknotens derzeit nicht vordringlich ins Planungsprogramm einzuordnen. Priorität hätten solche Stellen, wo die Straße zum Beispiel hinsichtlich Verkehrsmengen, Lkw-Anteil oder Verkehrssicherheit nicht mehr den Anforderungen entspricht. Außerdem: Für die Ortslagen Krensitz, Gollmenz und Lindenhayn sind für die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes jeweils schon Ortsumgehungen zumindest als Bedarf angemeldet. „Eine damit verbundene Neutrassierung der B 2 hat auch Auswirkungen auf den in Rede stehenden Streckenbereich. Eine Umplanung dieses Abschnittes ist zum jetzigen Zeitpunkt schon aus diesen Gründen nicht sinnvoll“, so die Sprecherin des Lasuv weiter.

Rackwitz hat Unfallschwerpunkt

Im Übrigen sind auch ausgewiesene Unfallschwerpunkte kein Garant auf schnelle bauliche Abhilfe. Ein Beispiel dafür findet sich nur ein paar Kilometer weiter an der B 2 bei Rackwitz. Seit Jahren wird an der Kreuzung zur Buchenwalder Straße um einen Knotenausbau gerungen – eine Linksabbiegerspur ist der Favorit. Die Unfallkommission zählte dort allein im Jahr 2014 sieben Unfälle mit sechs Leichtverletzten. Doch ein Durchbruch in dieser Sache ist nicht in Sicht. „Wir haben trotz Nachfragen keine Information, welche Dringlichkeit das Vorhaben im Verkehrsministerium derzeit hat“, berichtete Bürgermeister Steffen Schwalbe (parteilos) auf Nachfrage im Gemeinderat. „Das ist eine sehr unbefriedigende Situation.“ Zumal der Knoten als Zufahrt ins Gewerbegebiet dienen soll, jedoch ohne Ausbau keine überörtliche Ausschilderung erlaubt ist. So rollen die Lkw weiter in Vielzahl direkt durch den Ort.

Von Christine Jacob und Kay Würker

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