Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Ursa will auch zukünftig in den Standort Delitzsch investieren
Region Delitzsch Ursa will auch zukünftig in den Standort Delitzsch investieren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 28.07.2018
Ursa-Geschäftsführer Stefan Grenzhäuser vor der Produktionshalle im Werk Delitzsch. Quelle: Alexander Prautzsch
Anzeige
Delitzsch

„Es war eine Herztransplantation.“ So veranschaulicht Stefan Grenzhäuser die seit Anfang Mai laufende Baumaßnahme im Delitzscher Werk des Dämmstoffherstellers Ursa. Der Geschäftsführer der Deutschlandvertretung des europaweit agierenden Unternehmens sieht den Einbau der neuen Glasschmelzwanne in der Größe eines kleinen Einfamilienhauses als Ausgangspunkt für weitere Vorhaben in den kommenden Jahren. Grenzhäuser: „Die Idee ist, hier weiter zu investieren.“

Erneuerung erfolgt alle sechs bis acht Jahre

Ein Austausch der riesigen Schmelzwanne, in der rund um die Uhr bei etwa 1400 Grad Celsius Rohstoffe wie Sand, Altglas und Kalkstein zu Glas verschmolzen werden, sei alle sechs bis acht Jahre notwendig, erklärt Grenzhäuser. „In dem Rhythmus waren wir.“ Jeden Tag, an dem nicht produziert wird, gehe ein sechsstelliger Betrag verloren. Daher dauerte die Modernisierungsaktion von der Abschaltung bis zur Wiederaufnahme der Produktion vergleichsweise nur wenige Wochen:

Wie Corinna Meisel, Kommunikationsmanagerin der URSA Deutschland erklärt, wurde am 1. Mai die laufende Produktion gestoppt, die Glaswanne daraufhin abgelassen und bis zum 7. Mai langsam heruntergekühlt. Bis 10. Mai demontierten Arbeiter die alte Wanne komplett und bauten das neue, zirka zehn Meter lange, acht Meter breite und drei Meter hohe Kernstück der Glaswolle-Produktion bis Mitte Juni wieder auf. Ab dem 13. Juni begann das Aufheizen der Schmelzwanne und ab dem 25. Juni konnte sie allmähliche wieder mit Rohstoffen befüllt werden, so Meisel. Die Produktion läuft schließlich seit Anfang Juli wieder an. Parallel dazu wurden Reinigungs- und Aufräum-, Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten durchgeführt. Rund zwölf Millionen Euro nahm der Dämmstoffherstellers für sein größtes Werk in Deutschland in die Hand.

Impressionen von der Produktionslinie des Ursa-Werks in Delitzsch. Der Blick aus der Schaltzentrale. Quelle: Ursa/Lars Behrendt

Delitzscher Werk ist noch nicht komplett ausgelastet

„Dämmstoffe sind ein Wachstumssegment“, sagt Stefan Grenzhäuser, der seit 15 Jahren in Delitzsch tätig ist. Bevor er vor drei Jahren Geschäftsführer wurde, war er Ursa-Vetriebsleiter Deutschland. Mit der aktuellen Anlage könne das Unternehmen auf die Markverhältnisse reagieren: 68 000 Tonnen Glaswolle produziere das Werk in Delitzsch pro Jahr. Möglich seien aber bis zu 10 000 Tonnen mehr. Wenn man die Gesamtkapazität nicht nutze, „ist das nicht wirtschaftlich“, sagt Grenzhäuser. Daher strebe Ursa an, eine weitere Produktionslinie zu den zwei bestehenden zu schaffen. Schon 2021 könnte das Realität sein.

Impressionen von der Produktionslinie des Ursa-Werks in Delitzsch. Die Dämmstoffe kommen im Wärme-, Schall- und Brandschutz zum Einsatz. Quelle: Ursa/Lars Behrendt

Seit der Inbetriebnahme des Delitzscher Werks vor knapp 25 Jahren, wurde der Standort bereits 1996, 2006 und 2013 erweitert und modernisiert. Damit sollte die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt, aber auch die Dammstoff-Nachfrage und die steigende technischen Produktions-Anforderungen bedient werden. Zusätzlich sichere die neue Glasschmelzwanne nun zunächst einmal die Stellen der aktuell 180 Mitarbeiter, sagt Grenzhäuser. Sie schaffe aber auch Kapazitäten für neue. Der Fachkräftebedarf in der Glasproduktion sei hoch. Daher werden die drei bis fünf Auszubildenden, die pro Jahr im Delitzscher Werk lernen, übernommen. Die eingesetzten Leiharbeiter versuche das Unternehmen sukzessive zu festen Mitarbeitern zu machen.

Die Produktion mit der neuen Schmelzwanne läuft derweil weiter an. In knapp zwei Wochen soll das Werk wieder im vollen Betrieb produzieren.

Von Mathias Schönknecht

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Unermüdlich sind die Feuerwehrleute im Einsatz gegen Feld- und Waldbrände, die die lange Trockenheit und Hitze so mit sich bringen. Für diesen Einsatz wollten sich nun ein paar Delitzscher einfach mal bedanken und haben gespendet.

30.07.2018

Seit Montag wird die 18-jährige Jasmin K. aus Delitzsch vermisst. Die junge Frau wollte bei einer Freundin übernachten, kehrte aber nicht zu ihren Eltern zurück.

30.07.2018

Bundi zur Probe: 61 Schüler aus Sachsen und Sachsen-Anhalt probieren auf dem Gelände der Unteroffizierschule des Heeres (USH) in Delitzsch aus, was es heißt, Soldat zu sein. Das hat Vorteile für beide Seiten.

27.07.2018
Anzeige