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Delitzsch Wie smart ist die Schulze-Delitzsch-App?
Region Delitzsch Wie smart ist die Schulze-Delitzsch-App?
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11:35 01.06.2016
Alte und neue Ansicht kann der User mit der App am Genossenschaftsmuseum in der Kreuzgasse vergleichen. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Sieben Stationen des Lebens und Wirkens von Hermann Schulze Delitzsch (1808-1883) umfasst der neue und erste App-Rundgang für Delitzsch. Neben dem Denkmal am Marienplatz und dem Museum in der Kreuzgasse soll nun also zeitgemäß und multimedial an einen der größten Söhne der Stadt erinnert werden – einfach via Smartphone oder Tablet. Mit ein paar Handgriffen und in kurzer Zeit ist die App „Schulze-Delitzsch-Rundgang“ bei Google Play oder im App Store kostenlos heruntergeladen.

Es reicht einfach die Eingabe des Stichwortes „Schulze-DZ“ oder zur Not ein Suchwort wie Delitzsch, um die App zu finden. Denn noch ist die Auswahl Delitzscher Apps rar, findet man zum Beispiel noch die Delitzscher Feuerwehr, die über eine App Einsatz-Statistiken veröffentlicht.

Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft hat App mitfinanziert

Über viele Monate wurde an der Schulze-Delitzsch-App gearbeitet. Zuletzt kritisierte Dietmar Berger, der ehemalige Vorsitzende der Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft, dass die App nun aus dem Rathaus Delitzsch, aber mit Geld der Gesellschaft auf die Welt gebracht werde. Wie auch immer – nun gibt es sie. Zum Internationalen Museumstag wurde die App feierlich erstmals vorgestellt.

Büste von Schulze-Delitzsch im Genossenschaftsmuseum Quelle: Karl Gräfe

„Wir freuen uns als Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft sehr, dieses Großprojekt zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht zu haben“, so der leitende Kurator des Genossenschaftsmuseums, Philipp Bludovsky. „Wir hoffen natürlich, dass möglichst viele Delitzscher und Gäste die App herunterladen, schließlich ist es in dieser Form das erste derartige Angebot in unserer Stadt und wird die anderen kulturellen Angebote gewinnbringend ergänzen“, so Philipp Bludovsky.

Der Praxistest

Tatsächlich ist die App eine durchaus nett gemeinte Möglichkeit, Delitzsch und den berühmten Stadtsohn Hermann Schulze-Delitzsch besser kennenzulernen. Rund eine Stunde muss man sich Zeit nehmen, um den Rundgang zu absolvieren. Es ginge aber auch schneller. Der große Pluspunkt der App ist das Do-it-yourself-Prinzip. Jeder Nutzer kann in seinem eigenen Tempo gehen, in seinem Tempo lesen oder die Texte vorlesen lassen, sein Wissen durch Fotos oder alte Dokumente vertiefen.

Theoretisch könnte man auch auf der heimischen Couch sitzen bleiben und den Rundgang virtuell absolvieren. Draußen ist es natürlich schöner: Sieben Stationen werden abgelaufen. An jeder gibt es eine kurze textliche Info, die man lesen kann oder sich von einer weiblichen Stimme vorlesen lässt. Diese ist mit ihrer Betonung deutlich angenehmer als der sprechende Schulze-Delitzsch dieser App. Die männliche Stimme, die die Zitate des berühmten Mannes zum Besten gibt, hat schleppende Betonung. Aussagen wie „Der Geist der freien Genossenschaft ist der Geist der freien Gesellschaft“ fehlt dadurch die Würze.

Kenner von Schulze-Delitzsch erfahren nichts Neues

Die eingefleischten Schulze-Delitzsch-Kenner erfahren nichts bahnbrechend Neues. Alle anderen reaktivieren ihre Heimatkundekenntnisse. Für Gäste der Stadt ist die App eine erste wirkungsvolle Begegnung mit dem Genossenschaftspionier. So oder so haben aber alle ein bisschen Spaß an der App. Mit ihr erfährt man zum Beispiel, dass der Gasthof Goldener Ring (das heutige Kino Markt Zwanzig) die Verwirklichungsstätte vieler Ideen von Schulze-Delitzsch war.

Vor den Stationen stehend – vom Geburtshaus am Markt über den Ort der ersten Genossenschaft in der Ritterstraße 45 bis zum Wohnhaus in der Schulstraße 11 – kann der App-Nutzer heutige Ansichten und historische Fotos vergleichen. Unterhaltsam ist „Das Frühlingslied“, welches der Genossenschaftspionier selbst schrieb. So singt der Schulze-Delitzsch-Männerchor den App-Nutzern etwas vor. Angekommen am Denkmal am Marienplatz lernt der User noch, dass Delitzsch und Berlin eines gemeinsam haben – ein Denkmal zu Ehren von Hermann Schulze-Delitzsch. Nicht schlecht, aber auch nicht bahnbrechend. Genau wie die App.

Von Christine Jacob

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