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Wiedemar erhöht den Kostenanteil der Eltern

Kinderbetreuung Wiedemar erhöht den Kostenanteil der Eltern

Die Gemeinde Wiedemar erhöht nach zwei Jahren Pause in diesem Jahr die Elternbeiträge. Die Betreuung in einer der neun Kindertagesstätten ist teuerer geworden, Personal- und Sachkosten sind gestiegen. Insbesondere bei den Krippenplätzen lag der Elternanteil unter der gesetzlichen Vorgabe. 2017 folgt die nächste Anpassung.

Für ihre Betreuung in einer Wiedemarer Einrichtung müssen die Eltern jetzt tiefer in die Tasche greifen.

Quelle: Thomas Steingen

Wiedemar. Die Abstimmung fiel am Donnerstagabend eindeutig aus. Es gab keine Gegenstimme, auch keine hitzige Diskussion. Die Einsicht in die Notwendigkeit hatte offensichtlich die Oberhand gewonnen. Der Wiedemarer Gemeinderat beschloss auf seiner Sitzung die Erhöhung der Elternbeiträge für die Nutzung von Kindertageseinrichtungen und Tagespflegeplätzen in der Gemeinde. Die Gemeinde mit ihren 17 Ortsteilen unterhält derzeit neun Einrichtungen einschließlich freier Träger und Tagesmutter. Im Durchschnitt werden dort über 350 Kinder pro Tag betreut und es werden immer mehr.

Kita-Platz kostet mehr

Ein Krippenplatz kostet den Eltern, die ihre Kinder in einer Wiedemarer Einrichtung betreuen lassen, ab dem 1. November dieses Jahres 198 Euro (bisher 180,50 Euro), ein Kindergartenplatz 108 Euro (bisher 97 Euro) und ein Hortplatz mit fünfstündiger Betreuungszeit 52 Euro (bisher 47,29 Euro). Wiedemars Bürgermeisterin Ines Möller (parteilos) begründete die Entscheidung mit deutlich gestiegenen Betriebskosten und der gesetzlichen Vorgabe, die Eltern an den tatsächlichen Kosten im vorgegebenen Prozentbereich zu beteiligen.

Erhöhung nach zwei Jahren Pause

„2013 und 2014 mussten wir keine Anpassungen vornehmen“, erklärte die Bürgermeisterin, kündigte in dem Zusammenhang allerdings auch an, dass voraussichtlich im kommenden Jahr eine weitere Erhöhung auf die Eltern zu kommen wird. Insbesondere würden sich dann die gestiegenen Personalkosten für 2016 auswirken. „In der Betriebskostenabrechung 2015 schlagen die nur für einige Monate zu Buche, 2016 wird es dann aber für ein ganzes Jahr sein.“ Die jetzt beschlossenen Elternbeiträge haben in etwa die gleiche Höhe, wie sie bereits in der Einzelgemeinde Zwochau im Juli 2013, vor dem Zusammenschluss, erhoben wurden. Bei einem Kindergarten- und Hortplatz liegen die jetzigen Werte sogar noch unter den damaligen.

Höhe der Personal- und Sachkosten entscheidend

„Berechnet werden die anteiligen Elternbeiträge nach den tatsächlichen Betriebskosten. Grundlage bilden dabei die Personalkostenabrechnung und die ausgegebenen Sachkosten“, erläuterte Ines Möller vor der Beschlussfassung. Die entsprechenden Werte seien ermittelt und Mitte des Jahres veröffentlicht worden. Demnach kostet ein Krippenplatz bei neunstündiger Betreuung 923,83 Euro, ein Kindergartenplatz liegt bei gleicher Betreuungszeit bei 432,07 Euro und ein Hortplatz bei 249,44 Euro. „Im Bereich der Krippen lagen wir beim Elternanteil unter der Vorgabe von 20 Prozent, wir müssen also angleichen“, sagte sie. Letztlich folgte der Gemeinderat dem Vorschlag der Verwaltung, den Mittelwert der gesetzlichen Vorgabe zu wählen.

Diskussionsbedarf gab es lediglich bei der Frage, wie die Ferienbetreuung finanziell abgesichert werden kann. Ute Meißner (SPD) hakte nach, warum die bislang erhobene Kostenpauschale nicht weiter ausreicht. Ines Müller gab daraufhin die Forderung des Jugendamtes weiter, dass auch in diesem Fall die tatsächlichen Kosten ausschlaggebend seien und die auf die entsprechenden Stunden umgelegt werden müssen.

Delitzsch erhöht ab 2017

Delitzsch hat im jüngsten Stadtrat mit Stimmenmehrheit eine Erhöhung ab 2017 beschlossen. Die Kinderbetreuung wird dann für die Eltern teurer. Die Betreuung von Krippenkindern kostet künftig 189,63 Euro, Kindergartenplatz 111,38 Euro und für einen Hortplatz werden 64,30 Euro fällig. Fast 14 Jahre lang hatte Delitzsch die Elternbeiträge auf einem Niveau halten können.

In Rackwitz entschied im September die Gemeindeverwaltung im Einvernehmen mit dem Gemeinderat, die Elternbeiträge zunächst unverändert zu lassen. Zwar seien die Betriebskosten zuletzt gestiegen, doch die Gemeinde könne die Differenz schultern und der Elternzuschuss bewegt sich prozentual noch in der gesetzlich vorgegebenen Spanne.

Von Ditmar Wohlgemuth

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