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Volkshochschule Delitzsch sucht neues Domizil

Einbrüche, bauliche Mängel, Zentrumsferne Volkshochschule Delitzsch sucht neues Domizil

Die Volkshochschule in Delitzsch hegt Umzugspläne: Das Domizil in der Wittenberger Straße 1 macht Sorgen. Die Räumlichkeiten sind wegen baulicher Mängel, der abgelegenen Lage und diverser Einbrüche zum ernsthaften Problem geworden.

Die Volkshochschule in Delitzsch ist in einem betagten Flachbau in der Wittenberger Straße 1 untergebracht.
 

Quelle: Kay Würker

Delitzsch.  Stressbewältigung, Selbstbehauptung, Bewegung für Körper und Geist – mit Kursen wie diesen haben die Dozenten an der Volkshochschule schon vielen Menschen das Dasein erleichtert. Doch nun stellt sich auch der Bildungsstätte die Daseinsfrage: Wie kann es gelingen, den Standort Delitzsch zukunftssicher aufzustellen? Um Teilnehmerzahlen geht es dabei nicht – Delitzsch ist für die nordsächsische Einrichtung ein starkes Standbein. Doch das Domizil macht Sorgen. Die Räumlichkeiten in der Wittenberger Straße 1 sind für die Volkshochschule zum ernsthaften Problem geworden, ein Umzug wird forciert.

Vor allem eine Einbruchserie in den vergangenen Monaten macht zu schaffen. Laut Polizeiprotokoll wurde das Objekt allein im Vorjahr fünfmal von Unbekannten heimgesucht. Die Täter hebelten Fenster oder Türen auf, stahlen Elektronik aus den Unterrichtsräumen. Delitzschs Polizeirevierleiter Klaus-Dieter Kabelitz vermutet einen Zusammenhang mit den diversen Einbrüchen in Wohnungen und Geschäftsräume in der Innenstadt, die im Dezember für Schlagzeilen sorgten. „Hinsichtlich der Volkshochschule gibt es Hinweise, aber es konnten noch keine Tatverdächtigen ermittelt werden“, berichtet Kabelitz. „Falls ein Umzug ansteht, sollte über die Sicherheit am neuen Standort gesprochen werden.“

Norbert Morch ist das bewusst. „Wir brauchen einen gewissen Sicherheitsstandard“, sagt der Leiter der Volkshochschule Nordsachsen. Die abgelegene Lage und die baulichen Bedingungen des betagten Flachbaus in der Wittenberger Straße seien problematisch. 2009 habe es vor Ort die letzte Einbruchswelle gegeben, dann war ein paar Jahre Ruhe, nun ist das Thema wieder akut. „Die Einbrüche und Technikdiebstähle haben unsere Arbeitsfähigkeit erheblich beeinträchtigt.“ Ein Blick ins aktuelle Programm der VHS Delitzsch macht das deutlich: Die früher regelmäßig angebotenen Computerkurse samt Einführung in Standardanwendungen sind verschwunden. Das Angebot beschränkt sich derzeit auf Smartphone- und Tabletnutzung – mobile Technik also, die sich nach Kursende wieder sicher verwahren lässt. „Wir sind vorsichtig geworden“, sagt Morch. „Wir möchten die EDV-Kurse ab kommendem Schuljahr wieder anbieten, doch dafür sind Lösungen nötig.“ Entweder werden entsprechende Abendlehrgänge in Schulgebäude verlegt oder – noch besser – ein Komplettumzug gelingt.

Letztgenanntes würde neben dem Einbruchsärger auch andere Nöte beseitigen. Der VHS-Chef möchte die Delitzscher Geschäftsstelle mehr ins Stadtzentrum rücken. „Unsere Erfahrungen in Eilenburg zeigen, dass das der richtige Weg ist. Seit wir im Juni 2013 das Haus Rinckart bezogen haben, ist der Zuspruch gewachsen und das Angebot ebenso.“ Das künftige Quartier soll zudem moderner sein, mit geringerem Energieverbrauch. Der Standort in der Wittenberger Straße, fasst Morch zusammen, sei in verschiedener Hinsicht nicht optimal.

Eigentlich sollte es nur eine zweijährige Übergangslösung sein, als die Volkshochschule 2007 in das Objekt im Bahn-Eigentum zog. Ein kurzfristiger Ausweich, weil die VHS das Quartier in der Halleschen Straße dem Polizeirevier überlassen musste. Doch die Hoffnung auf Rückkehr an die Ursprungsadresse zerschlug sich: Das Berufliche Schulzentrum in der Karl-Marx-Straße, wo die VHS bis kurz nach der Jahrtausendwende untergebracht war, konnte die Räumlichkeiten nicht bieten. Eigenbedarf.

Nun rückt der Fokus auf ein Objekt in der Innenstadt. Die Verhandlungen laufen. „Wir haben schon einige räumlich geeignete Objekte besichtigt, aber es passte nie“, resümiert der VHS-Chef – unter anderem wegen des Publikumsverkehrs und der geräuschvollen Kurse bis in den Abend hinein. Norbert Morch liegt viel daran, dass es diesmal klappt.

Von Kay Würker

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