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Delitzsch Wannewitz - Die „Autostadt“, der nicht nur Tante Emma fehlt
Region Delitzsch Wannewitz - Die „Autostadt“, der nicht nur Tante Emma fehlt
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10:32 09.03.2017
Kinder gibt es einige im Dorf. Sagt man. Zu sehen sind sie kaum, der Spielplatz ist ohnehin grade gesperrt.   Quelle: Foto: Christine Jacob
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WANNEWITZ

 Was ist eigentlich los auf dem Lande? Was wird geredet im Dorf? Was bewegt die Menschen? Die LVZ-Serie Unterwegs in ... zeigt es.

Wannewitz. Ist der Name Programm? Hier heißt jede Straße gleich, so klein ist das Dorf. Wannewitz hat hier jeder der knapp 100 Einwohner doppelt in seiner Anschrift stehen, als Ort und als Straße. Positiv gerechnet gibt es eine Handvoll Straßen. Und die sind ruhig an diesem Dienstagabend im August. So ist es hier nun mal. Ruhig. Sieht man mal von den Autos und Lkw ab, die mitten durch das Dorf fahren. „Es ist hier manchmal wie auf der Autobahn, so brettern die durch“, ärgert sich ein Mann. Autos, die haben sie hier genug. Wannewitz mag einer der kleinsten Schönwölkauer Ortsteile sein, an einer Stelle aber ist er ganz groß. Nämlich dann, wenn es ums automobile Glück geht. Zwei Kfz-Werkstätten gibt es im Dorf.

LVZ-Serie "Unterwegs in..."

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Der eine hat so viel zu tun, dass er gleich abwinkt, wenn es um weiterführende Gespräche geht. Von früh bis spät steht er in der Werkstatt. Der andere gerät ins Schwärmen, wenn es um altes Blech geht. „So richtig erklären kann ich das auch nicht“, sagt Manfred Nitzschke zur „Autostadt“ Wannewitz. Das Dorf sei immer landwirtschaftlich geprägt gewesen, die Schweinemastanlage kommt ja nicht von ungefähr. Nach der Wende waren die beiden freien Werkstätten dann eben einfach da. Und Manfred Nitzschke, er geht aufs Rentenalter zu, und sein Sohn haben Wannewitz zur festen Größe in der Oldtimerszene gemacht. Neben normalen Autoreparaturen kümmern sich Vater und Sohn seit fast zehn Jahren darum, Oldtimer wieder zu rollenden Schätzen zu machen. FeinBlech, so heißt ihre Sparte, konnte sogar zu Anfang des Jahres noch einen Mitarbeiter einstellen.

An anderer Stelle klemmt es irgendwie im Dorf. Es sei, berichten Wannewitzer, oft so furchtbar anonym hier. Man kennt vielleicht den direkten Nachbarn noch, den gegenüber sieht man schon kaum. Der Schönwölkauer Bürgermeister Volker Tiefensee (CDU) sage zwar, Wannewitz sei ein junges Dorf, in das einige Familien gezogen sind, nur zu sehen sind sie nicht. Vor dem Haus gegenüber ist ein Kinderwagen geparkt. Der Spielplatz war zeitweise nach TÜV-Kontrolle gesperrt, ein Mängel musste erst noch behoben werden – nun ist er wieder nutzbar, so der Bürgermeister. „Bei uns ist der Bürgersteig hochgeklappt“, findet Nitzschke senior. Einen Laden hätten sie früher noch gehabt. Eine Tante Emma gibt es heute nicht mehr im Dorf. Und die fehlt. Und auch ein Gasthaus.

Von Christine Jacob

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