Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch "Wenn wir einladen, kommen alle"
Region Delitzsch "Wenn wir einladen, kommen alle"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:47 05.06.2011
660 Jahre Beerendorf werden mit einem bunten Umzug gefeiert. Quelle: Manfred Lüttich
Anzeige
Beerendorf

Zu Hunderten strömten sie am Sonnabend zum Festumzug. Am späten Nachmittag kämpfte sich dann nochmals eine Karavane aus Fahrrädern und Pkw zum Festplatz.

„Wenn wir einladen, kommen alle“, resümierte Sonntagmittag ein sehr zufriedener Gerhard Schladitz, Chef des Organisationskomitees. Er und seine Mitstreiter hatten es geschafft, ein Fest für Jung und Alt zu veranstalten, bei dem „alle Spaß haben konnten“, wie es Dieter Jentzsch vom Team des ESV-Sportlerheims, das für Speise und Trank verantwortlich zeichnete, ausdrückte.

Beerendorf. Es ist fantastisch, was ein kleiner Ort wie Beerendorf auf die Beine stellt. So oder so ähnlich war vielfach die Resonanz von Besuchern der 660-Jahr-Feier am Wochenende zu vernehmen. Zu Hunderten strömten sie am Sonnabend zum Festumzug. Am späten Nachmittag kämpfte sich dann nochmals eine Karavane aus Fahrrädern und Pkw zum Festplatz.

Seit Wochen hatten viele fleißige Hände gewerkelt, um diesen Höhepunkt vorzubereiten. Auch viele Hauseigentümer putzten ihre Grundstücke  heraus. Noch am Sonnabendmorgen schmückten die Letzten Häuser, Bäume und Zäune. Alle wurden sie belohnt, denn mit dem Festumzug setzte der Ansturm auf das kleine Dorf ein. Zur Kaffeezeit, als der Schenkenberger Blasmusikverein zum Platzkonzert aufspielte und sich am Kuchenstand des Ortsvereins der Landfrauen Schlangen bildeten, waren die Sitzplätze in der riesigen Festhalle rar.

Mit viel Herz hatten die Beerendorfer diese ausgestaltet. Interessierte Blicke richteten sich immer wieder auf die Ausstellung zur Dorfgeschichte und zur Entwicklung des Ortes und seiner Betriebe. Kurt Krabbes, der 30 Jahre lang in Beerendorf als Bürgermeister tätig war, wurde darin ebenso gewürdigt wie die neun „Ur-Beerendorfer“, die seit ihrer Geburt dort leben und mindestens 65 Jahre alt sind. „Hut ab, wie die Beerendorfer das alles organisiert haben, sie können sich glücklich schätzen, mit der Agrargenossenschaft einen so guten Partner zu haben“, war Torsten Leistner aus Zschepen des Lobes für das kleine Dorf voll.

Schon am Vormittag waren viele Einwohner  zum Feuerwehrwettkampf gekommen, um der heimischen Wehr, die nur mit Außenseiterchancen startete, die Daumen zu drücken. Richtig Fahrt nahm die Fete mit dem historischen Festumzug auf. Bei 30 Grad Celsius war dieser für alle Mitwirkenden eine  echte Strapaze. Neben den Geburtstagskindern – Agrargenossenschaft, Seniorenzentrum und Feuerwehr – gestalteten diesen viele Einwohner mit. Etwa 450 Mitwirkenden seien es, informierte Richard Krausch, der den Umzug auf Höhe des Seniorenzentrums moderierte. Als historische Figuren liefen im Zug, Personen, die mit der Geschichte des Dorfes zu tun hatten. Hoch zu Ross ritt der Gutsherr mit seiner Gattin, gefolgt von Pfarrer, Schulmeister, Dorfpolizist, Richter, Bürgermeister und anderen.

Viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus dem Ort schlüpften dafür in historische Gewänder.  „Einfach spitze, wie sie den Zug zusammengestellt haben“, lobte Bernd Irmer aus Zschortau, der seine Mutter, die im Seniorenheim lebt, besuchte. „Man sieht, wo es aktive Leute gibt, wird auch was bewegt“, war auch seine Frau Regine begeistert. Dem schlossen sich Annett und Maik Martsch aus Beerendorf an: „Von jedem ist etwas dabei.“ Auch die Technik im Umzug habe sie fasziniert, ergänzte Annett Martsch.

War der Umzug schon ein Höhepunkt so setzte Stargast Ute Freudenberg noch eins oben drauf. In der nun rappelvollen Festhalle bedurfte es seitens der Sängerin nur eines kleinen Anstoßes, um die Massen in Bewegung zu setzen. Textsicher verabschiedeten die singenden Fans mit „Jugendliebe“ nach einer guten dreiviertel Stunde ihren Star. Doch damit war’s noch nicht genug. Mit einem brillanten Höhenfeuerwerk, bei dem sich ein Sternenregen über den Festplatz ergoss, setzten die Beerendorfer ihrem Fest das Sahnehäubchen auf.

Thomas Steingen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Ziel ist gesteckt, nun geht es um die Finanzierung. Bis Ende 2012 soll die Kindertagesstätte Zauberhaus im Delitzscher Ortsteil Schenkenberg in ein neues Haus umziehen (wir berichteten).

03.06.2011

Hunderte Knirpse auf den Beinen, beschäftigt mit Basteln, Buddeln und Bühnen belagern – das war der Kindertag in Delitzsch. Aus der Loberstadt, aber auch aus umliegenden Gemeinden kamen die Jüngsten in Familie und in Gruppen, um die Programme verschiedener Freizeiteinrichtungen zu besuchen.

02.06.2011

[image:phpcdd8bd56e2201105311635.jpg]
Beerendorf. Die Ränder der Straße Am Schwemmteich in Beerendorf sind abfallend, weisen Risse auf und drohen seitlich in den Graben abzurutschen.

31.05.2011
Anzeige