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Wiedemar arbeitet an seiner Zukunft

Vision für 2030 Wiedemar arbeitet an seiner Zukunft

Visionen zu haben, das hat noch keinem geschadet. So sieht es auch die Gemeinde Wiedemar und arbeitet nun an einem Maßnahmenplan für die Zukunft, gibt sich damit ein Leitbild. Und dabei haben vor allem die Bürger mitzureden.

Es geht um die Entwicklung der Gemeinde Wiedemar.

Quelle: Christine Jacob

WIEDEMAR. Es geht ums große Ganze. Es geht um die Zukunft. Immer. Die Gemeinde Wiedemar will sich dafür nun einen Fahrplan geben, arbeitet intensiv daran. Und die Bürger haben eine gehörige Portion mitzureden, bis die 5000-Einwohner-Gemeinde zu einem Maßnahmeplan 2030 kommt.

Das Jahr 2030. Es ist gar nicht mehr so weit und es ist auch für andere schon zum Jahr der Abrechnung geworden. So hat die Stadt Delitzsch seit Kurzem ein überarbeitetes Leitbild 2030. Wiedemar nimmt wie auch Löbnitz bei den Gemeinden nun eine Vorreiterrolle ein, so Planerin Christine Schiemann, indem die Kommune ebenfalls an solch einer Vision werkelt. Die Sausedlitzerin arbeitet mit der Gemeindeverwaltung an einem Plan für die Zukunft. Das Konzept nennt sich „Dorfumbauplanung Gemeinde Wiedemar“ und wird von Leader-Fördermitteln getragen. „Ziel ist es, gemeinsam mit den Einwohnern, den Vereinen und Gewerbetreibenden Aufgaben für die nächsten Jahre abzustimmen und Prioritäten bei zukünftigen Investitionsobjekten gemeinsam festzulegen“, erläutert die Wiedemarer Bürgermeisterin Ines Möller (parteilos).

Wiedemarer sollen sich einbringen

Zwei Beratungen mit Bürgern haben bereits stattgefunden – in Zwochau und Wiedemar, damit wird der alten Struktur der bis 2013 noch eigenständigen Kommunen gefolgt. Heute ist Wiedemar eine Einheitsgemeinde mit mehr als 5200 Einwohnern in 17 Ortsteilen. Ihre Wünsche und Ideen für die Zukunft in 13 Jahren sollen unter einen Hut kommen. Am 28. Februar gibt es um 18 Uhr ein Treffen im Verwaltungsgebäude Kyhna. Das Muster bleibt gleich: Christine Schiemann gibt eine kurze Bestandsaufnahme zum Stand der Ortsteile jetzt, betrachtet dabei Themenfelder wie „Bauen und Wohnen“, „Jung sein, Familie gründen, alt werden“, „Erholung und Urlaub machen“ und „Arbeit in unserem Ort“. Und dann sind die Bürger gefragt, sollen in Arbeitsgruppen ihre Ideen und Wünsche niederschreiben – in einfachen Stichpunkten auf großen Tafeln, frei von der Leber weg. „Es geht darum, die Frage ,Wo soll es mal hingehen?’ zu klären“, sagt Christine Schiemann. Hinweise und Ideen aller Art sind gefragt. „Selbst aus der jetzt scheinbar verrücktesten Idee kann doch was werden“, pflichtet Bürgermeisterin Ines Möller bei und will den Bürgern keinerlei Beschränkungen im Denkprozess auferlegen. „Die Zukunft unserer Dörfer liegt uns allen am Herzen“, so Ines Möller.

Gute Resonanz und klare Wünsche

Die Resonanz auf die Beratungen ist gut, die Wünsche der Bürger schnell auf dem Tisch. So kommt oft das Thema Breitbandausbau zur Sprache, wollen die Wiedemarer ganz gleich ob nun im Ortsteil Rabutz oder Klitschmar bessere Internet-Bedingungen geschaffen sehen. Auf dem Herzen liegen zudem die Verkehrsverbindungen und -anbindungen. In deren Ausbau sehen etliche Bürger auch die Chance, noch mehr Einwohner und auch Gewerbe in die Gemeinde zu locken. Zudem wünschen sich viele bessere Bedingungen für alle Generationen. So wurde in bisherigen Bürgerberatungen zur Vision 2030 schon mehrfach das Thema Mehrgenerationentreff angeregt. Und die medizinische Versorgung wollen die Bürger am liebsten mit einer Gemeindeschwester verbessern. Die Verwaltungsgebäude müssen barrierefrei werden, fordern die Bürger. Und eine Tankstelle in Wiedemar wäre auch was.

Das gesamte Konzept soll spätestens im September fertig sein. Es wird bis dahin noch Arbeitsgruppen und weitere Beratungen geben. Erst danach wird die Vision für 2030 im Gemeinderat vorgestellt und zur Richtschnur seiner Entscheidungen.

Von Christine Jacob

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