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Delitzsch Warum Delitzsch zur Sonnenseite Sachsens gehört
Region Delitzsch Warum Delitzsch zur Sonnenseite Sachsens gehört
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07:00 11.01.2019
Warum scheint in Delitzsch so oft die Sonne? Es liegt am Brocken. In Sachsen-Anhalt regnen sich viele Wolken schon ab, bevor sie nach Nordsachsen kommen. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Deutlich mehr als in den vergangenen Jahren hat die Sonne über Delitzsch 2018 geschienen. 2356 Sonnenstunden gab es 2018. 2017 waren es aber auch schon 1945 und 2016 2127 Sonnenstunden. Die Werte werden in einer Wetterstation der MeteoGroup am Delitzscher Tiergarten gemessen und regelmäßig schafft es Delitzsch damit unter die sonnenreichsten Städte in Sachsen, ist aktuell auf Platz drei hinter Riesa und Zwickau mit jeweils nur ein paar Sonnenstunden mehr. Doch warum ist das so?

Tiefland sonnenscheinbegünstigt

Immerhin reicht es auch deutschlandweit für eine Platzierung unter den 30 sonnenreichsten Orten. Auch die Experten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) kennen das Phänomen und haben einige gute Erklärungen parat. Dass Delitzsch sich oft durch gutes Wetter auszeichne, habe etwas mit der topographischen Lage zu tun, schildert Andreas Friedrich vom DWD. Delitzsch liegt zwischen Harz und Leipziger Tieflandsbucht. Die Region um Leipzig sei generell sonnenscheinbegünstigt. Denn sie ist weit genug von den Bergen. In Europa treten am häufigsten Wetterlagen aus West, Nordwest und Südwest auf. Der Wind bringt feuchte Meeresluft in den Osten. Meistens regnet sich diese feuchte Luft dann schon eher im Harz oder auch dem Leipziger Land ab, über die Loberstadt ziehen Regenwolken meist hinweg. Laut DWD, der in Delitzsch selbst keine Sonnenstunden misst und den Daten der MeteoGroup vertrauen muss, ist die Loberstadt mit ihren Sonnenstunden gar keine so große Ausnahme. Die Messstation Leipzig/Schkeuditz ist vom DWD für 2018 mit 2155 Sonnenstunden registriert, Zinnwald kommt auf 1816 und Dresden auch auf 2137 Sonnenstunden. Flaches Land bedeutet meist klare Sicht. „Im Jahresmittel gibt es im Bergland immer mehr Wolken und in den Niederungen ist es sonnenreicher“, erklärt Andreas Friedrich.

Seen haben kaum Einfluss

In Delitzsch gibt es den Spruch, dass Unwetter meist an der Stadt vorüberziehen würden, wenn nicht aber umso heftiger wären. Die Vermutung ist, dass dies etwas mit den in den vergangenen Jahren entstandenen Seen zu tun habe. Ein Effekt, den der DWD-Wetterexperte so nicht bestätigen kann. Zwar haben Seen durchaus Einfluss auf das Mikroklima. Im Frühjahr zum Beispiel wirkt ein See wie eine Kühlfläche. Im Sommer wird ein See zum Wärmespeicher, und auch ein Gewitter holt sich dort nochmals Kraft – eine große Wasserfläche könne ein Gewitter also durchaus befördern. Nach Ansicht des DWD-Experten seien die Wasserflächen rund um die Stadt aber insgesamt noch zu klein, um einen wirklich so deutlichen Effekt ausmachen zu können – da müsste es schon eine Riesenfläche wie die des Bodensees sein. Und wenn es so wie im Sommer 2015 mal zu heftigen Unwettern in Delitzsch kommt, ist das kein lokal oder regional begrenztes Unwetter, sondern sind es oft Wetterzellen mit Einfluss auf große Teile Deutschlands, die hiesigen Seen ändern daran nicht wirklich was. „Die Tagebauseen der Leipziger Region insgesamt spielen keine entscheidende Rolle bei der Unwetterentwicklung“, sagt Andreas Friedrich. Die Seen sind noch zu klein für einen größeren Effekt, auch wenn es viele sein mögen. Gleichwohl haben auch diese kleineren Seen und jeder einzelne von ihnen einen Einfluss jetzt im Winter, sie begünstigen bei winterlichen Bedingungen Nebellagen und sorgen für getrübte Sicht.

Von Christine Jacob

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