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Wie weiter mit der Döbler-Mühle in Löbnitz?

Gemeinderat Wie weiter mit der Döbler-Mühle in Löbnitz?

Die Löbnitzer Mühle ist in die Jahre gekommen, die Eigentümer nicht mehr in der Lage, sie zu unterhalten. Der Mühlenverein Nordsachsen drängt jedoch auf einen Erhalt des technischen Denkmals, doch über das Wie wird derzeit debattiert. Der Anfang wurde im Gemeinderat gemacht. Will sich Löbnitz eine Mühle leisten? Diese Frage bewegt jetzt die Gemüter.

Blick auf die Döbler-Mühle in Löbnitz.

Löbnitz. Will sich Löbnitz eine Windmühle leisten? Diese Frage stand kürzlich im Raum, als die Gemeinderatsmitglieder mit dem Thema konfrontiert wurden. „Eine Antwort oder gar eine Entscheidung mit Beschluss war heute nicht zu erwarten“, erklärte der Löbnitzer Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU). Es war jedoch der Anfang einer Diskussion, die den Rat als auch die Bürger von Löbnitz in nächster Zeit beschäftigen wird.

Besitzer wollen Denkmal abgeben

Vor Jahren, so berichtete Wohlschläger, sei die Roitzschjoraer Mühle an Altersschwäche „und weil sich keiner mehr um sie kümmern konnte“, umgekippt. Es gibt sie nicht mehr. Ein ähnliches Schicksal will der Verein Mühlenregion Nordsachsen der Bockwindmühle Döbler am Dorfeingang in Löbnitz ersparen und geht deshalb in die Offensive. Dem Eigentümer der Mühle, Werner Döbler und dessen Frau, falle es zunehmend schwerer, die alte Mühle – sie wurde 1760 gebaut – in Schuss zu halten, sie auch für die Öffentlichkeit anzubieten. Es wurde signalisiert, dass man sich von ihr trennen, gegebenenfalls auch zusätzlich Grund und Boden dazu geben wolle. „Deshalb suchen wir nach einer Lösung“, so die Vorsitzende des Vereins Mühlenregion Nordsachsen Heidrun Kräger. Im Gemeinderat sprachen sie und Geschäftsführerin Andrea Heyn vor, warben für den Erhalt des technischen Denkmals.

Neue Ruten und Anstrich notwendig

Die Löbnitzer Mühle zeichne sich zwar besonders durch den weitgehend noch erhaltenen Originalzustand aus, bedürfe jedoch einer Sanierung. Die kann und will der jetzige Eigentümer nicht mehr anschieben. So müssten unter anderem die Ruten und auch der Außenanstrich erneuert werden. „Trotz ihres Alters ist sie nach wie vor noch sehr ansehens- und vor allem erhaltenswert“, hob Heidrun Kräger hervor. Bürgermeister Wohlschläger sprach von einem dringenden Holzschutzanstrich, denn „besser wird sie nicht“. Er hatte Anfang der 1990er-Jahre an der Rekonstruktion mitgewirkt. 1994 erhielt die Bockwindmühle ein neues Antriebsrad.

Dass der Verein Mühlenregion Nordsachsen die Mühle „übernehme“, ist nicht möglich. „Wir koordinieren das Miteinander der insgesamt 26 Mühlen in Nordsachsen, organisieren Veranstaltungen, sorgen auch für die Förderung kultureller Veranstaltungen. Geld für Sanierung und Rekonstruktionen können wir nicht beschaffen“, sagte Andrea Heyn. Nichtsdestotrotz wolle man sich dafür stark machen, die Mühle in Löbnitz zu erhalten. „Ist sie erst einmal weg, dann für immer“, schätzte auch Axel Wohlschläger ein. Andrea Heyn hielt auch nicht hinter dem Berg, was die Kosten für den Erhalt einer solchen Mühle betrifft. Jährlich seien es, so die Erfahrungen, durchschnittlich zwischen 3000 und 5000 Euro. Hinzu kämen noch die Prämien für die Versicherung.

Konzept gefordert

Eine Entscheidung, ob Löbnitz eine Mühle braucht, hänge von einer Konzeption und verlässlichen Zahlen ab, betonte Heiko Wittig (SPD). „Welchem Zweck soll die Mühle dienen?“ Zwar würden derzeit Sanierungsleistung an Mühlen vom EU-Programm Leader gefördert, „doch 20 Prozent Eigenleistungen sind auch nicht gerade wenig“, sagte er. Es müsse deshalb geprüft werden, ob die Aufgabe für Löbnitz finanziell leistbar sei.

Für Christine Schiemann steht außer Zweifel, dass die Mühle dem Dorf Löbnitz gut tut und sie auch in die nordsächsische Mühlenlandschaft passt. „Ideal wäre ein Verein, der sich der Aufgabe annimmt“, schlug sie vor. Einer müsse sich den Hut aufsetzen. Leute, die „mühleninfiziert sind“, brauche es, so Wohlschläger. Die könnten sich melden. In Kürze könne es durchaus eine weitere Zusammenkunft geben. Das Thema, die Mühle für Löbnitz zu erhalten, ist nicht vom Tisch.

Von Ditmar Wohlgemuth

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