Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch „Verleihung des Titels in sinnvolle Kommunikation einbinden“
Region Delitzsch „Verleihung des Titels in sinnvolle Kommunikation einbinden“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 11.12.2016
Volker Bremer, Geschäftsführer der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH. Quelle: Kempner
Anzeige
Delitzsch, Delitzsch


Volker Bremer ist oberster Touristiker in der Region. Der Geschäftsführer der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH lebt in Delitzsch. Nachdem Freunde ihn 2013 zum Besuch einluden und mit Delitzsch vertraut machten, fand er Geschmack an der Loberstadt. Seit 2015 lebt der 54-Jährige am Wallgraben. Die Delitzscher Genossenschaftsidee von Hermann Schulze-Delitzsch zählt zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Auf ihrer Tagung im äthiopischen Addis Abeba nahm die Unesco den Genossenschaftsgedanken dieser Tage in die Liste auf. Im Interview mit der LVZ spricht der Tourismusexperte über die Werbewirksamkeit des Titels und darüber, wie seine Heimatstadt davon profitieren könnte.

Was verbinden Sie mit diesem Titel immaterielles Weltkulturerbe?

Das immaterielle Kulturerbe bedeutet die Anerkennung von Kreativität und Erfindergeist. Es resultiert immer aus gewissen historischen und auch gesellschaftlichen Umständen. Die immateriellen Kulturgüter dieser Welt sind demnach immer auch ein Ausdruck der lokalen und der regionalen Identität. Daher freut es mich besonders, dass die Genossenschaftsidee von Schulze-Delitzsch diesen Titel erhalten hat.

Was kann der Titel einer Stadt bringen?

Kurz- und mittelfristig bietet die Verleihung des Titels einen hervorragenden Kommunikations-Anlass. Langfristig wird der Titel dazu beitragen, eine lokale und regionale Identität kommunizieren zu können.

Die Politik spricht gar von einem Durchbruch. Sehen Sie den auch?

Der Kulturerbe-Titel ist eine wichtige Bereicherung für Delitzsch und wird sich positiv auf das Image der Stadt auswirken. Ein Automatismus für einen Anstieg der Touristenzahlen ergibt sich daraus aber nicht.

Was würden Sie als Tourismus-Experte mit diesem Kulturerbe-Titel anfangen?

Die Verleihung des Titels sollte sinnvoll in die Kommunikation eingebunden werden. Er kann helfen, die Bekanntheit der Stadt weiter auszubauen. Um Besucher anzuziehen, gilt es außerdem, zum Beispiel das Schloss Delitzsch und das Deutsche Genossenschaftsmuseum im Schulze-Delitzsch-Haus mit weiteren touristischen Angeboten zu verknüpfen.

Was sollte Delitzsch damit tun, was muss passieren, damit die Stadt davon profitiert?

In der Vermarktung sollten wir überregional denken. Dies umfasst die Vernetzung mit anderen Organisationen und Trägern, welche sich für immaterielles Kulturerbe engagieren. Um eine optimale Vermarktung auf nationaler und internationaler Ebene zu gewährleisten, empfehle ich eine enge Zusammenarbeit mit der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH, die für das Marketing der ihr angeschlossenen Kommunen verantwortlich ist.

Die Hoteliers sehen keinen Boom, hoffen aber darauf. Welche Branchen könnten profitieren?

Die Hotellerie kann sicherlich von dem langfristigen Imagegewinn profitieren. Der Einzelhandel, die Gastronomie und der Nahverkehr können besonders durch Tagesbesucher positive Effekte erzielen. Einen Boom im Sinne von kurzfristig stark steigenden Übernachtungszahlen sehe ich auch nicht; mittelfristig könnte sich aber bei entsprechender Vermarktung gemeinsam mit den anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt eine deutliche Steigerung ergeben.

Interview:

Von Frank Pfütze

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Delitzsch Nach Abzug des WFF-Festivals - Löbnitzer Parkfest gerät ins Wanken

Löbnitz macht sich ernsthaft Gedanken, wie die Finanzierung des Parkfestes nach dem Umzug des WFF-Festivals nach Ferropolis gesichert werden kann. Bislang kam ein Großteil des Geldes vom WFF-Event. Jetzt fehlt es. Über Dauer und Umfang muss neu nachgedacht werden.

11.12.2016

Auch der Landkreis hat mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen. Wie lassen sich Arbeitskräfte finden und binden? Vertreter von örtlichen Unternehmen und Schulen folgten dem Ruf der Fachkräfteallianz. In Delitzsch kamen sie gemeinsam ins Gespräch. Dabei ging es nicht zuletzt um die Zukunft der Arbeit in der Region.

08.12.2016

Idyllische Natur und eine gesunde Vereinslandschaft: Der Schönwölkauer Ortsteil Badrina-Scholitz hat trotz seiner geringen Größe viel zu bieten. Die rund 500 Einwohner können sich in mittlerweile fünf Vereinen betätigen. Ein Merkmal Badrinas gibt es allerdings nicht mehr, dafür ist ein anderes im Aufbau.

09.03.2017
Anzeige