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Universität Leipzig ist dem Nachbeben bei Wiedemar auf der Spur

Universität Leipzig ist dem Nachbeben bei Wiedemar auf der Spur

Das April-Erdbeben bei Wiedemar ist inzwischen zum Forschungsobjekt geworden. Es hatte eine Stärke von 3,6 und die Erschütterungen wurden in der Region deutlich auch von den Menschen wahrgenommen.

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Mit diesem mobilen seismologischen Messgerät werden auch kleinste Erschütterungen wahrgenommen. Leipziger Forscher werten die Daten aus.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Wiedemar. Jetzt beschäftigt es Mitarbeiter der Universität Leipzig. Das Institut für Geophysik und Geologie installierte dafür an mehreren Messpunkten um das Epizentrum herum hochsensible Geräte, die jede noch so kleine Erschütterung wahrnehmen sollen. Das Zentrum des Bebens, das in 22 Kilometern Tiefe und etwa 15 Kilometer südöstlich von Halle lokalisiert wurde, so die Mitteilungen des Geophysikalischen Observatoriums am Collm, beträfe damit auch den Bereich der Gemeinde Wiedemar, insbesondere den Ort Rabutz.

"Wir hatten uns bei der Festlegung des Epizentrums auf eine Region nordwestlich von Leipzig, südöstlich von Halle bei Gröbers festgelegt", erklärte Siegward Funke, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Geologischen Instituts der Uni Leipzig. Die Anfrage des Leipziger Instituts, ob im Gemeindegebiet Messgeräte aufgestellt werden dürften, überraschte Wiedemars Bürgermeisterin Ines Möller (parteilos) kaum. Über das Bauamt wurde die sofortige unkomplizierte Hilfe zugesagt und drei Plätze vorgeschlagen. Die mobilen Geräte stehen jetzt für die nächsten sechs bis acht Wochen im Kindergarten Wiesenena sowie in den Rathäusern von Zwochau und Kyhna. Ausgewählt wurden die jeweils tiefsten Punkte der Gebäude.

Den Grund für die aufwendigen Untersuchungen erklärte Siegward Funke. Das Beben sei aber eines der stärksten der vergangenen Jahrzehnte im Osten Deutschlands gewesen. Sowohl die Lage als auch die Stärke seien für die Region außergewöhnlich. Zudem wollen die Wissenschaftler beweisen, dass auch nicht so starke Beben von Nachbeben begleitet werden. "Bei starken Beben ist das bereits geklärt", so Funke. Im jetzigen Fall hat es mindestens ein Nachbeben gegeben, das deutlich unter dem Wert des Hauptbebens liegt. "Ob uns der Nachweis diesmal gelingt, wissen wir jetzt natürlich noch nicht", teilte der Wissenschaftler mit. Zumal die Messbedingungen nicht die besten sind. Die aufgestellten Geräte hätten keinen unmittelbaren Kontakt zum Erdreich. Dennoch sei man dankbar, die Plätze erhalten zu haben.

Die erwarteten Nachbeben wären unter der Spürbarkeitsgrenze für Menschen, betonte Funke. Es sei also nicht zu erwarten, dass nochmals die Gläser im Schrank wackeln. Die Leipziger Experten gehen davon aus, dass die gesammelten Werte dennoch von Bedeutung sind. Denn nicht nur die mobilen Geräte würden Erschütterungen registrieren, auch die permanent stationären, wie zum Beispiel auf dem Collm. Im Vergleich aller Ergebnisse könnte man dann eventuell Nachbeben nachweisen. "Das ist unser Ziel", so Funke. Es könnte aber auch sein, dass zum Beispiel nach der vereinbarten Standzeit von bis zu acht Wochen keinerlei Beben registriert werden. Dann müsste man den Ansatz der These womöglich überdenken. Denn bereits vor Jahren, als bei Zeitz die Erde bebte, zeigte der selbe Messaufbau keinerlei Ausschläge auf den Geräten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.05.2015
Ditmar Wohlgemuth

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