Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Wie ein Klassentreffen: Ziehwerker kommen zusammen
Region Delitzsch Wie ein Klassentreffen: Ziehwerker kommen zusammen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 05.11.2018
Dieter Franze, Reinhard Schubert, Kurt Müller und Helmut Pfeifer (von links) sehen sich beim Ziehwerker-Treffen alte Bilder an. Quelle: Heike Liesaus
Delitzsch

Es hat etwas von Klassentreffen in den höheren Jahren: Inzwischen werden bereits die Fotos von den vorangegangenen Zusammenkünften herumgezeigt. Einmal im Jahr, jeweils Anfang November, setzen sich ehemalige Delitzscher Ziehwerker im Pfortenstübchen zusammen. Auch das ist nur noch zu besonderen Anlässen in Betrieb. Aber für die einstigen Metaller stellt sich Wirt Egon Scholz, selbst 74, hinter den Tresen.

Altes und Neues

„Mal wieder über alte Zeiten sprechen und Neues erfahren“, erklärten zwei der Seniorinnen, warum sie unter den circa 40 Teilnehmern saßen. Früher hatten sie im Büro für Neuererwesen und in der Verwaltung gearbeitet. Gleich zwei der Ehemaligen präsentierten dem versammelten Publikum Ergebnisse ihrer aktuellen Passion: Rudi Heß, der in den vergangenen Monaten sogar den Tauchaer Literaturpreis eingeheimst hatte, gab Gedichte, teils erotischer Art, zum Besten. Der einstige Mitarbeiter im Werkzeugbau hatte schon zu Ziehwerkszeiten gereimt. Bärbel Wolf, einst Leiterin des Lohnbüros, las Passagen über eine putzige Mäuse-Familie. Ein ganzes Buch soll daraus werden. Zurzeit sei sie auf Seite 52 und sucht noch jemanden, der die Illustrationen übernimmt.

Exkursion für Forschung und Technik

Ulrich Bladeck dagegen berichtete von der Seniorengruppe „Forschung und Technik“. Die geht immer mal wieder auf Exkursion. Das Profilwerk im nordrhein-westfälischen Schwerte war eines der Ziele. Und noch immer wird mit Kennerblick bewundert, mit welcher Präzision die Kollegen arbeiten: Wer kann zum Beispiel 15 Meter lange, dünne Profile präzise, ohne Knick stapeln. Die „Forschung und Technik“-Senioren hatten früher zusammen in einer Abteilung gearbeitet. „Wir hatten damals schon viel gemeinsam unternommen. Das ist so geblieben“, erklärte Bladeck.

Leben nach dem Ziehwerk-Abschied

Inzwischen liegt auch das Arbeitsleben nach dem Ziehwerk-Ausscheid schon wieder eine Weile hinter den meisten: Reinhard Murrack zum Beispiel, heute 71, hatte später im Ordnungsamt der Stadtverwaltung gearbeitet. Günter Meißner, jetzt 74, war in seinen einstigen Beruf als Maurer zurückgegangen, Lothar Bär, 67, war zuletzt im kaufmännischen Bereich einer Tiefbaufirma tätig. 800 Menschen arbeiteten einst im Ziehwerk. Profilstahl Delitzsch entstand 1993 aus Teilen des ehemaligen Standortes. Inzwischen will der Betrieb von 35 auf 45 Beschäftigte aufstocken und sucht Fachkräfte.

Von Heike Liesaus

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit einem städtebaulichen Vertrag wollen der künftige Betreiber und die Gemeinde Löbnitz ihre Zusammenarbeit in puncto Sausedlitzer Strand festklopfen. Dabei steht trotz jahrelanger Vorbereitung noch nicht fest, wann wirklich losgelegt werden kann. Immerhin ist die neue Straße ab Kreisverkehr in Richtung künftiger Bootsanleger schon fast fertig.

05.11.2018

Nach der Schwangerschaft wieder in Form zu kommen, ist ein wichtiges Thema für Frauen. In Delitzsch gibt es dafür immer mehr Angebote. Und manchmal wird der kleine Wonneproppen selbst gleich zum „Trainingsgerät“.

05.11.2018

Der Rassekaninchenzuchtverein S 796 Eilenburg-Berg hat am Wochenende seine besten Tiere vorgestellt. Bei einer Schau wurden die Rassekaninchen in mehreren Kategorien prämiert.

05.11.2018