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Wiedemar meldet zwei Ortswehren ab

Feuerwehr Wiedemar meldet zwei Ortswehren ab

Eine Ära geht nach 85 Jahren zu Ende. Die beiden Wiedemarer Ortsteile Wiesenena und Pohritzsch haben ab sofort keine eigene Ortsfeuerwehr mehr. Deren Auflösung wurde kürzlich im Gemeinderat mit einer Gegenstimme und drei Enthaltung bei 15 Abgeordneten bestätigt. Damit besteht die Gemeindewehr statt aus elf nur noch aus neun Ortswehren.

Feuerwehrleute bergen einen Pkw aus einem Graben zwischen Wiedemar und Wiesenena.

Quelle: Feuerwehr Wiedemar

Wiedemar. Eine Ära geht nach 85 Jahren zu Ende. Die beiden Wiedemarer Ortsteile Wiesenena und Pohritzsch haben ab sofort keine eigene Ortsfeuerwehr mehr. Deren Auflösung wurde kürzlich im Gemeinderat mit einer Gegenstimme und drei Enthaltungen besiegelt. Damit besteht die Gemeindewehr statt aus elf nur noch aus neun Ortswehren. Die Gründe für diesen Schritt sind vielfältig. Bürgermeisterin Ines Möller (parteilos) nannte ein paar davon während der Ratssitzung. Ihrer Auffassung nach, und da befinde sie sich im Einklang mit der Gemeindewehrleitung, haben in der Vergangenheit aus den beiden Wehren zuletzt immer weniger Kameraden an Weiterbildungen und Diensten teilgenommen. Die Zahl der aktiven Feuerwehrleute sei dort auf ein Minimum geschrumpft – auf jeweils etwa drei Männer. Beide Wehren hatten zudem im Vorjahr nur einen Einsatz.

„Beiden ist angeboten worden, als Traditionswehr weiter zu fungieren, als Heimstatt für die Alterskameraden zu dienen. Das wurde abgelehnt“, sagte die Bürgermeisterin. Mehrere Gesprächsangebote habe es überdies gegeben, die aber offenbar nicht wahrgenommen wurden. Es sei eine Entscheidung zu treffen, auch wenn diese schwerfalle. Matthias Bernt (Freie Wähler) warf ein, dass „eine Feuerwehr schnell zugemacht ist, wieder geöffnet aber nicht“. Dem hielt Hauptamtsleiterin Tatjana Bonert entgegen, eine Wiedergründung könne im Bedarfsfall unproblematisch erfolgen.

Den drei verbliebenen aktiven Kameraden in Wiesenena wurde freigestellt, zur Wiedemarer Ortswehr zu wechseln. Dort sei man bereit, sie kameradschaftlich aufzunehmen, kündigte Gemeindewehrleiter Wolfgang Wenzel an. Sie sollten sich bald melden, riet er. Wenzel hatte sich mit der Auflösung der beiden Wehren zwangsläufig auch beschäftigen müssen, nicht zuletzt deshalb, weil er im Zuge der neuen Ausrückeordnung die Struktur der Wehr anpassen muss. Sie steht wiederum in Verbindung mit dem Umzug der Leitstelle von Delitzsch nach Leipzig. Die Wiesenenaer besitzt derzeit einen Barkas B1000 aus DDR-Produktion. Er soll nicht verschrottet, sondern verkauft werden. Im Zuge des Technik-Austausches bekommt die Gemeindewehr einen Kommandowagen, der in Wiedemar stationiert werden soll. Die Technik aus Pohritzsch wird aus dem dortigen Gerätehaus verschwinden und nach Kölsa ziehen, die Kölsaer geben wiederum Ausstattung an die Grebehnaer Ortswehr ab. In Pohritzsch wird künftig allerdings die zentrale Kleiderkammer der Gemeindewehr eingerichtet.

Warum Pohritzsch jetzt ohne Wehr dasteht, scheint vor allem interne Gründe zu haben. „Zumindest war sie in dieser Form nicht mehr einsatzfähig“, bestätigte Wenzel. Er bedauerte die Entwicklung, sei er doch an einer nachhaltigen Lösung interessiert gewesen. Der Gemeindewehrleiter schlug vor, dass sich Pohritzscher Kameraden, die noch dabei bleiben wollen, der Zschernitzer Wehr anschließen.

Künftig werde die Tagesbereitschaft der Gemeindewehr über die drei Löschzüge Nord, Mitte und Süd gewährleistet, die jeweils aus drei Ortsfeuerwehren gebildet werden.

Von Ditmar Wohlgemuth

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