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Delitzsch Werksleiter: Belasteter Müll aus Sachsen ungefährlich
Region Delitzsch Werksleiter: Belasteter Müll aus Sachsen ungefährlich
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16:17 16.04.2011
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Eisenhüttenstadt/Dresden

Zuvor hatten Experten das Material untersucht. Herold geht davon aus, dass sich die Strahlung bis Montag oder Dienstag abgebaut hat.

Es handele sich wohl, wie bereits vermutet, um medizinischen Abfall mit nur sehr geringer Strahlung. Derartige Lieferungen gebe es öfter. „Das ist nicht das erste Mal und mit Sicherheit nicht das letzte Mal“, so der Fabrikchef.

Der Müll war in Sachsen von einer Behandlungsanlage in Cröbern bei Leipzig zunächst an die Kreiswerke Delitzsch geliefert worden, wo er zu Brennstoff verarbeitet und dann am Dienstag nach Brandenburg gebracht wurde. Das sächsische Umweltministerium hatte den Fall am Donnerstag gemeldet.

Die Behörden waren schnell davon ausgegangen, dass der radioaktiv belastete Müll weitgehend ungefährlich ist. Wahrscheinlich handele es sich um medizinischen Abfall mit nur sehr geringer Strahlung, hatte ein Sprecher des Brandenburger Arbeitsministeriums in Potsdam bereits am Freitag vermutet.

Häufigste Ursache sei radioaktives Jod aus klinischer Verwendung, das in den Hausmüll gelange, hieß es von der Westsächsischen Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft. Diese betreibt die Anlage in Cröbern. Die nach Delitzsch gelieferten Wertstoffe stammten ihren Angaben zufolge aus Hausmüll aus der Region.

Die Anlage, zu der auch eine große Deponie gehört, war vor längerer Zeit im Zusammenhang mit Müllimporten aus Italien in die Schlagzeilen geraten. Der Fall ist noch immer Thema eines Untersuchungsausschusses im sächsischen Landtag.

Vor diesem Hintergrund hatte Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU) nach Bekanntwerden der belasteten Mülllieferung nach Brandenburg auf Freitag Konsequenzen angekündigt. „Wir müssen schauen, ob die Abfallbeseitigungsanlage Cröbern oder die Kreiswerke Delitzsch gegen gesetzliche Auflagen verstoßen haben. Wenn das der Fall ist, dann muss mit aller Härte dagegen vorgegangen werden und dann steht für mich die Frage, dass auch eine Betriebserlaubnis entzogen werden kann“, sagte der Minister. Er fordert die zuständige Landesdirektion Leipzig auf, den Fall umfassend aufzuklären.

dpa

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