Volltextsuche über das Angebot:

32 ° / 19 ° Gewitter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Universität Leipzig ist dem Nachbeben bei Wiedemar auf der Spur

Universität Leipzig ist dem Nachbeben bei Wiedemar auf der Spur

Das April-Erdbeben bei Wiedemar ist inzwischen zum Forschungsobjekt geworden. Es hatte eine Stärke von 3,6 und die Erschütterungen wurden in der Region deutlich auch von den Menschen wahrgenommen.

Voriger Artikel
Polder Löbnitz - Erstes Segment in den Boden gerammt
Nächster Artikel
Erpressung - Polizei sucht drei unbekannte Täter

Mit diesem mobilen seismologischen Messgerät werden auch kleinste Erschütterungen wahrgenommen. Leipziger Forscher werten die Daten aus.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Wiedemar. Jetzt beschäftigt es Mitarbeiter der Universität Leipzig. Das Institut für Geophysik und Geologie installierte dafür an mehreren Messpunkten um das Epizentrum herum hochsensible Geräte, die jede noch so kleine Erschütterung wahrnehmen sollen. Das Zentrum des Bebens, das in 22 Kilometern Tiefe und etwa 15 Kilometer südöstlich von Halle lokalisiert wurde, so die Mitteilungen des Geophysikalischen Observatoriums am Collm, beträfe damit auch den Bereich der Gemeinde Wiedemar, insbesondere den Ort Rabutz.

"Wir hatten uns bei der Festlegung des Epizentrums auf eine Region nordwestlich von Leipzig, südöstlich von Halle bei Gröbers festgelegt", erklärte Siegward Funke, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Geologischen Instituts der Uni Leipzig. Die Anfrage des Leipziger Instituts, ob im Gemeindegebiet Messgeräte aufgestellt werden dürften, überraschte Wiedemars Bürgermeisterin Ines Möller (parteilos) kaum. Über das Bauamt wurde die sofortige unkomplizierte Hilfe zugesagt und drei Plätze vorgeschlagen. Die mobilen Geräte stehen jetzt für die nächsten sechs bis acht Wochen im Kindergarten Wiesenena sowie in den Rathäusern von Zwochau und Kyhna. Ausgewählt wurden die jeweils tiefsten Punkte der Gebäude.

Den Grund für die aufwendigen Untersuchungen erklärte Siegward Funke. Das Beben sei aber eines der stärksten der vergangenen Jahrzehnte im Osten Deutschlands gewesen. Sowohl die Lage als auch die Stärke seien für die Region außergewöhnlich. Zudem wollen die Wissenschaftler beweisen, dass auch nicht so starke Beben von Nachbeben begleitet werden. "Bei starken Beben ist das bereits geklärt", so Funke. Im jetzigen Fall hat es mindestens ein Nachbeben gegeben, das deutlich unter dem Wert des Hauptbebens liegt. "Ob uns der Nachweis diesmal gelingt, wissen wir jetzt natürlich noch nicht", teilte der Wissenschaftler mit. Zumal die Messbedingungen nicht die besten sind. Die aufgestellten Geräte hätten keinen unmittelbaren Kontakt zum Erdreich. Dennoch sei man dankbar, die Plätze erhalten zu haben.

Die erwarteten Nachbeben wären unter der Spürbarkeitsgrenze für Menschen, betonte Funke. Es sei also nicht zu erwarten, dass nochmals die Gläser im Schrank wackeln. Die Leipziger Experten gehen davon aus, dass die gesammelten Werte dennoch von Bedeutung sind. Denn nicht nur die mobilen Geräte würden Erschütterungen registrieren, auch die permanent stationären, wie zum Beispiel auf dem Collm. Im Vergleich aller Ergebnisse könnte man dann eventuell Nachbeben nachweisen. "Das ist unser Ziel", so Funke. Es könnte aber auch sein, dass zum Beispiel nach der vereinbarten Standzeit von bis zu acht Wochen keinerlei Beben registriert werden. Dann müsste man den Ansatz der These womöglich überdenken. Denn bereits vor Jahren, als bei Zeitz die Erde bebte, zeigte der selbe Messaufbau keinerlei Ausschläge auf den Geräten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.05.2015
Ditmar Wohlgemuth

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Delitzsch
  • Zeitungsküken 2017 gekürt

    Zum elften Mal suchte die Delitzsch-Eilenburger Kreiszeitung das Zeitungsküken. Mit der Aktion steht der Nachwuchs der Region im Fokus. Sehen Sie h... mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Sehen Sie hier einen Rückblick auf das LVZ Sommerkino im Scheibenholz vom 14. Juli - 3. August 2016. mehr

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus den Städten und Gemeinden. mehr

29.05.2017 - 15:42 Uhr

Rotation 1950 darf nach einem 3:1 über LVB Leipzig fast schon die Stadtmeisterschaft feiern.

mehr
  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Auf dem Lutherweg

    Spannende Entdeckungsreise mit Martin Luther: Die LVZ pilgert zum Jubiläumsjahr der Reformation 2017 auf dem Lutherweg. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr