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Delitzsch Viel zu tun an Kirchen in Brinnis, Selben und Kletzen
Region Delitzsch Viel zu tun an Kirchen in Brinnis, Selben und Kletzen
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10:09 06.04.2018
Der Boden in der Selbener Kirche hat sich abgesenkt. Damit ist die Kirche eines der größten Sorgenkinder rund um Delitzsch. Quelle: Alexanader Prautzsch
Schenkenberg/Zschortau

Pfarrer zu sein, bedeutet mehr als Predigten, Trauungen, Beerdigungen und Taufen. Ein Pfarrer ist oft Bauherr, Manager, Verfasser von Ausschreibungen und Eintreiber von Fördermitteln. Vor allem die evangelischen Pfarrer Daniel Senf und Matthias Taatz bekommen das in diesem Jahr besonders zu spüren. Ihre Pfarrbereiche haben lange Baulisten und die Kirchenmänner jede Menge Arbeit.

Großes Auftragsvolumen

Denn die Kirche im Dorf bringt auch einen hohen Bau- und Kostenfaktor mit sich. Mit einem Bauvolumen von insgesamt über 600 000 Euro rechnet in diesem Jahr Pfarrer Matthias Taatz, einen Eigenanteil in Höhe von gut 100 000 Euro wird das 16 Gotteshäuser umfassende Kirchspiel tragen müssen, der große Rest entstammt den Geldern aus dem Leader-Fördertopf. „Die Anträge sind eingereicht“, sagt der Pfarrer, „die Bescheide sind aber noch nicht da.“ Weil die vielen mal mehr und mal weniger großen Bauvorhaben aber eindeutig als förderfähig gelten und positive Signale gesendet werden, ist jeweils ein vorzeitiger Baubeginn möglich. So sitzt der Pfarrer schon zusammen mit dem Architekten an den Ausschreibungen. Ein großer Posten soll die Kirche im Schönwölkauer Ortsteil Brinnis werden, wo im ersten Bauabschnitt die Sanierung des Turmes von Fuß bis Spitze zu bewältigen ist.

Matthias Taatz. Quelle: Archiv

Ebenfalls voranschreiten soll die Sanierung der Kirche im Löbnitzer Ortsteil Sausedlitz. „Frohe Kunde gibt es aber auch für Schenkenberg, Lissa und Brinnis“, sagt Matthias Taatz. Hier sind denkmalgerechte Arbeiten an den von Einsturz bedrohten Friedhofsmauern geplant. Darüber könne man, so der Pfarrer, besonders froh sein. In den vergangenen Jahren waren Friedhofsmauern nicht Teil von Förderung, ohne die es nun einmal nicht geht. Etwa 40 Meter so wie die im Westen des Friedhofs Lissa können schnell mit 40 000 Euro Kosten zu Buche schlagen.

Risse und mehr zeigen sich überall in der Selbener Kirche (Archivbild). Quelle: Alexanader Prautzsch

Ein finanziell nicht ganz so umfangreiches Programm hat das Kirchspiel Zschortau in diesem Jahr vor sich. Die kirchlichen Sorgenkinder sind dennoch nicht kleiner. So soll es 2018 an der Kirche im Krostitzer Ortsteil Kletzen weitergehen, wo es um die Sanierung von Fassade und Dach geht und der zweite Bauabschnitt ansteht. Rund 100 000 Euro mindestens kalkuliert das Kirchspiel ein. Wichtig sei, dass sich Fördervereine wie zum Beispiel der in Kletzen für ihre Gotteshäuser engagieren, lobt neben Matthias Taatz auch Pfarrer Daniel Senf. Die Ehrenamtlichen haben sich in der Kirche Kletzen unter anderem für die Sanierung des Glockenspiels eingesetzt. Aber auch in Beerendorf steht einiges auf dem Programm, in der Kirche soll die Orgel saniert werden – mindestens 27 000 Euro teuer wird dies.

Fördervereine sind wichtige Stützen

Dass auf einen rührigen Förderverein auch in Selben Verlass ist, freut den Pfarrer ganz besonders. Ohne zusätzliche Kraft geht es nicht. Die Kirche im Delitzscher Ortsteil ist und bleibt derzeit schließlich das größte Sorgenkind im Kirchspiel Zschortau. Es gibt massive Rissbildungen am Gebäude, der Boden vor allem im Altarbereich wellt und wölbt sich, es gibt Senkungs- und Setzungserscheinungen. Kurzum: Das Gotteshaus ist in seinem Bestand massiv gefährdet. „Hier müssen wir anfangen“, sagt Daniel Senf.

Pfarrer Daniel Senf. Quelle: Dirk Knofe

Die genauen Kosten allerdings lassen sich nicht beziffern, zudem steht für den ebenfalls sehr engagierten Förderverein nach wie vor die Frage im Raum, ob der Bergbausanierer LMBV für die Schäden aufkommt. Es geht um die Rettung der Kirche. Ohne Baumaßnahmen hat diese wohl bald keine Chance mehr. Der Förderverein macht unter anderem mit Veranstaltungen auf die Probleme aufmerksam und sammelt Geld für das noch unbezifferte Großprojekt.

Infos unter www.kirche-selben.de

Von Christine Jacob

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