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Delitzsch Wasserschaden im Delitzscher Ärztehaus
Region Delitzsch Wasserschaden im Delitzscher Ärztehaus
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16:10 19.05.2015
Im Hinterzimmer der Apotheke rückt Filialleiterin Christin Sommer Trockner und Schläuche, die nachts auch im Verkaufsraum liegen. Quelle: Kay Würker

Es schwappt von umliegenden Straßen, drückt aus der Kanalisation, richtet Schaden an. Der Hauseigentümer hat nun gegenüber den Mietern bauliche Veränderungen angekündigt. Was voraussichtlich Auswirkungen auf den Kunden- und Patientenverkehr hat.

Seit ein paar Wochen ist an der Ludwig-Jahn-Straße die Stimmung verwässert. Zumindest im Erdgeschoss des Ärztehauses, das offiziell "Praxisklinik plus am Krankenhaus" heißt. Das Service- und Schulungszentrum des Deutschen Roten Kreuzes ist vorübergehend geschlossen, für Blutspenden, Erste-Hilfe-Kurse und andere Angebote wird auf die DRK-Geschäftsstelle in der Eilenburger Straße 65 verwiesen. Nebenan beim Sanitätshaus Neubert läuft permanent ein Bautrockner, soll die Luftfeuchtigkeit senken. Besonders dramatisch sieht es allerdings in der Phoenix-Apotheke aus. Dort deuten dicke Schläuche darauf hin, dass einiges im Argen ist: "Zweimal binnen sechs Wochen standen wir im Nassen. In der Nacht zum 21. Juni ist das Wasser gleich von zwei Seiten eingedrungen, durch die Haupteingangstür des Hauses und einen Nebeneingang", berichtet Inhaberin Ulrike von Wilmowski. "Der reinste Horror." In jener Nacht hatte es in Nordsachsen 127 Unwetter-Einsätze gegeben. Vielerorts herrschte landunter. Im Ärztehaus allerdings, das erst 2010 eröffnet wurde, hatte man eine solche Situation noch nicht erlebt. "Es hieß vonseiten des Vermieters, das sei eine Ausnahme, solchen Regen gebe es nur alle hundert Jahre", erinnert sich Apothekerin von Wilmowski. Anfang August drückten dann erneut Wassermassen herein. Da war das Team bereits gewarnt, konnte mit Sandsäcken und Nasssaugern sofort eingreifen. Beim ersten Mal im Juni hingegen ging es weniger glimpflich ab. Das Wasser flutete die Räume sieben Zentimeter hoch, zerstörte unter anderem diverse Computer, machte Arzneien un- brauchbar. "Das Herzstück der Apotheke, der Medikamenten-Automat, zeigt seitdem Ausfallerscheinungen", berichtet Filialleiterin Christin Sommer. Geschätzter Inventar-Schaden: rund 20 000 Euro. Glück im Unglück: Die Versicherung zahlt.

Noch gravierender sind die Schäden am Gebäude. Auf der Bodenplatte steht Wasser, das in die Wände zieht. Über Öffnungen im Fußboden wird die Feuchtigkeit abgesaugt - während der Öffnungszeiten nur im hinteren Bereich, ansonsten auch im Verkaufsraum. "Trotzdem sind die Trockenbau-Zwischenwände derart durchnässt, dass sie teilweise ersetzt werden müssen. Außerdem muss die Auslegware raus, stattdessen Fliesen rein. Ende September soll das losgehen und einen Monat dauern", sagt Ulrike von Wilmowski. Sie bereitet bereits den Notbetrieb vor, eventuell mit Teil-Unterbringung des Geschäfts im Container oder mit einem Shuttlebus zur nahen Wappen-Apotheke, die sie ebenfalls betreibt. "Die Kunden werden nicht unter der Sanierung leiden müssen."

Inwieweit auch der Geschäftsbetrieb im Sanitätshaus betroffen ist, kann Inhaber Andreas Neubert noch nicht abschätzen: "Die Feuchtigkeit ist in den Wänden, zieht hinter den Möbeln hoch. Das muss man sich noch im Detail anschauen." Auf alle Fälle freue er sich, dass der Hauseigentümer, die Immvest Wolf GmbH, nun bauliche Veränderungen angekündigt habe, um künftigen Überschwemmungen vorzubeugen. Darüber freut sich auch die Apothekerin, hofft auf rasche Umsetzung. Im Gespräch sind Schutzwände beziehungsweise eine Art Ablaufgraben vorm Haus. Details und Zeitplan sind allerdings bislang nicht bekannt. Auskünfte vom Hauseigentümer gab es gestern auf LVZ-Anfrage nicht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.08.2013

Kay Würker

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