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Weniger Spielplätze in Delitzsch – Vandalismus bleibt Problem

33 Plätze zum Toben in der Stadt Weniger Spielplätze in Delitzsch – Vandalismus bleibt Problem

33 öffentliche Kinderspielplätze, zwei weniger als noch 2012, zählt die Stadt Delitzsch. Gedacht sind die vor allem für die Kleinsten. Dabei würde unter anderem die Wohnungsgesellschaft gerne mehr erreichen – scheitert aber am Vandalismus und der Starre der Stadtverwaltung.

Areale wie dieses im Innenhof des Neubaus kann sich die WGD an noch mehr Stellen im Stadtgebiet vorstellen.

Quelle: Wolfgang Sens

Delitzsch. Buddeln im Sand, rutschen, toben, klettern, schaukeln – der Wunsch nach Plätzen, auf denen Kinder bedenkenlos spielen können, ist wie in anderen Städten und Gemeinden in Delitzsch ungebrochen. Doch nicht nur Kinder wollen toben, auch andere Altersgruppen sollen zum Zuge kommen. Doch das ist leichter gesagt als getan.

Insgesamt 33 öffentliche Kinderspielplätze in Obhut der Stadtverwaltung existieren derzeit. Hinzu kommen Areale im Tiergarten und an Schulen und Kitas sowie die Spielplätze im Eigentum der Großvermieter. Zehn Plätze hat allein die Wohnungsgesellschaft Delitzsch (WGD). Und gerade sie würde gerne mehr tun fürs generationenübergreifende „Spielen“.

Einen ersten Vorstoß gibt es bereits. Wie berichtet, hat die WGD im Innenhof ihres neuen Wohnkomplexes Bitterfelder Straße/Marienstraße mit zwei Fitnessgeräten nun auch Erwachsenen die Möglichkeit eingeräumt, sich an der frischen Luft körperlich zu betätigen. Laut WGD-Geschäftsführer André Planer nur ein Versuch. Aber einer mit Symbolkraft.

Chayenne (7) Baake Nadine Petzold (14) Sully Bialecki (15) Luca-Fabian Petzold (4) auf einem Spielplatz in der Erzberger Straße

Chayenne (7) Baake Nadine Petzold (14) Sully Bialecki (15) Luca-Fabian Petzold (4) auf einem Spielplatz in der Erzberger Straße

Quelle: Wolfgang Sens

Noch bilden in den Planungen der Stadtverwaltung reine Kinderspielplätze den Schwerpunkt. Doch es gibt gerade seitens der WGD Überlegungen, Angebote für Bewegung im Freien für andere Altersgruppen bis zu den Erwachsenen zu schaffen.

Wie in anderen Städten böte sich dafür der Stadtpark an. Die AG Park allerdings dümpelt eher, entsprechend wenig Entwicklung gibt es auf der Fläche. Es müsse erst das Planfeststellungsverfahren für die Lobersanierung sowie die Planungen für die Sanierung des Hauptleiters vom Abwasserzweckverband im Stadtpark abgewartet werden, bevor es zu weiteren Planungen für den Stadtpark kommt, so die Stadtverwaltung auf Anfrage. Auf jeden Fall solle es 2016 ein Treffen der AG Stadtpark geben – dann kann darüber diskutiert werden, wie sich das Areal generationenübergreifend nutzbar machen lässt, könnten etwa Trimm-dich-Pfade ins Spiel kommen.

„Aber wir stehen auch vor der Frage: Was machen wir mit den Freiflächen in Delitzsch-Nord, die im Zuge des Abrisses von Wohnblöcken entstanden sind beziehungsweise noch entstehen?“, bringt André Planer einen weiteren Aspekt an. Einen großen Spielplatz? Die Wohnungsgesellschaft sei offen für vieles, so ihr Geschäftsführer, der sich auch einen Minigolfplatz in Delitzsch-Nord vorstellen kann oder einen Spielplatz mit zwei, drei Geräten zusätzlich, die auch für Jugendliche und Erwachsene geeignet sind. Doch um solche Vorhaben verwirklichen zu können, müssten alle Akteure an einem Strang ziehen, fordert Planer – und empfiehlt diesbezüglich, nach Erfahrungen anderer Kommunen Ausschau zu halten.

Spielplätze werden regelmäßig kontrolliert

Die tägliche Praxis zeigt, dass Kinderspielgeräte auch von Personen benutzt werden, für die sie nicht ausgelegt sind, und deshalb häufig Schaden nehmen. Hinzu kommt Vandalismus, werden Geräte mutwillig zerstört, Teile gestohlen, Glasscherben in Sandkästen zurückgelassen. Deshalb seien Spielplätze ein heikles Thema. „Die Eigentümer stehen immer mit einem Bein vorm Staatsanwalt“, sagt Planer. Deshalb sind die Hausmeister der WGD beauftragt, einmal täglich die Spielplätze zu kontrollieren. „Ohne geht es nicht.“ Andererseits hütet sich die WGD noch, in Dinge zu investieren, von denen die eigenen Mieter dann nur wenig profitieren, so dass sie „für andere“ zahlen müssten.

Dem Vandalismusproblem kommt die Stadtverwaltung mit Kontrollen bei: Die öffentlichen und halb öffentlichen Spielplätze sowie auch alle Sport- und Bolzplätze und ab diesem Jahr auch noch alle Schulhöfe werden monatlich durch Mitarbeiter der SGD kontrolliert.

Vierteljährlich erscheinen Fachfirmen. Jeder Spielplatz wird also mindestens 16 Mal pro Jahr intensiv in Augenschein genommen. Ein teures Unterfangen: 25 000 Euro sind jährlich für die Unterhaltung der Spielplätze im Haushalt verankert, plus 20 000 Euro für investive Maßnahmen.

Die Delitzscher Partnerstadt Monheim setzt für ihre knapp 60 Spielplätze, darunter etliche auch für Jugendliche, zusätzlich auf bürgerschaftliches Engagement. Paten kümmern sich, indem sie ein Auge auf die Areale haben und melden Schäden und Verschmutzungen, sind zudem Ansprechpartner für Kinder, Eltern und Anwohner.

Von Thomas Steingen und Christine Jacob

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