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Delitzsch Werbeliner See bei Delitzsch: Investoren scheuen die hohen Hürden
Region Delitzsch Werbeliner See bei Delitzsch: Investoren scheuen die hohen Hürden
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00:18 11.06.2017
Naturschutzgebiet Werbeliner See. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Delitzsch

Der Werbeliner See und das dazu gehörende Gelände von 1000 Hektar steht unter Naturschutz. Damit ist das Baden ausgeschlossen. Wäre der See jedoch bereits im Status des sogenannten Gemeingebrauchs, wäre das Baden wiederum möglich. Klingt verwirrend, ist es auch. Wird dieser See überhaupt einmal diesen Status erreichen? Eine Frage, die so klar offenbar nicht beantwortet werden kann.

28 schützenswerte Arten

Über die Zulassung zum Gemeingebrauch, also die Nutzung des Sees unter anderem auch für das Befahren mit kleinen Wasserfahrzeugen ohne Motor, entscheidet prinzipiell die Wasserbehörde. „Die muss allerdings das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde zwingend herstellen“, sagt Umweltdezernent Ulrich Fiedler. Werde ein Gemeingebrauch im Vogelschutzgebiet angestrebt, so müsse zweifelsfrei ausgeschlossen werden, dass die zu schützenden Tierarten in dem Gebiet nicht beeinträchtigt werden. „Soll ein Pferdesportzentrum entstehen, muss für dieses Projekt eine Verträglichkeitsprüfung erfolgen. Ist etwas anderes vorgesehen, so trifft dies gleichermaßen zu“, so Fiedler weiter. Im Vogelschutzgebiet am Werbeliner See geht es um 28 zu schützende Arten. Bei jeder einzelnen müsse nachgewiesen werden, dass deren Lebensräume nicht von dem Vorhaben beeinträchtigt werden.

Delitzsch legt Studien vor

Die Stadt Delitzsch beruft sich auf eine Machbarkeitsstudie, die die LMBV in Auftrag gegeben hatte. Demnach sei eine „verträgliche touristische Nutzung am Werbeliner See sowie eine reglementierte Gewässernutzung“ möglich. Auch eine von der Stadt Delitzsch selbst beauftragte Studie habe zu einem positiven Ergebnis geführt. Doch keiner der bisherigen Investoren hätte sich nach Ansicht der Landkreisverwaltung „ernsthaft“ damit auseinandergesetzt, nachzuweisen, dass Beeinträchtigungen ausgeschlossen werden könnten. Warum nicht? „Sicherlich war dafür für die möglichen Projektträger die Entscheidung zwischen dem erforderlichen Aufwand und dem absehbaren Ergebnis ausschlaggebend“, so Fiedler.

Von Ditmar Wohlgemuth

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