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Delitzsch Weniger Kameraden, junge Leute fehlen
Region Delitzsch Weniger Kameraden, junge Leute fehlen
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22:00 22.08.2016
KFV-Vorsitzender Peter Schwenckner im Gespräch mit den CDU-Landtagsabgeordneten Volker Tiefensee und Jörg Kiesewetter (von rechts). Quelle: privat
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Delitzsch

Den Freiwilligen Feuerwehren in den Städten und Gemeinde mangelt zunehmend an Personal. Der Kreisfeuerwehrverband (KFV) Delitzsch macht sich Sorgen. Und sie werden immer akuter. „Bis zu 500 Kameraden hören jedes Jahr in Sachsen aus den unterschiedlichsten, aber vor allem aus Altersgründen auf“, präsentierte kürzlich Peter Schwenckner, Vorsitzendes des KFV, eine Statistik des Landesverbands. Diesem Problem müsse man sich noch offensiver stellen, nach Lösungen suchen – gemeinsam, wie Schwenckner und seine Mitstreiter im Vorstand meinen.

21 Millionen Euro jährlich für den Brandschutz

Die Landtagsabgeordneten Jörg Kiesewetter und Volker Tiefensee (beide CDU) sahen es genauso und waren der Einladung zu einer Gesprächsrunde gern gefolgt. Schwenckner betonte, dass der Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr ein besonderer ist, weil er dem Gemeinwohl diene. „Doch wie lange können wir ihn in der erforderlichen Qualität noch aufrecht erhalten?“, fragte er. Für Kiesewetter und Tiefensee ist die Problematik nicht neu. Kiesewetter, selbst Feuerwehrmann gewesen, nannte viele Aktivitäten, die von Seiten der Regierung des Freistaates unternommen werden. „21 Millionen Euro fließen jährlich in den Brandschutz. Da wird es auch keine Abstriche geben.“ Er nannte auch die steigende Anzahl von Lehrgangsplätzen an der Feuerwehrschule und die Einführung des Feuerwehr-Führerscheins. Allerdings bemerkte der Abgeordnete auch: „Alle schreien nur nach mehr Geld.“

Akute Nachwuchssorgen

Doch darum gehe es den Kameraden gar nicht in erster Linie, so Schwenckner. „Uns fehlt momentan die Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen. Der Altersdurchschnitt in unseren Wehren liegt zwischen 35 und 55 Jahren. Das Problem wird also bald akut“, sagte Dana Purschwitz, stellvertretende Wehrleiterin aus Laußig. Der Zuwachs in den Jugendfeuerwehren behebt das Problem nicht. „Wir haben jetzt mehr Kinder, weil auch Sechsjährige aufgenommen werden“, relativierte Kreisjugendwart Holm Grüttner. Bei der Suche nach neuen, nachhaltigen Lösungsansätzen seien sowohl die Politik als auch die Wirtschaft gefordert. „Nicht mehr nur reden, jetzt ist Handeln angesagt“, betonte der KFV-Vorsitzende und forderte gleichermaßen mehr Verständnis ein. Aus seiner Sicht war die Abschaffung der Feuerwehrabgabe ein Fehler. Sie sollte wieder geprüft werden. Dem stimmte auch Laußigs Bürgermeister Lothar Schneider zu. Er schlug zudem vor, den Weg für Doppelmitgliedschaften in den Feuerwehren frei zu machen.

Von Ditmar Wohlgemuth

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