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Delitzsch Vielfältige Aktivitäten
Region Delitzsch Vielfältige Aktivitäten
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16:15 19.05.2017
Kaffeetrinken in gemütlicher Runde, auch dazu lädt der Heimatverein Döbernitz ein. Quelle: privat
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Delitzsch/Hohenroda/Klitschmar/Beuden

Heimatvereine kümmern sich um die Heimat- und Gemeinschaftspflege. Sie bereichern das kulturelle und gesellschaftliche Leben. Wie sind sie derzeit aufgestellt, wie sehen ihre Aktivitäten aus?

Gemeinsame Rad- und Bustour

Der Heimatverein Döbernitz hat sich beispielsweise seit nunmehr über 17 Jahren auf die Fahne geschrieben, die Dorfgemeinschaft zu beleben. Dabei stellen die derzeit 43 Mitglieder allerhand auf die Beine. Es gibt nicht nur regelmäßige Kaffeenachmittage für die älteren Bürger im Ort. Am 16. Juni startet zum Beispiel eine Radtour, die ebenso jährlich organisiert wird, wie eine Busfahrt. „Diese führt dieses Jahr nach Potsdam ins Schloss Sanssouci“, kündigt Vereinsvorsitzender Peter Sackewitz an. Aber auch für die junge Generation hat der Verein ein Herz. Seine Mitglieder gestalten unter anderem das Sommerfest der Kita Landmäuse und den Kindertag im Heilpädagogischen Zentrum in Delitzsch mit. Traditionell rollt der Weihnachtsmann mit seiner Kutsche am Heiligabend durchs Dorf und beschenkt Kinder. Um Wissensvermittlung rund um die Kartoffel geht es bei den vom Verein betreuten Projekttagen mit Vorschulkindern und Grundschülern auf dem Kartoffelhof Lienig. Das Sommerfest im Park, der Lampionumzug im Herbst oder die Weihnachtsfeiern des Vereins und für Senioren sind weitere Aktivitäten. Nachwuchssorgen hat der Verein direkt nicht. Die Mitgliederzahl bewegt seit Jahren zwischen 40 und 45, wobei die Mehrheit allerdings älter als 50 ist. „Deshalb freuen wir uns natürlich über jedes jüngere Mitglied, das sich aktiv einbringen kann“, sagt Sackewitz.

Junge Leute gewinnen

Wie kommt man an junge Leute ran? Das war kürzlich Diskussionsthema im Heimatverein Hohenroda/Mocherwitz. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Der Verein hat derzeit 43 Mitglieder mit einem Durchschnittsalter ums Rentenalter. Die jüngste Vereinsaktive wird 33, das älteste Vereinsmitglied verstarb kürzlich im Alter von 92 Jahren. „Junge Leute sind rar“, sagt Gisela Bamberg vom Heimatverein Hohenroda/Mocherwitz, „sie haben viel zu viel zu tun, wenn sie voll im Berufsleben stehen und Kinder haben.“ Zuläufe erlebt der Verein momentan vor allem von Leuten im Rentenalter, genau weil dann wieder Zeit ist, aktiv was zu bewegen. Der Verein reagiert insofern, dass zum Beispiel der jüngste Arbeitseinsatz auf einen Termin unter der Woche gelegt wurde, weil vornehmlich die Senioren die Zeit finden und die Jungen diese auch am Wochenende irgendwo zwischen Fußballspiel des eigenen Kindes, Überstunden und Haushalt nicht finden können.

Das Interesse zum Mitmachen ist da

Der Heimatverein Sächsischer Nordzipfel, ansässig im Wiedermarer Ortsteil Klitschmar, hat sich im Februar 2014 gegründet und startete damals mit 15 Mitgliedern, allesamt aus diesem einen Dorf. Die Mitgliederzahl ist stabil geblieben. „Zwei Neue sind in diesem Jahr dazugekommen“, verriet Carola Kühr. Sie kennt auch den Altersdurchschnitt: „So um die 40 Jahre.“ Es sind also auch Jüngere dabei. Höhepunkt in diesem Jahr ist das Sommerfest in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr. Die bereits stattgefundene Fahrradtour traf auf viel Resonanz. Gut 30 Leute waren dabei. Das Interesse, etwas für das Dorf und die Bewohner auf die Beine zu stellen, sei da, erklärte Carola Kühr. Das sei auch die Grundidee der Gründung des Vereins mit dem putzigen Namen.

Sich selbst etwas schaffen

Positiv denken ist das Motto des Vorsitzenden Jörg Krause des Heimatsvereins im Krostitzer Ortsteil Beuden. Es sind 30 Mitglieder mitsamt ihrer Familien - sei der Vorteil, das alles überschaubar bleibe und die Kommunikationswege kurz sind. Das macht es einfacher, gemeinsam anzupacken: „Wenn ich es besser haben will, mach ich es selbst“, beschreibt Krause, das erspare Wartezeit auf Fördermittel. Dadurch hat sich der kleine Verein auf dem Gelände der ehemaligen Biokläranlage, die die Kommune ihm kostenfrei verpachtete, einiges geschaffen. Es gibt ein renoviertes Vereinshaus für Feste, einen Fußball- und Volleyballplatz sowie ein Klettergerüst. Aber auch im Dorf selbst haben die Beudener Macher schon Hand angelegt: Vogelhäuser angebracht oder den Teich gesäubert. Es gehe auch darum, sich sein Lebensumfeld selbst mitzugestalten.

Von Thomas Steingen/Christine Jacob/Manuel Niemann/Ditmar Wohlgemuth

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