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Delitzsch Veranstalter lassen Nordsachsen bei ÖPNV-Tickets oft außen vor
Region Delitzsch Veranstalter lassen Nordsachsen bei ÖPNV-Tickets oft außen vor
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00:18 05.01.2017
In Leipzig unterwegs zu sein, ist in vielen Veranstaltungstickets inbegriffen – das Außerhalb aber nicht. Quelle: dpa
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DELITZSCH/EILENBURG

Der Konzertabend in Leipzig war schön. Genau wie die Spiele bei RB, die man letztens gesehen hat. Und nun ab in den Zug und bequem die Heimreise nach Delitzsch oder Eilenburg antreten. Zack, schwarz gefahren. So schnell kann es gehen. Denn während man es beim Fußballspaß mitunter schon gewöhnt ist, dass der Schaffner das Kombiticket gleich bis weit raus aus Leipzig durchwinken kann, muss das nicht bei jeder Veranstaltung so sein. Doch warum?

Eines ist klar: Es ist nicht „Schuld“ des Mitteldeutschen Verkehrsverbunds (MDV) oder der Bahn. Denn ob Veranstaltungstickets auch Fahrten in den MDV-Zonen und welche Zonen dann inbegriffen sind, das ist Sache mit Besucherstatistiken unterlegter Entscheidungen. „In der Regel äußert der Veranstalter (Bereiche Sport, Kultur etc.) gegenüber dem Verkehrsunternehmen seine Wünsche und Vorstellungen im Bereich kombinierte Eintrittskarte mit Fahrberechtigung (Kombiticket)“, teilt der MDV auf Anfrage mit. Im gesamten MDV-Gebiet zeichnen aktuell 20 Nahverkehrsunternehmen für die Leistungen verantwortlich. Gegenwärtig sind es nach Angaben des MDV die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), die Hallesche Verkehrs AG (HAVAG) sowie die DB Regio Südost, die solche Kombiticketverträge mit den Veranstaltern abschließen. Und damit wird auch über die Kosten der Eintrittskarten mit entschieden, denn: „Das jeweilige Verkehrsunternehmen, das einen Vertrag mit dem Veranstalter abgeschlossen hat, kalkuliert dann nach den Wünschen des Veranstalters einen ÖPNV-Anteil“, so der MDV weiter. Dieser Anteil wird auf die Eintrittskarte zur Veranstaltung aufgerechnet. Der ÖPNV-Anteil kann also, je nach Wunsch des Veranstalters, für das gesamte MDV-Netz kalkuliert werden oder eben nur für bestimmte MDV-Tarifzonen. Wer zum Beispiel im Mai das Konzert von Udo Lindenberg besucht, hat nur die Zone 110 und damit Leipzig mit im Ticket. Und so geht das bei vielen anderen Konzerten großer Stars – bis Delitzsch oder in die Eilenburger Region kommt man nicht.

Veranstalter muss bereit sein

Es kommt laut MDV-Pressestelle folglich auf die Bereitschaft des Veranstalters an, welchen ÖPNV-Anteil er zahlen möchte und welche Zonen man bereisen kann und welche nicht. Und diese Entscheidung treffen die Veranstalter auf Basis ihrer Besucherstatistiken und somit folgerichtig für sich. Ein Beispiel. Bei der Messe „Haus Garten Freizeit“, die vom 11. bis 19. Februar läuft, gilt: „Die Eintrittskarten berechtigen am Besuchstag zur einmaligen kostenfreien Hin- und Rückfahrt zum beziehungsweise vom Messegelände mit dem öffentlichen Nahverkehr. (Gültige Tarifzonen: 110, 151, 156, 162, 163, 168, 210, 225)“ Nach Delitzsch und in die Ortsteile kommt man über die Zonen 164 und 165 und die sind nicht inbegriffen. Nach Eilenburg kommt man über 167 und 168 – die 168 für rund um Taucha ist drin, kurz hinter Wölpern ist es vorbei mit der Kombiticket-Reise und man müsste die Fahrt von dort nach Eilenburg bezahlen. Wer beispielsweise aus Wiedemar – entlang der MDV-Zonen gen Halle – kommt, der darf aber kostenfrei vom Messegelände weiterreisen.

Haus Garten Freizeit – kein kostenfreier Weg nach Delitzsch

„Seit 2013 gilt eine geänderte Vereinbarung zwischen Leipziger Messe und MDV, mit der eine Neuregelung der Tarifzonen verbunden war“, erklärt ein Sprecher der Leipziger Messe. Subjektiv ärgerlich für Delitzscher und Eilenburger mag das Beispiel „Haus Garten Freizeit“ ja sein, viele andere profitieren. Mit dieser Neuregelung sei es der Leipziger Messe gelungen, mit Erwerb der Eintrittskarte die freie Fahrt für 80 Prozent der Messebesucher im MDV-Tarifgebiet zu erhalten. Die übergroße Mehrheit der Messebesucher kommt aus den Tarifzonen 110, 210, 151, 156, 162, 163, 168 und 225. Daher erfolgte die Konzentration auf diese Tarifgebiete, die eben auch Teile Nordsachsens abdecken. „Leider gelang es uns in den Verhandlungen mit dem MDV für 2017 nicht, die Tarifzonen 164 und 165 im Leistungspaket zu integrieren“, so der Sprecher.

Von Christine Jacob

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