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Werbeliner See: Hält Delitzsch jetzt die Füße still für ein neues Hallenbad?

Bademöglichkeit Werbeliner See: Hält Delitzsch jetzt die Füße still für ein neues Hallenbad?

Nachdem immer wahrscheinlicher ist, dass es am Werbeliner See keinen Badestrand geben wird, rückt in Delitzsch die Erhaltung des Freibades wieder in den Fokus der politischen Entscheidungsträger. Die Freien Wähler streben einen Bürgerentscheid dazu an. Neue Nahrung hat die Idee für ein Hallenbad erhalten.

Schöne Ferientage erlebten Zoi (11) und ihr Bruder Leo (10) in diesem Sommer im Delitzscher Freibad. Ob das auch in Zukunft so sein wird, ist ungewiss, denn wieder einmal wird über die Schließung des Bades nachgedacht.

Quelle: Christine Jacob

Delitzsch. Am Freitag ist die Freibadsaison in Delitzsch zu Ende gegangen und doch ist das Elberitzbad wieder in aller Munde. Auslöser der neuen Debatte ist das Verfahren, welches das Landratsamt in Gang gesetzt hat, um den Werbeliner See und sein Umfeld endgültig als Schutzgebiet zu deklarieren. Weil damit eine touristische Nutzung und insbesondere eine Badegelegenheit auf unbestimmte Zeit ausgeschlossen wird, wird nun politisch scharf geschossen.

Uwe Bernhardt, Fraktionsvorsitzender der Freien Wählergemeinschaft (FWG), hat nach Bekanntmachung und einer geheimen Sitzung im Rathaus beim Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) für die kommende Stadtratsitzung am 28. September eine öffentliche Diskussion angemahnt, in der den Bürger erklärt werden soll, wie die Stadt weiter verfahren will. Denn die Verwaltung werde laut Freie Wähler keine weiteren rechtlichen Schritte gegen die Unterschutzstellung des Sees anstrengen – als Kompensation soll Delitzsch eine Schwimmhalle bekommen.

Erhalt des Freibades oder Neubau eines Hallenbades? Diese Frage steht nun einmal drängender im Raum. Landrat Kai Emanuel (parteilos) hat ankündigt, Delitzsch bei der Suche nach alternativen Bademöglichkeiten mit Fördermitteln unterstützen zu wollen. Diesbezüglich rückt die vor Jahren schon einmal vom früheren Landrat Michael Czupalla (CDU) ins Spiel gebrachte Idee, im Delitzscher Norden eine Sport- und Freizeiteinrichtung mit Hallenbad zu errichten, ins Kalkül. Diese ging allerdings von der Schließung des Freibades aus.

Alte Idee flammt wieder auf

Offensichtlich verfolgt die Stadtverwaltung nun genau diese Option und geht auf einen Deal ein. Allerdings halten die Freien Wähler die Absicht der Stadtverwaltung, als Ersatz für eine Badestelle am Werbeliner See ein Hallenbad mit einem Außenbecken für Nichtschwimmer zu errichten bei gleichzeitiger Schließung des Freibades für nicht geeignet. „Delitzsch läuft damit Gefahr, zukünftig auf seinem Stadtgebiet keine Schwimmmöglichkeit unter freiem Himmel für seine Bürger vorzuhalten, ein Umstand, der umso absurder erscheint, da die Stadt von Seen umgeben ist“, so Uwe Bernhardt. Deshalb hat seine Fraktion einen Beschlussantrag für einen Bürgerentscheid gestellt. „Bei einer so gravierenden Entscheidung, die generationsübergreifend in die Zukunft wirken wird, muss der Bevölkerung auch außerhalb regulärer Kommunalwahlen ein direktes Mitentscheidungsrecht eingeräumt werden.“

Der Bürgerentscheid ist mit der Frage beantragt: „Soll das Delitzscher Freibad unbefristet durch die Stadt Delitzsch erhalten und weiter betrieben und für die Delitzscher Bürger und deren Gäste nutzbar sein?“ Wobei Bernhardt betont, dass ein Pro fürs Freibad keine Entscheidung gegen ein Hallenbad sein müsse. Es gehe lediglich um die Frage, ob die Delitzscher bereit sind, aufs Freibad zu verzichten.

Lehrschwimmbecken

In diesem Zusammenhang verweisen die Freien Wähler auf die zwingende Notwendigkeit eines neuen Lehrschwimmbeckens. „Allerdings sollte dieser Aspekt nicht ausschließlich in Verquickung mit der Schließung des Freibades betrachtet werden“, so Bernhardt weiter. Vielmehr sieht seine Fraktion die Möglichkeit, im Freibad neben der Sanierung der beiden Becken auch ein Lehrschwimmbecken zu errichten. „Im Ganzjahresbetrieb könnte dieses zudem für den Gesundheits- und Vereinssport dienen.“

Die Stadtverwaltung äußert sich derzeit nicht zum Thema und verweist auf die bevorstehende öffentliche Diskussion im Stadtrat und seinen Gremien.

Von Thomas Steingen und Christine Jacob

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