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Wellpappenwerk wächst, Lehrlinge fehlen

Wellpappenwerk wächst, Lehrlinge fehlen

Es ist einer der größten Arbeitgeber: das Wellpappenwerk Delitzsch des Smurfit-Kappa-Konzerns mit rund 200 Beschäftigten. Doch der Betrieb hat wie andere auch ein Nachwuchsproblem.

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Denny Wilde an seinem Arbeitsplatz: Vom Computer aus beobachtet er die Produktion.

Quelle: Kay Würker

Delitzsch. Kein einziger Lehrling wurde für dieses Ausbildungsjahr gefunden, der den Beruf des Verpackungsmittelmechanikers lernen will. Dabei hat das Werk Erfolge vorzuweisen: Dienstagabend wurde Ex-Azubi Denny Wilde als Jahrgangsbester im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig ausgezeichnet.

Der 23-Jährige kann stolz sein auf dieses Ergebnis. 92 Prozent des maximal Möglichen erreichte Denny Wilde in der Theorie- und Praxisprüfung der IHK. Mehr als jeder andere im Kammerbezirk, der in diesem Jahr die Lehre zum Verpackungsmittelmechaniker abgeschlossen hat. Allerdings ist die Zahl der Absolventen überschaubar, denn dieses Berufsbild ist ein vergleichsweise seltenes und wenig bekanntes. Denny Wilde war nach dem Fachabitur im Bereich Technik per Zeitungsannonce darauf gestoßen. „Ich war neugierig, wollte wissen, was sich dahinter verbirgt“, schildert der Glesiener. Und erinnert sich noch genau an seinen ersten Rundgang durch die 20000-Quadratmeter-Produktionshalle gleich nach dem Vorstellungsgespräch: „Die großen Maschinen haben mich beeindruckt.“

Drei Jahre später ist Denny Wilde mit der Technik bestens vertraut, hat einen zunächst auf ein Jahr befristeten Arbeitsvertrag mit Smurfit Kappa in der Tasche und die Aussicht auf weitere Qualifikationen. Ein berufsbegleitendes Studium zum staatlich geprüften Techniker sei denkbar, sagt Betriebsleiter Maik Roder. Und Werksleiter Karlheinz Klein fügt hinzu: „Es gibt bei Smurfit Kappa viele Möglichkeiten. Auch im Ausland.“ Die Unternehmensgruppe ist weltweit aufgestellt, hat allein in Deutschland rund zwei Dutzend Werksstandorte.

Das Wellpappenwerk Delitzsch existiert seit 1995 im Gewerbegebiet Südwest, wurde 1999 und 2003 für insgesamt 16 Millionen Euro erweitert, die Mitarbeiterzahl mehr als verzehnfacht. „Täglich bringen zehn Lkw insgesamt 250 Tonnen Papier ins Werk zur Verarbeitung, täglich 35 bis 40 Lkw holen die fertigen Produkte ab“, schildert Maik Roder. Wichtigstes Kundenklientel des Delitzscher Betriebes – mit mehr als 70 Prozent Anteil an der Gesamtproduktion –  sind Lebensmittelproduzenten, die in der Loberstadt die Umverpackungen herstellen und bedrucken lassen. „Ein wachsender Markt“, sagt der Werkleiter, „da die umweltfreundliche Wellpappe zunehmend andere Materialien wie Plastik ablöst. Jährlich investieren wir vor Ort ein bis zwei Millionen Euro“, konstatiert Klein.

Millionenwerte, mit denen auch die Verpackungsmittelmechaniker umgehen. Entsprechend anspruchsvoll und technologisch fundiert ist die Ausbildung. Was mit Maschinen- und Werkstoffkunde beginnt, setzt sich mit Spezialisierungen in der Papierverarbeitung fort – zum Beispiel im Bereich Wellpappe. Denny Wilde hat es gelernt, am Computer einen Karton nach funktionellen Vorgaben des Kunden zu konstruieren und die Maschinen mit Stanzwerkzeugen entsprechend einzurüsten.

Arbeit mit Rechner und mathematischem Verständnis statt mit Staub und Plackerei – das Berufsbild des Verpackungsmittelmechanikers hat sich gewandelt. Bekannt sei das wenig, bedauert Maik Roder. Was neben den sinkenden Schulabgängerzahlen ein Hauptgrund für den Lehrlingsmangel sei. Zwar werden jährlich nur zwei Azubis in diesem Beruf fürs Delitzscher Werk gesucht, um diese nach Lehrabschluss auch übernehmen zu können, doch in den beiden vergangenen Jahren fand sich lediglich einer, 2011 nicht ein einziger.

Kürzlich wurde deutschlandweit der Name der Tätigkeit aufgepeppt: Packmitteltechnologe heißt es jetzt. Es wird sich zeigen, ob das den Zulauf verstärkt. Bewerbungen für den Ausbildungsstart im September 2012 werden bei Smurfit Kappa ab sofort entgegengenommen. Mindestvoraussetzung: Realschulabschluss und Note drei in den Naturwissenschaften.

Kay Würker

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