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Warum die Kita-Beiträge in Delitzsch steigen

Beschlossene Sache Warum die Kita-Beiträge in Delitzsch steigen

Die Eltern sind – meistens – sauer. Nur wenige haben Verständnis. Die Elternbeiträge in Delitzsch steigen erneut. um ungefähr 20 Euro pro Kind und Monat. Die Stadt führt gute Gründe für die Erhöhung ins Feld.

Für die Kinderbetreuung in Delitzsch muss wieder mehr bezahlt werden.

Quelle: Christine Jacob

Delitzsch. Die Elternbeiträge für die Kinderbetreuung in Delitzsch steigen wie angekündigt und in allen Einrichtungen. Die Entscheidung hat sich wohl keiner leicht gemacht. Das Ergebnis ist denkbar unpopulär. „Die da oben“ würden wohl spinnen und würden gleich nach der Wahl die Katze aus dem Sack lassen, wird dem Ärger bei Facebook Luft gemacht. Aber es musste, so jedenfalls die Argumentation von Verwaltung und Stadtrat, einfach sein. Ein Krippenplatz wird mit dem neuen Jahr 213 Euro monatlich, ein Kindergartenplatz 135 Euro im Monat und der Hort 75 Euro monatlich kosten.

Gestiegene Personalkosten

Hintergrund für die Kostensteigerung sind gestiegene Personal- und Sachkosten in sämtlichen Betreuungsformen, die mit veränderten Personalschlüsseln und angepassten Tarifen auch weiterhin im Steigen begriffen sind – es wird also voraussichtlich weiter nach oben gehen. Der Gemeindeanteil an den Kosten klettert eben auch kontinuierlich nach oben – 575,14 Euro machte er zum Beispiel 2016 im Krippenbereich aus, 547,65 Euro waren es 2015. Die konkreten Zahlen für 2017 liegen noch nicht vor, mit einer weiteren Steigerung im Vergleich zu 2016 ist zu rechnen. Die Stadt manövriert so – wenn den die Preise nicht angepasst werden – jährlich auf ein Defizit von rund einer halben Million Euro zu. Das ist Geld, das an anderer Stelle fehlen wird, argumentiert man in Stadtrat und – verwaltung.

Oft vergessen wird, dass für Delitzsch noch immer angespannte Haushaltslage gilt. Man müsse das große Ganze im Blick behalten, argumentierte so am Donnerstag auch die für die Erhöhung stimmende CDU-Fraktion. „Wir müssen auf Lohnsteigerungen und Investitionen in Kitas reagieren“, so CDU-Fraktionschef Mathias Plath. Etwa zwei Millionen Euro jährlich gibt Delitzsch für freiwillige Einrichtungen wie Tiergarten, Museum, Bibliothek und Freibad aus. „Die 500 000 Euro sind ein Viertel davon“, erinnerte der CDU-Mann daran, dass das Defizit sonst genau im freiwilligen Bereich eingespart werden müsste.

Nicht die erste Erhöhung

Mit der Erhöhung bewegt sich Delitzsch nun übrigens auch wieder in allen Betreuungsformen in dem Rahmen, den das Sächsische Kitagesetz vorgibt – an den Kosten für einen Platz müssen sich Eltern demnach mit einem Anteil von mindestens 20 Prozent beteiligen. Bei den zuletzt 925,07 Euro Personal- und Sachkosten im Jahre 2016 zum Beispiel für einen Krippenplatz deckte der Elternbeitrag in Höhe von 189,63 Euro aber nur 180,21 Euro der Gesamtkosten – 19,5 Prozent. Der Landeszuschuss belief sich auf nur 169,72 Euro. Und weil den letzten bekanntlich die Hunde beißen, sind es stets die Kommunen denen die unliebsame Aufgabe zukommt, solche Preise zu erhöhen. Nachdem die Stadt jahrelang keine Anpassungen vorgenommen hatte, ging es nun zu allem Ärger für die betroffenen Eltern Schlag auf Schlag, indem zum Jahresanfang 2017 und zuvor bereits im Frühjahr 2016 erhöht wurde.

Die Entscheidung des Stadtrats fiel am Donnerstagabend nach langer Diskussion mit Stimmenmehrheit. Die Nein-Stimmen und Enthaltungen kamen von Linken und der SPD, auch Freie Wähler waren für die Erhöhung. Die Satzung beinhaltet nach wie vor Rabatt- und Härtefallregelungen. Werden mehrere Kinder einer Familie betreut, sind unter Umständen zum Beispiel für das 2. Kind schon 40 Prozent weniger zu zahlen und so gibt es weitere Ermäßigungen. Alleinerziehende zahlen nicht den vollen Preis, müssen im Vergleich zu früher aber auch Kostensteigerungen hinnehmen. Auch andere Kommunen der Umgebung, zuletzt Rackwitz, haben ihre Elternbeitragssatzungen angepasst. In weiteren Gemeinden wird dieser Schritt in den kommenden Wochen folgen.

Von Christine Jacob

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