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Delitzsch Was Pfarrer tragen und in alten Schlössern im Verborgenen liegt
Region Delitzsch Was Pfarrer tragen und in alten Schlössern im Verborgenen liegt
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00:42 17.09.2015
Gespannt lauschen die Besucher zur Nacht der offenen Kirchen in der Delitzscher Marienkirche Pfarrer Poschlods Erzählungen über die Bedeutung von Gewändern. Quelle: Alexander Prautzsch
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Allein in der Region beteiligten sich Vereine und Institutionen mit über 20 Denkmalen. Die LVZ begab sich auf die Spuren interessanter Geschichte.

Auftakt war bereits am Samstag die Nacht der offenen Kirchen in Delitzsch. Diese Orte verschiedener Konfessionen erkunden und das eine oder andere Neue herausfinden, zog bei milden Abendtemperaturen zahlreiche Delitzscher bis Mitternacht in die fünf Gotteshäuser. In der Katholischen Marienkirche präsentierte Pfarrer Michael Poschlod die gesamte Bandbreite seiner Gewänder. In einem rund 30-minütigen Vortrag erläuterte er die unterschiedlichen Farbgebungen im Zusammenhang zur jeweiligen Farbsymbolik. Grün, Rot Violet, Rosa oder Weiß reihten sich aneinander und wurden an der Weimbsorgel in musikalischer Form intoniert. Der 27-jährige Marc Schulz besuchte die Nacht der offenen Kirchen. Für ihn ist wichtig: "Das man neue Glaubensfragen beantwortet bekommt und über andere Glaubensrichtungen informiert wird", erzählte er.

Zum Tag des offenen Denkmals nutzten mehrere Besucher die Möglichkeit, um einen Blick in das teilsanierte Schloss in Hohenprießnitz zu werfen. Beeindruckt zeigten sich die Gäste von der in diesem Jahr fertiggestellten Wandmalerei im oberen Teil des zweigeschossigen Foyers. Dieser Bereich war viele Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte mit einer hölzernen Wandverkleidung versehen. Bei der Untersuchung der darunterliegenden Farbschichten kamen Teile der historischen Malerei zum Vorschein. Wie Schloss-Kenner Rolf Schulze sagte, existierten dort mehrere Farbschichten. Nach Absprache mit dem Denkmalschutz wurde die in pastellen Tönen gestaltete Illusionsmalerei in den zurückliegenden Monaten aufwendig restauriert. Auf der Wand zweidimensional aufgetragen, täuscht diese Art der Darstellung dem Auge eine Dreidimensionalität vor. "Wir sind zum ersten Mal hier und freuen uns, dass das Schloss nicht verfällt, sondern nach und nach so ordentlich saniert wird", lobte Ramona Sprengel aus Zschepplin. Auch Christine Kießling-Kalke aus Hohenprießnitz freute sich über das schöne Schlossambiente, das eine Bereicherung für den Ort sei.

Eine alte Schmiede konnten Besucher derweil in Badrina erleben. Jürgen Albrecht vom Förderverein erzählte von der 600-jährigen Geschichte und dem bestreben, die Schmiede einer kulturellen Nutzung zuzuführen. Bei Gitarrenklängen trafen sich Interessierte und warfen einen Blick auf handgefertigte Schmiedewerkzeuge. "Wir wollen das alles bewahren, weil die Zukunft verstehen wir nur, wenn wir unsere Wurzeln kennen", erklärte Bärbel Westphal. Bis 1951 von ihrem Urgroßvater bewirtschaftet, fertigte der Familienbetrieb seit 1775 sämtliche schmiedeeisernen Bauteile der Landwirtschaft und beschlug Pferde und Ochsen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Alex Prautzsch, Heike Nyari

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