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Delitzsch Wie geht es weiter am Delitzscher Marktplatz?
Region Delitzsch Wie geht es weiter am Delitzscher Marktplatz?
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06:00 20.06.2017
Manfred Wilde im Dialog. Quelle: Alexander Prautzsch
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Delitzsch

Die Stadt möchte sich am sachsenweiten Wettbewerb „Ab in die Mitte!“ beteiligen. Mit der sogenannten City-Offensive sollen die sächsischen Innenstädte gestärkt werden. Dafür gibt es ein Preisgeld in Höhe von 30 000 Euro. Die möchte Delitzsch gern in die Wiederbelebung des Marktplatzes investieren. Dazu lud Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) in der vergangenen Woche zu einem öffentlichen Workshop ein. Die Bürger sollten sich aktiv in die zukünftige Gestaltung des Areals einbringen. Rund zwei Duzend Delitzscher folgten dem Aufruf. Ihre Ideen waren gefragt, wie sich der Platz besser nutzen lässt und wieder mehr Besucher in die historische Stadtmitte führt.

Marktplatz ist faktisch nicht mehr Stadtmitte

Denn diese habe sich faktisch mit der Bahnstreckenanbindung Richtung Eisenbahnstraße verlagert, so Wilde. Dem entgegensteuern, daran war 2001/02 bereits ein Architekturwettbewerb gescheitert, nach dem sich kein Konzept durchsetzen konnte. Nun also der neue Versuch unter direkter Einbeziehung der Leute, die diesen Platz auch nutzen sollen. Unter verschärften Vorzeichen, wie Wilde gleich zu Beginn klar machte: Mittlerweile trage der Internethandel noch zusätzlich dazu bei, dass die Innenstädte sich entleerten. Für Händler lohnten sich die Umsätze nur punktuell – zu den gut angenommenen Höhepunkten wie dem Frühlings-und Genussmarkt oder auch dem Adventsmarkt. Dem stimmten die Zuhörer auch zu. „Wenn wir es uns einfach machen würden, ziehen wir hier mit Kreidestift weitere Parkboxen und sind fertig“, scherzte er. Dass das kein Konzept für den an sich attraktiven Standort sein kann, war offenkund.

Kinder und Familien anlocken

„Wie lockt man irgendwen hierher?“, fragte sich nicht nur Reinhard Zänker, der bereits mit Ideen wie seiner Givebox auffiel. Sein Rezept für den Markt: Irgendetwas, was ständig Menschen anziehe. Das sei bei einem Spielplatz so. Er könne sich eine Seilrutsche wie in seiner Nachbarschaft vorstellen. Von einem zentralen Mast könnten Seile an die vorhandenen Bäume führen.

Kinder und Familien den Platz beleben zu lassen, stieß auf breite Zustimmung. Dazu könnten allein schon mehr Farben, Beleuchtung oder auch Blumen beitragen. Wilde nutzte das, um an die Sparkasse zu appellieren, sich mehr für ihren Filialstandort am Delitzscher Markt einzusetzen. Das verhallte, war doch kein Vertreter des Geldinstituts anwesend. Gehört wurde dafür Martina Bahn. Die zweifache Mutter, die aus Leipzig nach Delitzsch auch wegen ihrer kleinen Kinder gezogen ist, stellte sich dagegen, ein Wasserspiel auf dem Platz ganz abzuschaffen: „Das war das einzige, wo mein Kleiner hätte spielen können“, sagte sie mit Rückblick auf das montags geschlossene Freibad und die heißen Temperaturen.

Weitere Ideen: Fahrradknotenpunkt, Infosäulen und Lebendschach

Weitere Vorschläge, den Ort für die Freizeit attraktiver zu gestalten, sahen etwa eine Anlage zum Boule-Spielen vor oder auch ein Lebendschach. Dessen Spielfläche könnte abends auch als Tanzparkett genutzt werden. Ebenso könnte der Platz, um den sich jetzt noch der Autoverkehr windet, für Radfahrer attraktiver gestaltet sein. Besser ausgeschildert, mit Ständern und Elektrosäulen könnte der Markt ein Knotenpunkt für Rad-Ausflügler werden.

Stadt bleibt im Dialog

Die Stadt möchte mit diesen Ergebnissen nun auch an die Händler und deren Werbegemeinschaft herantreten. Das Geschäftsleben soll einbezogen werden und neue Impulse erhalten. Noch bis Ende Juni können aber auch Bürger bei der Stadtverwaltung weitere Ideen und Vorschläge einreichen. Ansprechpartner hierfür ist Alexander Lorenz, der das Referat für Wirtschaftsförderung und Tourismus leitet. Er ist telefonisch unter 034202 67109 oder per E-mail an alexander.lorenz@delitzsch.de zu erreichen.

Von Manuel Niemann

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