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Vollsperrung nervt Selbener

Vollsperrung nervt Selbener

Sprichwörtlich mit der Kirche ums Dorf fahren, das müssen Motorisierte derzeit in Selben: Seit der vergangenen Woche ist die Ortsdurchfahrt (Lange Straße) wegen der Erneuerung der Brücke über den Strengebach voll gesperrt.

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Die Brücke über den Strengebauch in Selben ist marode und muss erneuert werden. Zuvor tauscht die Derawa noch eine Wasserleitung aus.

Quelle: Thomas Steingen

Selben. Vor allem Kraftfahrer aus dem südlichen Teil des Ortes, wenn sie beispielsweise nach Delitzsch oder Richtung Spröda/Reibitz wollen, müssen während der Bauzeit eine erhebliche Umleitung in Kauf nehmen. Die Umfahrung der Baustelle ist für sie nur über Zschortau beziehungsweise über Biesen, Kreuma und Mocherwitz möglich.

Der Ortschaftsrat hatte im Vorfeld darauf gedrungen, dass für Rettungsfahrzeuge und Einwohner im Ort nach einer Umleitung gesucht wird. Dies lehnte die Stadtverwaltung aber mit der Begründung ab, dass die Errichtung einer provisorischen Brücke über den Strengebach die Kosten des Vorhabens in die Höhe schließen ließe. Ortschaftsrats Roland Kirsten (CDU) befriedigt dies besonders mit Blick auf die Rettungswege nicht. „Wenn Rettungskräfte die Umleitung fahren müssen, benötigen sie etwa 15 bis 20 Minuten länger. Das kann unter Umständen zu spät sein“, argumentiert er. Laut Stadtverwaltung sind die Rettungsdienste über die Sperrung aber informiert.

Bis voraussichtlich 16. November sind die Bauarbeiten an der Brücke geplant. Am Brückenkörper beginnen sie in dieser Woche. Gesperrt ist die Lange Straße aber schon seit einigen Tagen, denn vorige Woche begann die Firma Haakshorst aus Eilenburg im Auftrag des Zweckverbandes Delitzsch-Rackwitzer Wasserversorgung (Derawa) im Baustellenbereich eine alte Wasserleitung auszutauschen. Diese querte mit der Brücke den Strengebach. „Wir wollten vermeiden, dass die Brücke neu gebaut wird und unsere alten Leitung dort noch liegt“, erklärt Herbert Claßnitz, technischer Leiter der Derawa. Deshalb ist die Trinkwasserleitung in zirka vier Meter Tiefe unter der Grabensohle des Strengebaches verlegt worden. Wie Claßnitz weiter sagt, sei in diesem Zusammenhang auch  der unmittelbar neben der Brücke stehende Hydrant ausgetauscht worden. Am Montag erledigten Haakshorst-Beschäftigte letzte Restarbeiten wie den Deckenschluss mit Bitumen für den rund 50 Meter langen Baugraben.

Derweil sorgt das Vorhaben im Dorf für Diskussionen. Denn die Brücke hätte nach Ansicht Kirstens „überhaupt nicht angefasst werden müssen“, wie er kürzlich im Stadtrat erklärte. Denn es halten sich hartnäckig Behauptungen, dass die Brücke gar nicht so defekt sei. „Das ist schlicht und ergreifend falsch“, widerspricht Ulli Klausch, Sachgebietsleiter Kommunalbau der Stadt auf Anfrage der LVZ. „Wir haben die Brücke von einem renommierten Ingenieurbüro prüfen lassen. Das ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Brücke fast nicht mehr tragbar ist und deshalb erneuert werden muss.“

Auch Roland Kirstens Darstellung, dass die Bürger ein erhebliches Gefahrenpotenzial bei Starkwasser-Ereignissen sehen und Angst haben, „dass das Dorf unter Wasser steht“, beurteilt Klausch anders. Der Durchlass sei auf Grundlage einer wasserrechtlichen Genehmigung, die das Landratsamt erteilt hat, entsprechend von einem Planungsbüro berechnet worden, stellt der Sachgebietsleiter klar. Zudem gebe es Naturschutzvorgaben, um Kröten und anderen Tieren zu ermöglichen, trockenen Fußes durch das Rohr zu kommen. Dadurch verringere sich der Innenquerschnitt des Durchlasses. Unterm Strich werde dieser unmerklich größer als der bisherige, so Klausch auf Anfrage.

ts/cj

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