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Warnstreik in Rackwitz: 70 Metaller legen ihre Arbeit nieder

Warnstreik in Rackwitz: 70 Metaller legen ihre Arbeit nieder

Es war der letzte Tag der von der IG Metall (IGM) organisierten ersten Warnstreikwelle. Gewerkschaftssekretär Thomas Arnold berichtete von insgesamt elf Betrieben, die bislang erreicht wurden.

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Gut 70 Metaller, nicht alle von ihnen sind in der IG Metall organisiert, folgen dem Aufruf der Gewerkschaft und nehmen am Arbeitskampf teil.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Rackwitz. Am Freitag gingen auch Metaller aus Rackwitz auf die Straße, verließen ihre Arbeitsplätze bei der Sapa Extrusion Deutschland GmbH und bei der Hydro Aluminium Gießerei Rackwitz GmbH. An vier weiteren Unternehmensstandorten der Metall- und Elektrobranche in Sachsen wurde fast zeitgleich gestreikt.

Das Wetter war eisig, die Entschlossenheit der Mitarbeiter, mit dem Arbeitskampf etwas zu bewegen, keineswegs eingefroren. "Für unsere gute Arbeit wollen wir auch gut bezahlt werden" sagte Marcus Feller (24). Hydro Aluminium sei zwar ein gutes Unternehmen, aber das Vier-Schichtsystem verlange einige Opfer. Dafür sollte in der Lohntüte ein entsprechender Ausgleich sein. Auch für Andreas Gogsch (32) ist seine Streikteilnahme damit verbunden, für "mehr Geld in der Tasche zu kämpfen". Das Leben insgesamt werde schließlich auch nicht billiger. Steffi Degenhardt (34) ist "davon überzeugt, dass es wichtig ist, hier und jetzt aufzutreten, dem Aufruf der Gewerkschaft zu folgen". Die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei Sapa sieht allerdings nicht nur die Forderung nach mehr Geld - die Gewerkschaft fordert 5,5 die Arbeitgeber bieten derzeit 2,2 Prozent - als entscheidend für den künftigen Tarifabschluss an. Auch neue Fortbildungs- und Alterszeitregelungen müssten aufgenommen werden. Auch der IGM-Gewerkschaftssekretär Thomas Arnold sieht das Paket als ganzes, keine der drei Forderungen Lohnerhöhung, mehr Geld und Zeit für die Bildung als auch eine bessere Altersteilzeit dürfe für sich genommen werden. "Verhandelt wird über das Paket." Helga Fischer, ebenfalls unter den Streikenden, fand, es müsse deutlich mehr in die Qualifizierung der Mitarbeiter investiert werden. "Die Bereitschaft ist doch da", meinte sie. "Wir müssen unser Fachpersonal selbst ausbilden. Fachkräfte aus dem Ausland retten uns nicht. Wir haben selbst genug Potenzial." Thomas Arnold bestärkte sie in der Auffassung. Vor den 70 Streikenden betonte er, die Forderung nach Bildungsteilzeit sei zwar neu, aber existenziell für jeden. "Wer sich qualifiziert, erhöht den Wert seiner Arbeitskraft. Doch nicht der Arbeitgeber darf entscheiden, wer sich qualifiziert, sondern jeder selbst müsse und dürfe das können." In Zeiten des Fachkräftemangels sei es auch eine Frage der Existenz von Unternehmen, ob Experten gehalten werden können. "Es geht aber auch um berufliche Aufstiegschancen, um berufsorientierte berufliche Abschlüsse, die das ermöglichen", erklärte Arnold. Nicht minder wichtig sei der Gewerkschaft, die Altersteilzeitregelungen zu erneuern und zu verbessern. Niedrige Gehaltsgruppen müssten deshalb angehoben werden, damit Altersteilzeit auch für sie möglich wird. Auch abschlagsfrei nach der Altersteilzeit in Rente gehen zu können ist eine Forderung. Die nächste Verhandlungsrunde beginnt am Dienstag. "Nicht nur Gewerkschaftsmitglieder schlossen sich dem Streik an", berichtete Hydro-Betriebsrat Frank Schmidt. Es seien aber auch zwei Leute dabei, die gerade ihren Antrag abgegeben hätten. Übrigens: Bezahlt wird die Warnstreikzeit nicht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.02.2015
Ditmar Wohlgemuth

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