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Delitzsch Vom Gesellen zum Geschäftsführer
Region Delitzsch Vom Gesellen zum Geschäftsführer
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18:22 17.10.2012
Stolz zeigt Christian Rühl den Meisterbrief und die Urkunde des Jahrgangsbesten. Quelle: Thomas Steingen
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Benndorf/Radefeld

Für den Jungunternehmer nahm der beruflicher Werdegang eine ganz andere Entwicklung, als er es sich einst vorgestellt hatte. Ausgerechnet den Jahrgangsbesten der Installateur- und Heizungsbaubranche hatte die Handwerkskammer auf der Liste der diesjährigen Absolventen der Meisterschule, die an die Medien ging, vergessen. Christian Rühl nahm es zunächst gelassen. Als er aber von Kunden angesprochen wurde, ob er denn nicht zu den frisch gebackenen Meistern gehöre, war es ihm schon etwas unangenehm, schließlich hat er allen Grund auf das Erreichte stolz zu sein.

Dreieinhalb Jahre lang drückte der 28-Jährige neben seiner täglichen Arbeit bei der Radefelder Firma Leupold und Spittler dienstags und donnerstags von 17 bis 21 Uhr beziehungsweise freitags von 16 bis 21 Uhr und samstags von 7.30 bis 16 Uhr die Schulbank. „Diese massive Zusatzbelastung ist ohne die Unterstützung der Familie nicht zu bewältigen", dankt Christian Rühl seiner langjährigen Freundin Loretta Vieweg, zudem just zur letzten Prüfung der jetzt sechs Monate alte Dustin das Licht der Welt erblickte.

Aber auch in seiner Firma habe er alle erdenkliche Hilfe für die Meisterschule erfahren, sodass er rückblickend froh ist, das Ganze hintereinander durchgezogen zu haben. Dass er für die Vorbereitung auf die fachbezogene Prüfung vier Wochen Urlaub opferte, spricht für den Ehrgeiz des jungen Mannes. Seit April ist er zudem Miteigentümer der Radefelder Heizungsbaufirma, wo er nun einer von zwei Geschäftsführern ist. „Als Siegfried Spittler 60 wurde, hat er mir und meinem Kollegen Dirk Schulz seine Nachfolge angeboten. Für mich war es eine sehr schwere Entscheidung für sieben Mann Verantwortung zu übernehmen. Denn diese sieben Mann wollen Arbeit haben und auch ihr Geld pünktlich bekommen", berichtet Christian Rühl. Dass er einmal Chef und Miteigentümer eines Unternehmens sein würde, daran hat der aus Delitzsch stammende Heizungsmonteur zu Beginn seines Berufslebens nie gedacht. „Ich wollte keinen Bürojob ausüben und fand den Beruf des Heizungs- und Sanitärinstallateurs interessant und auch abwechslungsreich", erinnert er sich.

2004 schloss er Lehre und Berufschule übrigens auch schon als Jahrgangsbester ab. Weil es seinem Ausbildungsbetrieb in der Folge schlecht ging, musste Christian Rühl als letzter Geselle die Firma verlassen. Danach arbeitete er in mehreren kleinen Firmen. „Die Qualität, mit der dort gearbeitet wurde, konnte ich jedoch mit meinem Gewissen nicht vereinbaren." Darum rang er sich zur Meisterschule durch. Das war etwa zur selben Zeit, als er zu der Radefelder Firma wechselte, in der er offenbar sein berufliches zu Hause gefunden hat, weil dort alles passe.

Thomas Steingen

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