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Wasserversorger will alten Fußballplatz in Spröda für Ersatzpflanzungen nutzen

Sportstätten Wasserversorger will alten Fußballplatz in Spröda für Ersatzpflanzungen nutzen

Jahrelang haben die Fußballer des SV Spröda den alten Sportplatz neben der Brunnenanlage des Zweckverbandes Delitzsch-Rackwitzer Wasserversorgung nicht mehr genutzt. Jetzt, benötigt der Wasserversorger den Platz unter anderem für Ersatzpflanzungen selbst, das sorgt in Spröda für wenig Begeisterung.

Unmittelbar hinter der Anlage, in der sich die Rohwasserbrunnen befinden, liegt der alte Sportplatz. Genutzt wird er von den Fußballern des Ortes allerdings nicht mehr.

Quelle: Thomas Steingen

Delitzsch/Spröda. Was Sportplätze betrifft, kann sich der Delitzscher Ortsteil Spröda nicht beklagen, denn er besitzt gleich zwei davon. Einer befindet sich unmittelbar im Dorf, der andere etwas abseits auf dem Gelände des Zweckverbandes Delitzsch-Rackwitzer Wasserversorgung (Derawa). Letzterer wird allerdings nicht mehr vom Sportverein Spröda genutzt. Der Eigentümer des Grundstückes, auf dem sich der alte Sportplatz befindet, der Trinkwasserverband, benötigt jetzt diese Fläche selbst. So wurde es dem Ortschaftsrat in einem Schreiben der Stadtverwaltung mitgeteilt, was in diesem Gremium für Diskussionen sorgte, denn auch wenn die Sprödaer Fußballer diesen Platz derzeit nicht bespielen, würde man ihn gern nicht ganz verlieren, so der allgemeine Tenor. Schließlich ist der Platz laut Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) als solcher im Sportstättenkonzept der Stadt ausgewiesen. Eine offizielle Positionierung des Vereinsvorstandes stand zur Ortschaftsratssitzung noch aus.

Ausweichplatz in Beerendorf

Aus Sicht der Derawa ist die Faktenlage klar. Sie ist Eigentümerin und kann demnach entscheiden, was bedarfsmäßig aus der Fläche wird. „Mindestens seit 2013, seitdem bin ich Geschäftsführerin des Verbandes, wird der Platz nicht mehr genutzt“, sagt Ina Witek. Somit spreche eigentlich nichts dagegen, den Platz anderweitig zu nutzen. „Wir wollten aber den Sportverein nicht vor den Kopf stoßen und haben uns deshalb mit der Bitte an die Stadtverwaltung gewandt, zu prüfen, ob es für die Sprödaer Fußballer im Bedarfsfall eine Ausweichvariante gibt“, erklärt die Derawa-Chefin. Dies hat die Stadt auch getan und unter anderem das Sportfeld in Beerendorf als Ausweichplatz empfohlen. Dies stieß im Sprödaer Ortschaftsrat auf wenig Gegenliebe.

Leitung quert Sportplatz

Für den Zweckverband ist Spröda ein Standort zur Rohwassergewinnung. Die Derawa betreibt in dem Delitzscher Ortsteil drei von insgesamt elf Rohwasserbrunnen. Wie berichtet, beabsichtigt der Wasserversorger in diesem und im nächsten Jahr eine neue Rohwasserleitung von Delitzsch bis zur Wasserfassung in Spröda zu verlegen. Die alte Leitung verläuft teilweise über Felder und somit auf privatem Grund und Boden. Das will der Verband mit der neuen Leitung künftig umgehen. Parallel zur Rohwasser- wird zwischen Delitzsch und Spröda außerdem eine neue Trinkwasserleitung verlegt. Ein Teilstück ist in den vergangenen Tagen entlang der Dübener Straße/Ortsausgang Delitzsch gebaut worden. Nach der Querung der Ortsumfahrung wird die Trinkwasser- dann mit der Rohwasserleitung verlegt. Letztere wird in Spröda über den alten Sportplatz führen. Deshalb benötigt die Derawa diese Fläche. Wie die Geschäftsführerin erklärt, sollen dort auch Ersatzpflanzungen erfolgen, weil entlang der Bautrasse einige Bäume gefällt werden müssen. In der Perspektive sei zudem ein weiterer Rohwasserbrunnen auf dem Sportplatzgelände geplant. Letztendlich diene das der Versorgungssicherheit, sodass alle im Verbandsgebiet von diesen Investitionen profitieren würden.

Erste Gespräche in den 1980er-Jahren

Wie Ina Witek berichtet, gab es schon in den 1980er-Jahren Gespräche zwischen der damaligen WAB (Wasserver- und Abwasserentsorgung Leipzig) und der seinerzeit noch selbstständigen Gemeinde Spröda über die Erweiterung der Grundwasserfassung in Spröda. Nach der Übertragung des WAB-Eigentums 1994 an die Derawa, kaufte diese im Dezember 1998 die Fläche des alten Sportplatzes mit dem Wissen hinzu, dass das Grundstück auf unbestimmte Zeit für die Wassergewinnung erforderlich sein wird. Mit dem Sportverein wurde vereinbart, dass er den Sportplatz vorerst weiter nutzen kann.

Von Thomas Steingen

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