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Wann kommt das Aus für die Schule? In Wiesenena liegen die Nerven blank

Wann kommt das Aus für die Schule? In Wiesenena liegen die Nerven blank

Nächste Woche ist die Abstimmungsrunde im Sächsischen Kultusministerium. Dann und dort wird entschieden, ob sich die Dresdner Behörde auf eine gleitende Schließung der Grundschule Wiesenena einlässt oder ob sie die sofortig Schließung am Ende des Schuljahres veranlasst.

Wiedemar. Wie berichtet, hatte das Kultusministerium mit einem Mitwirkungsentzug gedroht, die benötigten Lehrer würden dann nicht mehr zur Verfügung stehen. Dezernent Horst Winkler sah in der Ankündigung eher einen "Schuss vor dem Bug". Aus seiner Sicht hat sich die Gemeinde zu lange Zeit gelassen, zu entscheiden, welcher Grundschulstandort künftig bleiben wird. Um beide Standorte, Wiesenena und Kyhna, zu erhalten, fehlen die Kinder. Winkler sprach vor den Elternvertretern über die Situation kürzlich beim Treffen des Kreiselternrates, weil Tino Pantel, ein Zwochauer, den Elternrat um Unterstützung bat. "Wir wissen nicht, wie es weiter geht", sagte er. Insbesondere jene Eltern stehen vor einem Problem, die ihre Kinder im kommenden Schuljahr einschulen müssen. "Sie wissen nicht, wie sie künftig planen können", sagte der junge Mann. Und das betreffe nicht nur die Einschulungsfeiern, sondern auch alles, was danach kommt. Er warf der Gemeinde vor, sie "sitzt das Problem aus". Der Gemeinderat hat jedoch bereits eine Entscheidung gefällt. Kyhna ist der künftig einzige Grundschulstandort in der Gemeinde Wiedemar. Tino Pantel berichtete in diesem Zusammenhang auch von Anfeindungen, die insbesondere die Kyhnaer Schulleiterin, aber auch andere Kolleginnen betrafen. Der Zwochauer befürchtet zudem, dass in Kyhna eine Containerschule entstehen könnte, um den möglicherweise kurzfristig entstehenden Platzbedarf zu decken. "Wenn die einmal steht, bleibt die auch so!" Er schlussfolgerte auf einen Containerbau, weil "bislang keinerlei Vermessungen oder ein erster Spatenstich für die Schulerweiterung stattgefunden haben". Horst Winkler bestätigte, dass in der Kyhnaer Grundschule momentan noch nicht die Voraussetzungen vorhanden sind, um Wiesenenaer Klassen aufzunehmen. Deswegen sehe er eher eine gleitende Schließung als wahrscheinliche Variante. Bis 2017 könnten dann die erforderlichen Räume geschaffen werden. Nach seiner Kenntnis könne sich das Kultusministerium vorstellen, von einem Mitwirkungsentzug für die dritte Klasse - auch dort wird die erforderliche Schülerzahl 15 nicht erreicht - Abstand zu nehmen. "Für die erste Klasse ist das Thema aber noch nicht durch", so Winkler. Schule und Baustelle könne er sich jedenfalls nicht vorstellen. "Da muss es eine andere Variante geben." Auch deshalb gibt es die Runde in Dresden. Die Argumentationslinie ist sowohl dem Dezernenten als auch der Wiedemarer Bürgermeisterin Ines Möller (parteilos) klar. Die Gemeinde braucht Zeit, um Klassenräume bauen zu lassen. Auch die Kapazität des Hortes in Kyhna stößt an die Grenzen.

Dezernent Horst Winkler sprach erneut den jahrgangsübergreifenden Unterricht an, um den Standort Wiesenena zu halten. Diese Variante wurde von Eltern und Lehrern abgelehnt. Auch eine Zusammenarbeit mit Schkeuditz wäre laut Winkler möglich. "Die erste Klasse in der Glesiener Grundschule ist mit 17 Kindern nur knapp besetzt. Schüler abgeben, um Wiesenena zu halten stand bei einem Gespräch mit dem Schkeuditzer Bürgermeister nicht zur Debatte", erklärte Ines Möller auf Anfrage.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.05.2015
Ditmar Wohlgemuth

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