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Verjüngungskur für die Kirche in Zschernitz

Verjüngungskur für die Kirche in Zschernitz

Die Turmhaube auf der Zschernitzer Kirche neigt sich. Nicht bedenklich, aber doch so stark, dass eine schnelle Reparatur und die Wiederherstellung der Senkrechten jetzt mehr als angebracht ist.

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Die Zschernitzer Kirche ist eine Baustelle.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Zschernitz. "Seit dem Jahr 2000 haben wir die Turmhaube im Blick, beobachten die Entwicklung", erklärte der evangelische Pfarrerer Matthais Taatz. Zschernitz gehört zum Kirchspiel Schenkenberg und damit auch zum Verantwortungsbereich des 55-Jährigen. "Allerspätestens im Februar müssen wir mit den Arbeiten fertig sein, dann muss die Abrechnung erfolgen."

Auch wenn die Sanierungspläne für das gut 800 Jahre alte Gotteshaus vergleichsweise überschaubar sind, werden sie die Handwerker vor besondere Herausforderungen stellen. Technisch gesehen wäre es die bessere Variante, die Haube komplett abzunehmen und danach die beschädigte Holzkonstruktion auszubessern und zu erneuern. Doch dies wird nicht geschehen. "Wir werden die Ständer-Balkenkonstruktion von innen erneuern", erklärte Taatz, der schon für zahlreiche Kirchen in der Region den Hut auf hatte. Er begründet den Schritt damit, dass die Turmhaube komplett mit Kupferblech eingedeckt ist und deren Zustand noch sehr gut ist. Bei einem Rückbau müsste die Kupferhaut beschädigt werden. "So wie sie heute aussieht, kann sie noch 150 Jahre lang halten", so Taatz. Eine Beschädigung täte dem ganzen Vorhaben nicht gut, zudem könne nur gespart werden, wenn man an die Außenhaut nicht ran muss. Den Handwerkern traut Taatz die knifflige Arbeit zu, auch wenn sie ungewohnt sein wird. Ein Vorteil hätte die Verfahrsweise außerdem noch: Das Gebäude muss nicht geöffnet werden, wird nicht der Witterung ausgesetzt.

Die Zschernitzer Kirche gehört aus Sicht des Pfarrers zu den "unglücklichen Kirchen". Sie wurde in den 1980er-Jahren mit Hilfe der kirchlichen Partnergemeinde in Alsfeld, eine Stadt im mittelhessischen Vogelsbergkreis, umfangreich hergerichtet, bekam ein neues Dach, auch die besagte Turmhaube wurde "verkupfert" und für den Innenraum gab es neue Bänke. "Allerdings ist seit dieser Zeit baulich nur noch wenig geschehen", räumte der Pfarrer ein. "Es war auch nicht notwendig, so rückten andere Kirchen in den Fokus."

Als eine der letzten Fördermaßnahmen der auslaufenden Leader-Periode wird jetzt das Gotteshaus wieder nachhaltig saniert. Etwa 90 000 Euro werden dafür benötigt, gut 65 000 Euro kommen aus dem Fördertopf. Nicht nur die Turmhaube wird geradegerückt, auch der Turm selbst bekommt einen neuen farbigen Anstrich. Ocker ist vorgesehen. "Der Putz im oberen Teil ist noch in Ordnung, der kann so bleiben, muss nicht ausgebessert werden", erklärte Taatz. Der untere, steinsichtige Bereich des Turmes wird im Zuge der anderen Arbeiten gereinigt und versiegelt. So weit es die Witterung zulässt, sollen die Arbeiten dieses Jahr beginnen. Auch wenn die Ansichten, was das Verputzen von Turm und Schiff betrifft, in der Fachwelt auseinander gehen, vertritt Matthias Taatz die Auffassung: Es müsse zueinander passen, eine Einheit bilden.

Die Kirchenhaube erhält auch eine neue Kugel mit Wetterfahne. Die alte war im Dezember entfernt worden. Die Metalldrückerei Müller aus Wurzen wird eine neue Kugel herstellen. Dort hinein kommen die Funde als der geborgenen Kapsel und neue Dokumente.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.12.2014
Von Ditmar Wohlgemuth

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