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Delitzsch Von der Oper an die Grundschule Zschortau: Natalie Stahl startet als Lehrerin durch
Region Delitzsch Von der Oper an die Grundschule Zschortau: Natalie Stahl startet als Lehrerin durch
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00:20 16.11.2017
Quereinstieg in Zschortau: Die ausgebildete Sopransängerin Natalie Stahl (36) unterrichtet jetzt Musik. Quelle: Manuel Niemann
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Zschortau

Den sächsischen Schulen fehlen ausgebildete Lehrer. Damit es nicht zu Engpässen und längerem Unterrichtsausausfällen kommt, werden immer mehr Seiteneinsteiger eingestellt. Sachsenweit wurden für das neue Schuljahr bereits mehr Quereinsteiger eingestellt als Lehrer. Eigentlich starten diese erst nach einer dreimonatigen Einstiegsfortbildung in den Schuldienst, nicht so Natalie Stahl. Sie ist eine „kleine, rechtliche Grauzone“, zumindest nennt sie ihre neue Chefin, Katrin Kirchner, die Leiterin der Zschortauer Grundschule, so.

Engpass durch längere Erkrankung

Dort war bis vor Kurzem eine Stelle als Musiklehrerin offen, weil eine Kollegin länger erkrankt war. Bereits im letzten Jahr griff Kirchner daher auf eine Quereinsteigerin zurück. Die wechselte jedoch die Schule, sodass Kirchner wieder eine Lehrerin fehlte. Ersatz hatte sie schnell im Auge: „Mein Mann ist Berufsmusiker. Für das Projekt ’Jedem Kind ein Instrument’ der Kreismusikschule war er in Zschortau und gab Schlagzeugunterricht“, erzählt Natalie Stahl. Er machte Schulleiterin Kirchner auf seine Frau, zu der Zeit eine freischaffende Sängerin, aufmerksam.

Von der Freiberuflichkeit in den Schuldienst

Die 36-Jährige ist eine „Grauzone“, weil sie pädagogisch nicht vollkommen unvorbelastet ist. In München hat sie vier Jahre Musik und Deutsch studiert. Dieses Studium auf Lehramt für die Realschule hat sie auch mit dem Ersten Staatsexamen abgeschlossen. Ein Referendariat und das Zweite Staatsexamen, die in die Berufspraxis führen, machte sie nicht. Sie sagt: „Singen kann man nicht so lange wie Unterrichten.“ Daher ging sie nach Weimar, studierte Gesang. Nach Auftritten auf Opern- und Konzertbühnen zieht es sie nun wieder in die Lehre. „Nur eine Frage der Zeit“, sagt sie, auch ihre Eltern und Geschwister arbeiten als Lehrer, zudem lockten ein festes Gehalt und Zeit für die beiden Söhne. Bei „Singt euch ein!“, einem Projekt der Musikschule „Johann Sebastian Bach“ an den Leipziger Grundschulen, kam sie in Kontakt mit Drittklässlern. Ein angenehmes Alter zum Unterrichten, wie sie fand.

Bürokratische Hürden bei Einstellung

Kirchner indes ärgerte sich über die ihr gesetzten bürokratischen Schranken: Die Einstellungspraxis sieht den Amtsweg bis nach Dresden vor. Letztlich bekam sie ihre Wunschkandidatin dann doch recht schnell: Mitte August bewarb sich Stahl, Anfang September hatte sie die E-Mail vom zuständigen Referenten der Bildungsagentur im Postfach, dass sie in Zschortau anfangen könne. Dort unterrichtet sie jetzt acht Stunden Musik und gibt Kindern gezielten Sprachförderunterricht. Ermöglicht wird das über den sogenannten Unterrichtsversorgungspool, der sie an Schulen schickt, wenn dort jemand ausfällt. Gleich die erste, an der sie landete, sei ein Volltreffer: Nette Kollegen, wenige Klassen, kein sozialer Brennpunkt. Ideal, um Erfahrungen zu sammeln und die Themen, die ihr liegen, innerhalb des Lehrplans aufzubereiten.

Von Manuel Niemann

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