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Delitzsch Vegetarisches Mittagsangebot in Delitzsch und Krostitz mit Luft nach oben
Region Delitzsch Vegetarisches Mittagsangebot in Delitzsch und Krostitz mit Luft nach oben
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06:00 03.11.2016
Zu einer ausgewogenen Ernährung gehört vor allem grünes Gemüse. Das fördert die Kalziumaufnahme und senkt das Krebsrisiko. Quelle: Christine Jacob
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DELITZSCH

Obwohl die deutsche Vegetarier-Bewegung ihren Ursprung in Delitzsch nahm, ist es heute nur unter Mühe möglich, vegetarische Gerichte auf Loberstädter und Krostitzer Speisekarten zu finden. Dabei lohne es über eine wenn auch nur teilweise Ernährungsumstellung nachzudenken, sagt die Delitzscher Ernährungsberaterin Katja Müller-Wenzlaff.

Krostitz – Wiege des Vegetarischen

Der erste deutsche Vegetarier-Verein wurde 1867 von Eduard Baltzer gegründet. Dieser lebte zu jener Zeit in Nordhausen, wurde jedoch 1816 im heutigen Krostitzer Ortsteil Hohenleina geboren. Ab 1841 war er Gemeindepfarrer in Delitzsch. In den schriftlich überlieferten Erinnerungen Baltzers an Hohenleina kann man lesen, dass er als Kind einen Vogel geschossen habe. „Weil ihm das aber so leid tat, schwor er, nie wieder ein Tier zu töten“, sagt der Krostitzer Ortschronist Jens Beyer. Nicht abwegig also, dass Baltzer schon zu Loberstädter-Zeiten auf vegetarische Speisen setzte.

„Wichtig ist, dass bestimmte Lebensmittel wie Fleisch nicht einfach nur weggelassen, sondern viele verschiedene Nahrungsmittel miteinander kombiniert werden“, betont die Diplom-Ernährungswissenschaftlerin Müller-Wenzlaff. Nur so könne man den Bedarf an Kalzium, Eisen, Zink, Jod und dem Vitamin B 12 abdecken.

„Dafür empfiehlt sich, statt wenige große Mahlzeiten, mehrere kleine zu sich zu nehmen.“ So könne man viele verschiedene Lebensmittel kombinieren, die nicht in ein einziges Gericht passen.

Oft ist eine ausgewogene Ernährung nur zu bewerkstelligen, wenn selbst und frisch gekocht wird. Vor allem Berufstätige sind jedoch zur Mittagszeit auf schnelle kostengünstige Gerichte der Delitzscher beziehungsweise Krostitzer Restaurants und Imbisse angewiesen. Und genau da liegt das Haar in der fleischlosen Suppe: Meist sind es Fast-Food-Imbisse, die ihren Gästen einen vegetarischen Mittagstisch bieten. Und diese sind nicht gerade für vielseitige Ernährung geeignet. Beim Versuch, Döner, Pizza und belegtes Bäckerbrötchen außen vor zu lassen, wird es rasch knifflig. So bieten in der Delitzscher Innenstadt nur das Asia-Restaurant „Bei Lam“ oder die Gaststätte „Goldener Adler“ günstige fleischlose Gerichte an. Tiefer in die Tasche greifen muss man im Restaurant „Zum goldenen Ross“ und im „Ristorante Roma“. In Krostitz, der „Wiege“ der fleischlosen Ernährung, ist es noch verzwickter: Im Gasthof an der Brauereistraße erhält man Gemüseomelette, Nudeln oder Pasta. Der „Grill-Imbiss“ an der B 2 führt nur Pommes auf dem vegetarischen Menüzettel.

Zutaten für fleischlose Ernährung gibt es auch in der Loberstadt

Zielführender sei es daher, sich selbstzubereitete vegetarische Mahlzeiten für die Mittagspause mitzunehmen. Die Zutaten dafür erhalte man schneller und einfacher als fertige Gerichte, sagt Katja Müller-Wenzlaff.

Dass die fleischlose Ernährung funktioniert und von den Leuten auch angenommen wird zeige sich laut der Ernährungsberaterin auch daran, dass die angebotenen vegetarischen und veganen Nahrungsmitteln in Super- und Drogeriemärkten stetig mehr werden und anschließend auch im Sortiment verbleiben. Jüngere Generationen werden mittlerweile schon in ihrer Schulzeit an eine ausgewogene Ernährung herangeführt. Dafür bietet Katja Müller-Wenzlaff in und um Delitzsch Kochkurse für Kinder an.

Und zum Schluss, die laut Studien größten Vorteile: Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, ist nachweislich schlanker und hat eine höhere Lebenserwartung. Ganz im Sinne des Krostitzer Vorreiters Eduard Baltzer.

Von Mathias Schönknecht

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