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Delitzsch Valeska Lange digitalisiert im Museum Barockschloss Delitzsch Bücherbestände
Region Delitzsch Valeska Lange digitalisiert im Museum Barockschloss Delitzsch Bücherbestände
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15:00 10.07.2016
Valeska Lange leistet im Museum Bundesfreiwilligendienst. Quelle: Alexander Prautzsch
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Delitzsch

An einem Computerarbeitsplatz in der obersten Etage des Barockschlosses Delitzsch sitzt Valeska Lange. Vor sich ein aufgeschlagenes altes Lehrbuch. Akribisch trägt sie in eine Computerdatei den Titel des Buches, dessen Autor, das Erscheinungsjahr, den Verlag, der den Band herausgegeben hat, Schlagwörter zum Inhalt und weitere Angaben, die es später einmal ermöglichen sollen, über das Internet das Buch im Bestand der Museumsbibliothek zu finden. Die Digitalisierung des Bestandes ist eine Hauptaufgabe, mit der sich die 20-Jährige seit November 2015 im Museum während ihres Bundesfreiwilligendienstes (BFD) beschäftigt. Es ist eine langfristige Aufgabe, denn der Bestand umfasst rund 12 000 Bände. Etwa 600 Bücher hat sie bisher digital erfasst.

20 Stellen genehmigt

Seit 2011/12 hat die Stadt Delitzsch 20 Plätze vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben für den Freiwilligendienst genehmigt bekommen. Die Einsatzgebiete sind die Bibliothek (eine Stelle), Sportstätten/Freibad (vier), der Tiergarten (zwei), die Bereiche Soziales (zwei), Servicegesellschaft und Umweltschutz (fünf), Kindertagesstätten (vier) und Museum/Kultur (zwei Stellen). Derzeit sind 16 BFD-Stellen besetzt. Und in allen Bereichen wird diese Unterstützung geschätzt. Im Museum ist Valeska Lange die dritte Freiwilligendienstleistende.

Die Zeit als Bufdi nutzt die Delitzscherin als Überbrückung. Im vorigen Jahr hat sie ihr Studium an der Polizeihochschule abgebrochen. „An sich lag mir die Ausbildung, aber die Praxis habe ich etwas unterschätzt“, blickt sie zurück. Plötzlich stand sie vor der Frage: „Was nun?“ Im Internet sei sie auf die Stadtverwaltung Delitzsch und die dort angebotenen BFD-Stellen gestoßen, erzählt die junge Frau. Ihr wurde der Einsatz in einer Kita oder im Museum angeboten. Nach je einem Schnuppertag entschied sie sich für das Barockschloss. „Ich habe überlegt, was bringt mich voran. Und weil ich mich beruflich in Richtung Verwaltung orientiere, war das Museum meine erste Wahl“, begründet sie.

Einblick in die Verwaltung

Dort lernte Valeska in den zurückliegenden neun Monaten nicht nur das Arbeitsspektrum der Museumsmitarbeiter, sondern auch die Struktur und das Funktionieren einer Verwaltung kennen. „Der Vorteil in unserem kleinen Team ist, dass sie praktisch in alle Abläufe integriert ist“, erklärt Museumsleiter Jürgen Geisler, der mit ihrer Arbeit „zu 120 Prozent zufrieden“ ist. So wirkte die Bundesfreiwilligendienstleistende auch an der Vorbereitung von drei Sonderausstellungen mit. Dabei durfte sie ihr kreatives Talent spielen lassen. „Für die Märchenausstellung habe ich beispielsweise die Gartenzwerge aufgehübscht“, erzählt sie. Und auch die Alias-Namen für den Ritterschlag beim Schlossfest entstammen ihrer Fantasie.

„Für uns hat Frau Langes Einsatz den großen Vorteil, dass er sich über einen relativ langen Zeitraum erstreckt. So kann sie sich in Sachgebiete einarbeiten und diese bearbeiten, die sonst lange liegen bleiben würden“, schildert Geisler. Rund zwei Monate war die Überarbeitung und Aktualisierung des musealen Archivbestandes ihr Betätigungsfeld. Bis Mitte August kann Jürgen Geisler noch auf ihre Unterstützung zählen. Dann verlässt sie das Museum und wird in der Stadtverwaltung Leipzig eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten beginnen. Unter mehreren Tausend Bewerbern hat sie sich für einen der 36 Ausbildungsplätze durchgesetzt. Das Museum kann sich indessen ab August über einen neuen BFDler freuen.

Von Thomas Steingen

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