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Delitzsch Verbotenes Baden am Seelhausener See - und die Müllberge wachsen
Region Delitzsch Verbotenes Baden am Seelhausener See - und die Müllberge wachsen
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00:30 28.08.2015
Müll-Hinterlassenschaften am Seelhausener See. Quelle: Alexander Prautzsch
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Delitzsch/Löbnitz

Denn nur der Schladitzer See ist mit drei offiziellen Stränden zum Baden und Befahren mit Booten oder Surfbrettern freigegeben. Dafür hat das Landratsamt Nordsachsen eine Genehmigung erteilt.

Das Baden im Werbeliner, Zwochauer oder Seelhausener See ist nicht gestattet und erfolgt auf eigenes Risiko, teilt die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV), in deren Obhut sich diese Seen befinden, auf Anfrage mit. Die LMBV weist darauf hin, dass sich in diesen Seen unterhalb der Wasserlinie Hindernisse wie Bäume/Geländeuntiefen befinden können, die nicht gekennzeichnet sind und somit eine erheblich Gefährdung von Schwimmern darstellen können.

Unter besonderen Nutzungsdruck steht der Seelhausener See. "Es wird Zeit, dass dort bald geordnete Verhältnisse geschaffen werden", sagt der Löbnitzer Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU), denn dieses Gewässer wird praktisch ganzjährig genutzt, denn wenn kräftiger Wind über den See bläst, fühlen sich die Surfer pudelwohl. Dabei überfahren Badegäste Absperrungen, Schranken oder umkurven extra platzierte Findlinge. Teils werde bis ans Wasser gefahren, berichtet Wohlschläger. In der Gemeinde liegen auch Beschwerden vor, das Pkw auf dem Rad- und Fußweg (Wirtschaftsweg) unterwegs seien oder dort parken würden.

"Dass der See so intensiv genutzt wird, ist sehr unerfreulich", räumt LMBV-Projektmanager Dietmar Onnasch ein, denn das Ganze scheint aus dem Ruder gelaufen zu sein. Zumindest hat die LMBV einen Sicherheitsdienst beauftragt, der den Seelhausener See mehrmals täglich zu unregelmäßigen Zeiten bestreift. "Hauptziel ist, die Fahrzeuge von Wirtschaftswegen und Gewässer fernzuhalten", so Onnasch, der Verstöße mit Anzeigen bei der Polizei belegen will.

Aber auch der Werbeliner See wird zunehmend als Badegewässer genutzt. Dort sind ebenfalls Kraftfahrzeuge in Ufernähe anzutreffen. Die Halbschranke am neu gebauten Zufahrtsweg auf der Nordseite des Sees (Parkplatz) wird umfahren. An diesem See besteht laut LMBV aus bergrechtlicher Sicht keine aktuelle Gefährdungssituation. Somit sieht der Bergbausanierer dort kein Erfordernis für Bestreifung und Absicherung des Geländes. "Eine sicherheitstechnische Kontrolle ist nicht notwendig, sodass die Nutzungen am Seeufer und auf den Rundwegen keiner Überwachung bedürfen. Die LMBV ist dahingehend ihrer Verantwortung durch entsprechende Beschilderung nachgekommen", teilt die LMBV mit. Zudem seien die Zugänge zu den Wegen größtenteils in Zuständigkeit der Anliegerkommunen.

Die Stadt Delitzsch prüft derzeit, ob an der neu gebauten Zufahrt weitere Sperreinrichtungen Sinn machen könnten. "Gleichfalls haben wir die LMBV um Lösungsvorschläge für die Schrankenöffnung gebeten, da mittlerweile zu viele Schlüssel für das Schrankensystem ausgereicht wurden und diese zum Teil offenstehen", lässt die Stadtverwaltung wissen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
Von Thomas Steingen

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