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Volkssolidarität Nordsachen – ein Verein für die ganze Familie

Bilanz gezogen Volkssolidarität Nordsachen – ein Verein für die ganze Familie

Der Volkssolidarität Kreisverband Nordsachsen zieht eine positive Jahresbilanz und wählt einen neuen Vorstand, an deren Spitze erneut Jens Frieß steht. Größte Herausforderung war das Projekt Wohngruppe im Haus Biesener Bogen.

Jens Frieß, alter und neuer Vorsitzender des Volkssolidarität Kreisverbandes Nordsachsen.

Quelle: Manfred Lüttich

Delitzsch. Der Volkssolidarität-Kreisverband Nordsachsen zog Bilanz und wählte einen neuen Vorstand. Bereits seine dritte Amtsperiode tritt Jens Frieß als Vorsitzender des Kreisverbandes an. Frieß ist seit November 2014 zugleich auch stellvertretender Landesvorsitzender. Im Interview mit dieser Zeitung spricht er über den Respekt vor der Lebensleistung der Älteren, von Fürsorgepflicht gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und über eine stärkere Interessenvertretung der Mitglieder.

Herr Frieß, sind Sie gern Vorsitzender des Kreisverbandes?

Ich will es mal so sagen: Mittlerweile sogar sehr gern. Und ich habe diesen Schritt bislang nicht bereut. Übrigens: Es gab auch diesmal keinen Gegenkandidaten. Zu Beginn hatte ich schon einen gehörigen Respekt vor der Aufgabe. Aber wir sind eine tolle Vorstandsmannschaft. Sie macht es mir sehr leicht. Wir lachen viel miteinander und gehen gleichzeitig Dinge mit dem gebotenen Ernst und Fachkompetenz an. Es ist eine sehr unkomplizierte, ergebnisorientierte Zusammenarbeit mit allen. Allein könnte ich das Erforderliche gar nicht leisten.

Wie schätzen Sie die Entwicklung des Kreisverbandes ein? Wie fällt Ihre Bilanz aus?

In dem Zusammenhang ein riesen Dank an unsere Geschäftsführerin Anke Thiedmann. Sie ist ein absoluter Glücksfall für uns. Insgesamt haben wir uns sehr gut entwickelt, sind stabil aufgestellt. Dass sind wir 119 hauptamtlichen Mitarbeiter schuldig, wir haben eine Fürsorgepflicht für sie. Wir haben 2016 einen Jahresumsatz von 4,6 Millionen Euro erzielt und damit etwa vier Prozent mehr als im Vorjahr. Die Umsatzsteigerungen resultieren im Wesentlichen aus unserer Haupttätigkeit – der Kinder- und Jugendhilfe. Die Nachfragen nach Betreuungsleistungen der ambulanten und stationären Erziehungshilfen halten unvermindert an, nicht alle Anfragen können durch unsere Einrichtungen positiv beantwortet werden. Im Bereich der ambulanten Erziehungshilfen übersteigt die Zahl der durch unsere Fachkräfte betreuten Familien zeitweise die 50. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist das für uns sicher gut, gesamtgesellschaftlich betrachtet jedoch eigentlich eine Katastrophe. Wir sind im westlichen Teil von Nordsachsen nicht die einzigen, die diese Leistung anbieten.

Was war für den Verein 2016 die größte Herausforderung?

Da gibt es eigentlich nur eine, die herausragt: das Projekt heilpädagogische und intensivpädagogisch-therapeutische Wohngruppe im Haus Biesener Bogen. Es war das finanziell stärkste und personalintensivste Projekt überhaupt, das wir im Verein bisher auf den Weg gebracht haben. Es ist gelungen, dass Vorhaben termingerecht und unter Einhaltung der Baukosten in Höhe von etwa zwei Millionen Euro umzusetzen. Pünktlich zum 1. Oktober konnte die Einrichtung die Arbeit aufnehmen.

Was unterscheidet die Volkssolidarität von anderen Vereinen mit ähnlichen Zielstellungen?

Wir haben derzeit etwa 1000 Mitglieder, sind ein Verband für die ganze Familie, auch wenn das Durchschnittsalter unserer Mitglieder bei 73 Jahren liegt. Es ist ein Anspruch, den wir uns in unserem Leitbild gesetzt haben, und an dem wir uns messen lassen. Es gibt zahlreiche Veranstaltungen, die mittlerweile seit mehr als 20 Jahren Tradition haben, wo sich verschiedene Generationen treffen, mit einander ins Gespräch kommen, über das Leben reden. Es soll keiner allein sein. Das sind wird den Senioren in Anerkennung und Respekt vor deren Lebensleistung einfach schuldig. Deshalb sollen die Begegnungsstätten langfristig gesichert werden, auch wenn sie aus finanziellen Sicht für uns eine ständige Herausforderung darstellen. Gemeinsam mit den Ortsgruppen sichern sie die sozialen Kontakte, verdrängen die Einsamkeit. Wir haben jährlich bis zu 15 000 Besucher.

Welche Ziele haben sie sich für dritte Amtszeit gesetzt?

Wir wollen und müssen als Volkssolidarität vielerorts im Gespräch bleiben, dass bedeutet fundiertes Fachwissen, Bereitschaft zur Kommunikation auf vielen Gebieten, Mitarbeit in den Gremien und vieles mehr. Zudem wollen wir uns politisch mehr einmischen, die Interessen der Mitglieder offensiver vertreten. Das ist aber nicht nur Aufgabe des Vorstandes. Zudem müssen wir uns auf sich ändernde Rahmenbedingungen einstellen. Wir sind dazu bereit und in der Lage.

Von Ditmar Wohlgemuth

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