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Delitzsch Vortrag statt Predigt am Reformationstag
Region Delitzsch Vortrag statt Predigt am Reformationstag
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14:04 27.10.2016
Die evangelische Kirche in Löbnitz. Ihre Sanierung ist seit diesem Jahr abgeschlossen. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Löbnitz

Statt einer Predigt zum Gottesdienst in der Löbnitzer Kirche am Reformationstag wird es einen Vortrag geben. Er beginnt um 10 Uhr und wird von Siglind König gehalten. Die promovierte Chemikerin aus Naumburg mit Löbnitzer Wurzeln hat sich in Löbnitz sehr umfassend und intensiv mit der größten Bilderdecke Deutschlands beschäftigt, ihre Erkenntnisse hat sie auch in einem Buch niedergeschrieben. Doch im Vortrag wird es diesmal nicht um die Deckenmalerei gehen, sondern im Mittelpunkt stehen die Emporenbilder, die 2012 umfassend restauriert wurden. Dabei entdeckte man unter anderem, dass auch diese Bilder um 1690 entstanden sein müssen und auch dem Pinsel des Delitzscher Kunstmaler Christian Schilling entstammen. Insbesondere die Bemalung der Nordempore kann in die Zeit der Entstehung der Bilderdecke datiert werden. Als Vorlage dienten Emblematik-Bilder des Spaniers Diego de Saavedra Fajardo. Embleme vermitteln allgemein formuliert Verhaltensnormen und Lebensweisen. Die Süd- und die Westempore wurden bei der Rekonstruktion 1971 flächig gestrichen.

„Die Emporenbilder haben keinerlei biblischen Inhalt“, wurde festgestellt. Sieglinde König weiß, dass die Bilder auf den ersten Blick inhaltlich schwer zu erfassen sind. „Diese barocken Bilderrätsel sind dann lösbar, wenn man sich auf die Geschichten einlässt und die dargestellten Symbole deuten kann“, erklärte die 67-Jährige. Mit ihrem Vortrag will sie helfen, die Emporenbemalung und ihre Botschaft zu entschlüsseln.

Wie es hieß, gebe es nur noch sehr wenige Gebäude im deutschsprachigen Raum, die auf Bilder von de Saavedra Fajardo verweisen können. Auch in dieser Beziehung zeichne sich die Löbnitzer Kirche einmal mehr aus.

Von Ditmar Wohlgemuth

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