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Vom Praktikanten zum Bürgermeister: Steffen Brzoska hat's geschafft

Vom Praktikanten zum Bürgermeister: Steffen Brzoska hat's geschafft

Diese Karriere hat Hollywood-Reife: vom Praktikanten zum Bürgermeister in nur 13 Jahren. Steffen Brzoska hat das geschafft. Der Mann, der sich von Berufs wegen vor allem mit Gefahrenabwehr auskennt, siegte am Wahlkampf-Sonntag in einem Herzschlagfinale.

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Geschafft: Steffen Brzoska erfährt in Zschortau vom Wahlsieg.

Quelle: Alexander Prautzsch

Rackwitz. Und ist mit 27 Jahren zugleich der zweitjüngste Bürgermeister Sachsens. Lediglich ein Amtskollege im Landkreis Bautzen ist mit 26 Jahren noch jünger. Allerdings ist Rackwitz mit rund 5000 Einwohnern deutlich größer als Schmölln-Putzkau in der Oberlausitz.

Steffen Brzoska nahm sich gestern erst mal einen Tag frei. Zum Verschnaufen nach den anstrengenden Wochen. "Ich muss das setzen lassen, um es zu realisieren. Ich hatte fast gar nicht mehr damit gerechnet", sagte er. Brzoskas Weg zum Bürgermeister begann 2002 mit einem Schülerpraktikum im Rackwitzer Rathaus. 2004, im Jahr der Fusion von Zschortau und Rackwitz zur Einheitsgemeinde, setzte er sich bei der Ausschreibung einer Azubi-Stelle gegen Dutzende Mitbewerber durch, startete die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten. Später sattelte er eine Zusatzausbildung zum Kommunalwirt drauf, wurde Leiter des Sachgebiets Brandschutz, Ordnung und Sicherheit. Ins Politikgeschäft allerdings stieg Brzoska erst 2014 ein. Über die SPD-Liste zog er in den nordsächsischen Kreistag ein. Die Sozialdemokraten nominierten ihn auch für den Bürgermeister-Wahlkampf.

Ein Kampf mit Krimi-Anleihen. Im ersten Wahlgang mit fünf Bewerbern wurde Steffen Brzoska hauchdünn Zweitplatzierter - er lag acht Stimmen hinter Kandidat Dietmar Schenk von der Rackwitzer Bürgerschaft. In Runde zwei am Sonntag drehten sich die Verhältnisse: Brzoska holte 46 Prozent, Schenk 44,3 Prozent. Der Dritte im Bunde, Einzelbewerber Oliver Handke, ging mit 9,7 Prozent aus dem Rennen.

Die beiden hoffnungsvollsten Kandidaten legten am Sonntag noch mal zu. Sie konnten in allen Wahllokalen der Gemeinde einen Stimmenzuwachs im Vergleich zum ersten Wahlgang verbuchen. Zulasten von Oliver Handke, der jeweils deutlich einbüßte. Allerdings sind die Unterstützer für Brzoska und Schenk recht unterschiedlich verteilt. Sowohl im Rackwitzer Neubaugebiet als auch im Wahllokal Rackwitzer Schule, wo die Ortslagen Güntheritz und Podelwitz wählten, lag Schenk klar vorn. Im Neubaugebiet einschließlich Neu-Schladitz fuhr Schenk knapp 70 Prozent mehr Stimmen ein als Brzoska. Dafür hat Brzoska im Bereich Zschortau mehr Zuspruch. Auch bei der Briefwahl, die in Runde zwei noch stärker genutzt wurde als im ersten Durchgang, zog Brzoska mit 193 Stimmen an Schenk (135 Stimmen) vorbei. "Ich akzeptiere das Ergebnis", sagte Dietmar Schenk gestern. "Ich fühle mich aber meinen 831 Wählern verpflichtet, weiß, wo ihnen der Schuh drückt. In diesem Sinne werde ich die Arbeit des Bürgermeisters als Gemeinderat kritisch begleiten."

Für den neuen Rathauschef wird es am 1. August ernst - dem Tag des offiziellen Amtsantritts. Es liegt viel Arbeit vor dem 27-Jährigen. Der Um- und Ausbau der Zschortauer Grundschule, die entstehende benachbarte Asylbewerberunterkunft, die nötigen Investitionen in die Schule Rackwitz, der Sanierungsstau in Gemeindewohnungen, das sind wohl die drängendsten Themen der nächsten Monate. Auch im Ordnungsamt gibt es zu tun. "Vielleicht eine Umstrukturierung", sagte Brzoska. Auf alle Fälle ist dort demnächst eine Sachgebietsleiterstelle zu besetzen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.06.2015
Kay Würker

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